Winnenden

Architektur-Preis für das Kärcher-Areal

Hugo Häring Preis Architektur Kärcher Areal Winnenden_0
Das neue Kärcher-Areal mit dem Bürotrakt rechts, dem Kundenzentrum im Vordergrund und der Veranstaltungshalle mit dem geschwungenen Dach dahinter. © Haberman / ZVW

Winnenden/Stuttgart. Nur Banausen reden bei Architektur von Produktdesign. Jetzt fiel der landesweit wichtigste Preis für gutes Bauen an das neue Kärcher-Areal. Und es ist sicher keine Abwertung der Leistung des Stuttgarter Büros Reichel und Schlaier, dass mit dieser Besetzung einer Ziegelei-Brache auch die Marke des Besetzers weiter gestärkt wurde. Samt kleiner Zugeständnisse, wenn es um die Farbe Gelb geht.

Die Entscheidung ist gefallen. Alle drei Jahre vergibt der Bund deutscher Architekten den Hugo-Häring-Landespreis. Diesmal fand die Jury dieses Sammelbeckens der Qualitätsarchitektur sieben Bauten auszeichnungswürdig. Unter ihnen das Neubau-Ensemble in Winnenden jenseits der Bahnlinie, mit dem Firmensitz durch eine Brücke verbunden.

In der Würdigung durch die Jury heißt es, hier habe ein alter Firmenstandort, jener der Dachziegelwerke Pfleiderer, einen neuen Ausdruck gefunden. Gelobt wird die „Sicherheit und leichte Eleganz“, mit der das Stuttgarter Büro dem existierenden Kamin einen transparenten Steg gegenübergestellt hat. Geradezu eine „poetische Antwort“ sei gefunden worden für diesen Ort. Eben kein hermetischer Riesenklotz. Da wäre die Konferenz- und Kulturhalle, drüber das geschwungene Dach. Dann der verglaste Bürotrakt als größter Brocken in der Mehrteiligkeit. Und drittens ein Besucherbereich, der mit seiner Fassade das Thema aufnimmt: Ziegel aus gebranntem Ton. Der Bauherr habe hier einen Ort geschaffen, „von dem aus er mit neuem kulturellen Selbstverständnis in die Zukunft hinein agieren kann“.