Winnenden

Auch Wasser wird teurer: Stadtwerke Winnenden erhöhen Gebühren zum neuen Jahr

Duschen wird kälter
Duschen wird teurer - ob kalt oder warm. © Büttner

Alles wird teurer, warum sollte das beim Wasser anders sein? Die Stadtwerke Winnenden jedenfalls haben im Jahresabschluss für das Jahr 2021 ein „Erhöhungspotenzial“ von 677.000 Euro entdeckt– und das wird auch voll ausgeschöpft. Heißt: von den Kunden bezahlt. Insbesondere das neue Wasserwerk in Birkmannsweiler wird so gegenfinanziert.

„Auch der Wasserpreis entzieht sich nicht der allgemeinen Preisentwicklung“, hatte Stadtwerke-Chef Jochen Mulfinger in der Sitzung am Mittwochabend gesagt und auf die hohe Inflation verwiesen.

Hauptsächlich ergibt sich der „Nachholbedarf in der Wassersparte“, den sein Vorstandskollege Martin Häfele seit der letzten Erhöhung zum 1. Januar 2021 ausgemacht hat, aber aus den Kosten für das vier Millionen Euro teure neue Wasserwerk in Birkmannsweiler.

Hinzu kommen nach Angaben der Stadtwerke tarifliche Lohnsteigerungen und dass der Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg, von dem die Stadtwerke Wasser beziehen, seine Preise erhöht hat.

2,70 statt 2,35 Euro pro Kubikmeter

Was das für die Winnender bedeutet? Der Grundpreis erhöht sich zum 1. Januar 2023 von bislang netto 72 Euro auf 95 Euro pro Jahr, der Verbrauchspreis von 2,35 Euro pro Kubikmeter auf 2,70 Euro pro Kubikmeter. Inklusive Mehrwertsteuer zahlen die Winnender also 101,65 Euro Grundgebühr und 2,89 Euro pro Kubikmeter Verbrauchspreis.

„Für einen Musterhaushalt mit vier Personen auf 150 Quadratmetern ist das eine Erhöhung von 75,50 Euro im Jahr“, erklärt Martin Häfele auf Nachfrage unserer Redaktion.

Die Gebühren setzen sich künftig für diesen Musterhaushalt zusammen aus 19 Prozent Fixkosten und 81 Prozent variablen Kosten. Ursprünglich hatte Häfele dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, die geplanten 677.000 Euro Mehreinnahmen stärker über die Fixkosten zu generieren, im Verhältnis 29 zu 71 Prozent. Der Grundpreis für den Musterhaushalt hätte sich dann auf 159 Euro (inklusive Steuern) mehr als verdoppelt, der Kubikmeter Wasser allerdings nur 2,62 Euro im Verbrauch gekostet.

Wasser sparen soll sich lohnen

Die Aufsichtsräte sprachen sich jedoch dagegen aus: Er sei dafür, mehr Einnahmen über den tatsächlichen Wasserverbrauch zu generieren, sagte Thomas Traub (CDU). Andreas Herfurth (SPD) stimmte zu: „Wir haben den Anspruch, dass die Nutzer Wasser sparen.“

In Winnenden verkaufen die Stadtwerke jährlich 1,65 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Ein Kubikmeter sind 1000 Liter. Etwa die Hälfte ist Eigenwasser, die andere Fernwasser. In der Sparte Wasser haben die Stadtwerke im Jahr 2021 rund 4,4 Millionen Euro Umsatz erlöst.

Alles wird teurer, warum sollte das beim Wasser anders sein? Die Stadtwerke Winnenden jedenfalls haben im Jahresabschluss für das Jahr 2021 ein „Erhöhungspotenzial“ von 677.000 Euro entdeckt– und das wird auch voll ausgeschöpft. Heißt: von den Kunden bezahlt. Insbesondere das neue Wasserwerk in Birkmannsweiler wird so gegenfinanziert.

„Auch der Wasserpreis entzieht sich nicht der allgemeinen Preisentwicklung“, hatte Stadtwerke-Chef Jochen Mulfinger in der Sitzung am Mittwochabend

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