Winnenden

Ausstellung über die Winnender Volkshochschule: 75 Jahre im virtuellen Rundgang

75 Jahre VHS
Der Historiker Gerhard Raff bei einem Vortrag zum 40-jährigen Jubiläum 1988. © VHS

Das virtuelle Stadtmuseum zeigt eine Ausstellung zur 75-jährigen Geschichte der Volkshochschule (VHS). Das teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit. Das Stadtarchiv hat, unterstützt von der früheren VHS-Leiterin Christel Ludwig, eine Zeitreise in Bildern und Dokumenten erarbeitet, die ab Freitag, 8. Oktober, im Internet zu sehen ist.

Gründung am 23. Oktober 1946 im Gasthof zum Hirsch

Im Oktober 1946 wurde mit Genehmigung der US-Militärregierung die Volkshochschule Winnenden gegründet. Genauer am 23., bei einer Versammlung im Gasthof zum Hirsch. Ziel der neuen Bildungseinrichtung war es, „auf breitester Grundlage allen Schichten der Bevölkerung theoretisches und praktisches Wissen“ zu „vermitteln“.

Die ersten Kurse fanden im Winter 1946/47 statt. Sie wurden gut angenommen: Bis zum 17. April 1947 registrierte Ulrich Schad, der erste VHS-Leiter, insgesamt 484 Hörerinnen und Hörer.

Besucher lernen Leitung, Mitarbeiter und Dozenten kennen

Die Ausstellung gliedert sich in sechs Teile. Unter anderem mit Arbeitsplänen, Plakaten und Veranstaltungsflyern haben die Organisatoren zunächst die Jahre 1946 bis 1950 anschaulich gemacht.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht der Trägerverein der Volkshochschule. Anschließend lernen die Besucher das Team der Volkshochschule im Wandel der Zeit kennen: Leitung, Mitarbeiter und verschiedene Dozenten. Zudem werde Interessierten ein Einblick in die Geschäftsstelle und die Unterrichtsräume gewährt. Immer wieder hatte die VHS mit Platzproblemen zu kämpfen.

Programmhefte seit 1946 fast lückenlos erhalten

Der Fokus der Ausstellung liegt auf dem Veranstaltungsprogramm. Da die Arbeitspläne und Programmhefte seit 1946 fast lückenlos erhalten geblieben sind, könne genau nachvollzogen werden, wie sich Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sowohl auf die Veranstaltungsformate als auch auf den Zuschnitt der einzelnen Fachbereiche ausgewirkt haben.

Wer erinnert sich noch an den Winnender Filmclub?

Das Publikum erhalte einen Eindruck von der äußeren Gestaltung der Hefte. Danach werden Einzelveranstaltungen, Seminare und Kurse vorgestellt, an denen sich Tendenzen der Zeit ablesen lassen. So zum Beispiel der Kurs „Vater lernt Mengenlehre“, mit dem Eltern im Herbst 1971 eine „Einführung in die moderne Schulmathematik“ bekamen, und ein Kochkurs für Männer, der im Frühjahr 1988 angeboten wurde.

Besonders eingegangen werde auf Exkursionen und Studienreisen sowie auf Arbeitskreise und Kooperationen mit externen Partnern. In Vergessenheit geraten dürfte inzwischen sein, dass es zwischen 1954 und 1964 in Winnenden einen Filmclub gab, der an die Volkshochschule angegliedert war. Mehr als 20 Jahre lang bestand die sogenannte Theatergemeinde der VHS: Die Württembergische Landesbühne Esslingen gastierte für mehrere Aufführungen pro Semester in der Stadthalle. In einem weiteren Teil der Ausstellung können Interessierte zurückschauen auf verschiedene Jubiläen und ein wenig in die Zukunft blicken.

Mit ihrem breitgefächerten Weiterbildungsangebot steht die Volkshochschule allen offen. Das sei auch die Aussage eines Fotos, das im Juni 2021, nach dem Ende des coronabedingten Lockdowns, vom Eingang der Geschäftsstelle in der Marktstraße 47 entstanden ist.

Weitere Informationen

Zugang über www.virtuelles-stadtmuseum-winnenden.de. Auf der Seite „Museum“ ist die Ausstellung im Themenraum „Bildung“ zu finden. Bei Fragen können sich Interessierte an das Stadtarchiv unter0 71 95/13-4 61 00 oder per E-Mail an stadtarchiv@winnenden.de.