Winnenden

Azubis der Paulinenpflege Winnenden berichten: Ausbildung ohne Gehör, dafür mit Gebärden

BBW
Ausbildungsleiter Rainer Hilt (links) und Berufsschulleiterin Marion Kremer im Aufnahmestudio. Als Gebärdensprachdolmetscherin auf dem Bildschirm: Matty Waffenschmidt © Paulinenpflege

Der Martinssaal der Paulinenpflege hatte etwas von einem Fernsehstudio: Kameras, Mischpulte, Bildschirme und Mikros sorgten dafür, dass sich viele Schüler, Eltern und Lehrkräfte auch in Pandemiezeiten online über die Ausbildungs- und Schulmöglichkeiten im Berufsbildungswerk und in der Schule beim Jakobsweg informieren konnten. Das berichtet Matthias Knödler in einer Pressemitteilung. Über 100 Interessierte in ganz Baden-Württemberg haben bei der Auftaktveranstaltung zugeschaltet.

Elif Mendes ist gehörlos und im zweiten Ausbildungsjahr zur Schreinerin

Ganz praktisch und anschaulich sei es bei den Berichten von zwei Auszubildenden geworden, die aus ihrem BBW-Ausbildungsalltag erzählt haben. Die gehörlose Elif Mendes ist im zweiten Ausbildungsjahr als Schreinerin und berichtete begeistert: „Ich bin froh, dass ich eine Ausbildung gefunden habe, die zu mir passt und die mir Spaß macht. Das ist wichtig. Schreiner ist ein toller Beruf. Sehr kreativ. Auch als junge Frau kann man diesen Beruf gut machen. Wir arbeiten viel mit der Hand aber auch an großen modernen Maschinen. Wir arbeiten in der Werkstatt und gehen auch auf die Baustelle. Das gefällt mir. Die Meister sind sehr nett und unterstützen mich gut. Auch mit den Gebärden.“

Auch Frauen fühlen sich in der von Männer dominierten Schreinerwerkstatt wohl

Dem stellvertretenden Ausbildungsleiter Selmar Ehmann verriet sie im Interview, dass sie sich in der Schreinerwerkstatt sehr wohlfühlt, obwohl diese von Männern dominiert wird: „Wir sind dort gleichberechtigt. Nur wenn ich etwas sehr Schweres tragen muss, werde ich von meinen männlichen Kollegen unterstützt“, lachte sie.

Berufskolleg abgebrochen, im Berufsbildungswerk weitergemacht

Alaina Mujanic kommt aus einer „Metaller-Familie“. Beide Eltern haben Metallberufe und so wollte auch sie in diese Fußstapfen treten.

Ihren Berufsstart hatte die schwerhörige Jugendliche allerdings zunächst in der Schule beim Jakobsweg: „Dort habe ich das Berufskolleg für Technik angefangen. Aber nach einem Jahr habe ich abgebrochen. Es hat nicht zu mir gepasst. Ich wollte mehr praktisch arbeiten. Meine Eltern haben mir viel vom Beruf des Feinwerkmechanikers erzählt. Weil es mich interessiert hat, habe ich mich entschieden im benachbarten Berufsbildungswerk ein Praktikum zu machen. Das Praktikum hat mir gut gefallen und es hat auch gut geklappt.“

Eines der Hauptthemen ist momentan die Digitalisierung

Inzwischen ist Alaina Mujanic schon im dritten Lehrjahr als Feinwerkmechanikerin: „In diesem Beruf lernt man viel Metall und Mechanik. Es ist eine sehr spannende und interessante Ausbildung. Wir haben viele moderne Maschinen: Drehmaschinen, Fräsmaschinen, sogar große CNC-Maschinen haben wir. CNC ist eine Maschine mit einem Computer. Das ist sehr spannend. Klar, am Anfang muss man viel Feilen und von Hand arbeiten. Aber hier dürfen wir schnell an den Maschinen arbeiten. Momentan beschäftigen wir uns auch viel mit dem Thema Digitalisierung. In der Werkstatt hatten wir einen 3D-Drucker und haben verschieden Bauteile erstellt. Im BBW finde ich toll, dass man sehr viel Unterstützung von den Meistern und Lehrern bekommt. Sie haben viel Zeit für uns und zeigen uns geduldig, wie man eine gute Mechanikerin wird.“

Der Martinssaal der Paulinenpflege hatte etwas von einem Fernsehstudio: Kameras, Mischpulte, Bildschirme und Mikros sorgten dafür, dass sich viele Schüler, Eltern und Lehrkräfte auch in Pandemiezeiten online über die Ausbildungs- und Schulmöglichkeiten im Berufsbildungswerk und in der Schule beim Jakobsweg informieren konnten. Das berichtet Matthias Knödler in einer Pressemitteilung. Über 100 Interessierte in ganz Baden-Württemberg haben bei der Auftaktveranstaltung

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