Winnenden

Azubis bauen Wasserstrahl-Raketen

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Eine PET-Flasche, Wasser, Luft und Druck reichen aus für den Raketenstart, den Schüler und Ausbildungsleiter Rainer Hilt beobachten. © Dietrich Hub

Winnenden. Weit- und Zielschießen sind die Disziplinen beim Abschlusswettkampf des Projektes „Soziales Lernen“ der Paulinenpflege gewesen. Wobei die dabei verwendeten Raketen auf dem Gelände des Berufsbildungswerks nur mit Wasser und Luft angetrieben wurden, und sie auch keinen Feuer-, sondern einen Wasserstrahl hinter sich herzogen, wie Öffentlichkeitsreferent Dr. Dietrich Hub berichtet.

Video: Weitschießen und Zielschießen mit Raketen waren die Disziplinen beim Abschlusswettkampf des Projektes „Soziales Lernen“  auf dem Gelände des Berufsbildungswerkes.

Die Basis für sie war schlicht eine PET-Flasche, die allerdings besonders präpariert wurde. Sowohl die Raketen als auch die Abschussvorrichtungen und auch die Doppelhub-Luftpumpen wurden von Azubis aus verschiedenen Metallberufen selbst hergestellt. Beim Abschlusswettkampf traten vier Gruppen gegeneinander an. Die Gruppen setzten sich zusammen aus Azubis ohne Behinderungen aus normalen Firmen sowie aus hör- und sprachbehinderten Azubis der Paulinenpflege Winnenden.

Raketen flogen bis zu 100 Meter weit 

Die Raketen funktionierten so, dass sie etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt wurden. Das Loch im Boden der Flasche, dem Heck der Rakete, blieb in der Startvorrichtung noch geschlossen. Dann wurde in die Rakete Luft mit hohem Druck gepumpt. Nach der „Startfreigabe“ presste die Luft das Wasser aus dem Heck der Rakete und durch den Rückstoß flogen die Raketen teilweise bis zu 100 Meter weit.

Azubis aus mehreren Firmen haben zusammen gearbeitet

Mehrere Tage haben die Azubis aus den Firmen Bosch, Föhl, Hafner, IMI Norgren, ITT Cannon, Jud und Stihl und dem Berufsbildungswerk der Paulinenpflege zusammen gearbeitet. Teilweise stellten die Azubis die Teile für die Raketen und die Abschussvorrichtung in den Werkstätten dieser Firmen her, teilweise im Berufsbildungswerk.

Sägefahrräder, Kanuwagen, Tischkicker, Seifenkistenrenner

Das Projekt „Soziales Lernen“ gibt es seit 20 Jahren. Jedes Jahr stellen die jeweiligen Metall-Azubis der beteiligten Firmen ein anderes Produkt her. Im Lauf der Jahre entstanden unter anderem Sägefahrräder, Kanuwagen, Tischkicker, Grillbesteck und Obstpressen. Schon einmal konnte man am Abschluss einen Wettbewerb veranstalten, nämlich als die Azubis Seifenkisten-Fahrzeuge bauten, und am Ende ein Seifenkistenrennen durchgeführt wurde.

Lernen, miteinander umzugehen

Ziel des Projektes ist einerseits, dass die Azubis ihre Fähigkeiten spielerisch an einem ungewöhnlichen Objekt anwenden. Andererseits sollen Azubis mit und Azubis ohne Behinderung lernen, miteinander umzugehen. „Da hat sich schon mancher Azubi aus einem regulären Betrieb gewundert, dass bei uns in den Metall-Werkstätten genau dieselben Maschinen stehen wie in seinem Betrieb“, erklärt Ausbildungsleiter Rainer Hilt, „und die Interessen der hörenden und der hör- und sprachbehinderten Azubis sind oftmals auch dieselben, nämlich Sport und Mädchen.“

Berufsschulleiterin: fachliche Qualifikation alleine reicht nicht

Die Leiterin der Berufsschule Christiane Sättler-Adel erläutert: „Später im Berufsleben müssen die jetzigen Azubis auch mit sehr unterschiedlichen Kollegen zurechtkommen. Die fachliche Qualifikation allein reicht nicht aus, auch das Miteinander im Betrieb muss stimmen.“ Und die Azubis aus regulären Firmen und aus dem Berufsbildungswerk haben erlebt, dass miteinander Spaß zu haben ebenfalls wichtig ist.

Jahresfest

Die Werkstätten des Berufsbildungswerks können an diesem Sonntag beim Jahresfest der Paulinenpflege in der Zeit von 11 bis 16 Uhr besichtigt werden.