Winnenden

B-14-Neubau: Erste Asphaltarbeiten

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Das Gewerbegebiet Waldrems kann künftig über die Illerstraße angefahren werden. Am Montag haben auch in diesem Bereich die Belagsarbeiten begonnen. © Alexander Becher

Backnang. Die ersten Asphaltarbeiten an der neuen B 14 zwischen Waldrems und Nellmersbach haben begonnen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Arbeiten weit hinter dem Zeitplan liegen. Die Verlegung des Verkehrs vom derzeitigen Provisorium auf die neue Fahrbahn erfolgt frühestens Anfang Januar. Und die Fertigstellung des gesamten ersten Abschnitts zieht sich voraussichtlich noch bis Juni 2018.

Der Zeitplan der Fertigstellung wurde bislang schon heftig durcheinandergeschüttelt. Die Schilder entlang der Bundesstraße künden von einer Fertigstellung bis Dezember 2017. Von diesem Versprechen sind die Verantwortlichen schon lange abgerückt.

Dann hieß es Fertigstellung Februar. Aber auch davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Björn Stähle, Projektleiter des Regierungspräsidiums, nennt jetzt das Frühjahr als Fertigstellungsziel, wobei er betont, dass das Frühjahr bis Juni dauert.

Im Moment hakt's wegen der Witterung

Woran hakt’s derzeit? Es ist die Witterung. Das Erdreich vor der fast fertiggestellten Feldwegebrücke könnte zwar auch bei Regen sehr wohl abgegraben werden, aber an anderer Stelle – etwa bei den Hochwasserschutzmaßnahmen zwischen Urbach und Plüderhausen – nicht eingebaut werden.

Immerhin konnte jetzt der Feldweg, der westlich der künftigen B 14 verläuft, asphaltiert werden. Und am Mittwoch erhielten die ersten Abschnitte der 120 Meter langen und 20 Meter breiten Illerstraße eine erste Asphalttragschicht.

Von Januar an geht's flotter voran

Wenn der Verkehr Anfang Januar von der derzeitigen Fahrbahn auf die zweispurige Fahrbahn, die künftig in Richtung Süden führt, verlegt wird, dann wird die Baustelle nach Stähles Wortensehr schnell große Fortschritte machen. Grund hierfür ist die Tatsache, dass viele Arbeiten, die beide Fahrstreifen betreffen, bereits erledigt sind.

So ist etwa die Feldwegebrücke bereits über die gesamte Breite erbaut. Und auch die Bach- und Amphibiendurchlässe sind schon komplett fertig. Ebenso die Straßenentwässerung, die künftig im Mittelstreifen verläuft. Und auch die verschiedensten Leitungen haben das neue Bauwerk bereits gequert, Leitungen etwa für Öl, Gas, Strom oder Kommunikation.

Zieht sich’s bis in den Sommer hin?

Das Einzige, was später noch fehlt, sind die Einlaufschächte samt der Zuläufe in Fahrtrichtung Norden. Nach der Verlegung der derzeitigen Fahrbahn wird die Erde weggebaggert und der Boden mittels Kalk verbessert, damit er den künftigen Druck der Straße aufnehmen kann. Aber auch wenn sich das Projekt bis in den Sommer hinzieht, wird es mit dem B-14-Weiterbau nicht nahtlos weitergehen.

Denn beim zweiten Bauabschnitt mit dem zentralen Bauwerk Knoten Waldrems hapert es immer noch am Grunderwerb. Zwar gibt es eine mündliche Vereinbarung mit Opti-Chef Michael Föst, doch der beharrt auf einer Lösung, wonach die Verkehrsteilnehmer schon auf Höhe Backnang-Süd auf Schildern erkennen können, dass sie die Bundesstraße hier verlassen müssen, um nach Waldrems kommen zu können.

Opti-Chef Föst will ein Hinweisschild auf seine Firma 

Geschäftsmann Michael Föst möchte, dass dieser Hinweis auf den gelben Bundesstraßenschildern prangt. Ein Wunsch, den ihm das Regierungspräsidium nicht erfüllen möchte. Die Behörde bietet den Gewerbetreibenden generell ein Schild neben der Straße an. Und das sogar innerhalb der 40-Meter-Sperrzone, die üblicherweise für Bundesstraßen gilt und in der nur in Ausnahmefällen geworben werden darf.

Der erste Standort, der von Föst vorgeschlagen wurde, fiel jedoch aus statischen Gründen durch, er lag zu nah an einer Böschung. Opti-Chef Föst ist nicht zufrieden: „Es geht nicht richtig vorwärts. Wir brauchen wohl erst noch einmal einen Vor-Ort-Termin, so kommen wir nicht weiter.“


Variable Reihenfolge

Die Reihenfolge des Weiterbaus der B 14 ist nicht von vornherein festgelegt. Schon mehrfach haben die Experten angedeutet, dass es nicht zwangsläufig nach dem Abschnitt Nellmersbach–Waldrems mit dem Knoten Waldrems und der Umfahrung Maubach weitergehen muss. Sollte es mit einem der zahlreichen Einzelabschnitte Probleme geben – etwa mit dem Grunderwerb oder der Planung –, so können andere Abschnitte vorgezogen werden. 

Sicher ist, dass der Neubau des zweiten Viadukts im Jahr 2019 beginnen wird. Das Brückenbauwerk liegt etwas näher zur Stadt hin als das bereits existierende. Das Straßenstück zwischen Viadukt, Backnang-West (Krähenbachkreuzung) und Industrie- und Gewerbegebiet Lerchenäcker könnte ebenfalls recht schnell realisiert werden, hier machen weder Planung noch Grunderwerb größere Probleme.

Um die Anschlüsse leistungsstark bauen zu können, muss zuerst die Verkehrsdichte ermittelt werden. Die dafür nötige Verkehrserhebung hat am Donnerstag, 12. Oktober, stattgefunden. Da es an diesem Tag in Waldrems einen Unfall mit Verkehrsbehinderungen gegeben hat, wurde für diesen Bereich eine Nacherhebung notwendig. Diese fand am 26. Oktober statt. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet.