Winnenden

Auf 30 Flächen der Stadt Winnenden gibt's Nahrung für Wildbienen - warum sie nun gemäht werden

Wildblumenwiesen
Wildblumenwiese auf dem Lärmschutzwall des Wohngebiets Seewasen an der Schorndorfer Straße: Zurzeit blühen Klatschmohn, Margeriten, Wiesensalbei zwischen den Gräsern. © ALEXANDRA PALMIZI

Hollala, was blüht denn da? Wer an der Schorndorfer Straße am Wall des Wohngebiets Seewasen entlangläuft oder auf den Bus wartet, entdeckt Margeriten, Klatschmohn, Wiesensalbei und hohe gelbe Stauden. „Das ist Wiesen-Pippau“, sagt Armin Schröder von den Stadtgärtnern. Der Wall, 950 Quadratmeter groß, gehört zum Blühflächenkonzept, das die Stadt auf Antrag der CDU erarbeitet und 2020 umgesetzt hat - insgesamt etwas mehr als drei Hektar. Jetzt, im Juni des zweiten Jahres, sind viele der Brachflächen ökologisch aufgewertet. Nicht alle, aber die meisten, wie Armin Schröder erklärt: „Die Fläche an der Buchenbachhalle und am Obi-Kreisel müssen wir neu anlegen.“ Hier haben sich bestimmte Arten, die man nicht haben möchte, so ausgebreitet, dass die gebietsheimischen Wildblumen unterdrückt werden.

Um dem entgegenzuwirken, hat Stadtgärtner Frank Häussermann derzeit die Aufgabe, die Wiesen mit dem Balkenmäher zu mähen. „Die Klingen schneiden sechs Zentimeter über dem Boden ab, was wissenschaftlich erwiesen auch die Frösche und Eidechsen schont, die sich auch gern in dem hohen Bewuchs aufhalten“, sagt Schröder. „Außerdem bleiben die Blattrosetten der Pflanzen dran, die wir haben wollen, sie wachsen dann noch dieses Jahr oder nächstes Jahr nach.“ Nach kurzer Zeit räumt Häussermann noch das gesamte Schnittgut weg und fährt es auf den Grüngutplatz. Dadurch magert der Boden ab und wird so im Lauf der Jahre immer geeigneter für die Wildblumen, die es nährstoffarm haben wollen. „Diesen Schröpfschnitt sollte man machen, wenn die Margeriten in voller Blüte sind“, sagt Schröder. Wer um die Margeriten herummähe, trage gerade nicht zu deren Vermehrung bei, sagt er.

Wer es noch schafft, vor dem Mähen an der Wall-Wiese oder rund um die Alfred-Kärcher-Halle genauer hinzuschauen, der entdeckt fingernagelkurze Mini-Wildbienen, kleine und große Hummeln und Käfer. „Die Wildbienen fliegen, anders als die Honigbienen, auch bei sehr kalten Temperaturen und sind daher auch für unsere Kulturpflanzen wichtige Bestäuber.“ In der Stadt ist ihnen nun an 30 verschiedenen Stellen der Tisch mit Nektar und Pollen gedeckt, und viele finden im offenen Boden Nistmöglichkeiten.

Tipps für die Bürger

Einige Kommunen, zum Beispiel Leutenbach, fördern Blühstreifen. Wer gerne eine Wildblumenwiese anlegen möchte, sollte aber einige wichtige Punkte beherzigen, sagen Armin Schröder und sein Chef, Bauamtsleiter Klaus Hägele.

• Befindet sich die Wiese im Außenbereich, muss man beim Landwirtschaftsamt des Kreises in Backnang einen Antrag stellen. „Ich musste privat fünf Monate warten, bis mein Antrag bewilligt war. Gekostet hat das 70 Euro für einen Hektar“, berichtet Armin Schröder. Reißt man ohne Genehmigung die Wiese auf, behandelt sie also wie einen Acker, und man wird angezeigt, dann wird's definitiv teurer.

• Der beste Monat für die Aussaat ist der April. „Die Samen brauchen Wärme zum Keimen“, so Schröder. Sein Wunsch: „Kaufen Sie keine billige Baumarktmischung.“ Darin befinden sich oft Pflanzen, die in unserer Landschaft nichts verloren haben. Solche bunten „Schaubeete“ legen die Stadtgärtner an Straßenrändern an, sie haben den Vorteil, dass von Juni bis in den Winter hinein etwas blüht und der Boden nicht mager sein muss.

• Anfangs die Beete genau beobachten: Macht sich Ampfer breit oder gar die aggressive Hirse? Auch Vogelmiere kann lästig werden. Am besten raus damit. Auch große Disteln sind nicht geschickt. Wie beim Ampfer decken sie einen ganzen Bereich ab, und wenn sie erst im Herbst gemäht werden, samen sich Gräser aus. Zwar besteht die Samenmischung der Firma Rieger-Hofmann zu 70 Prozent aus Wildgräsern und zu 30 Prozent aus Wildblumen. Aber wenn man nicht aufpasst, hat man rasch 100 Prozent Gräser.

Hollala, was blüht denn da? Wer an der Schorndorfer Straße am Wall des Wohngebiets Seewasen entlangläuft oder auf den Bus wartet, entdeckt Margeriten, Klatschmohn, Wiesensalbei und hohe gelbe Stauden. „Das ist Wiesen-Pippau“, sagt Armin Schröder von den Stadtgärtnern. Der Wall, 950 Quadratmeter groß, gehört zum Blühflächenkonzept, das die Stadt auf Antrag der CDU erarbeitet und 2020 umgesetzt hat - insgesamt etwas mehr als drei Hektar. Jetzt, im Juni des zweiten Jahres, sind viele der

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