Winnenden

Babykonzert bei den Winnender Konzerttagen

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Kinderkonzert Winnenden Kreisklinikum Workshop mit Musik und Geschichten für ganz kleine Kinder und deren Eltern. © Laura Edenberger

Winnenden. Die Fans von La Luna, der Familienband, stehen noch etwas wackelig auf den Beinen, aber sie juchzen und lachen, tanzen und hüpfen beim Familienworkshop der Konzerttage am Donnerstag- und Freitagnachmittag im Gymnastikraum des Rems-Murr-Klinikums.

Video: Anette Zanker-Belz und Isabell Gößwein gestalten den musikalischen Workshop für Familien mit Kleinkindern im Rahmen der Winnender Konzerttage.

Marie ist 16 Monate alt. Wie alle 30 Kleinkinder bleibt sie am Anfang bei Mama, setzt sich zu ihr auf den Teppich im Saal und guckt, wie die Familienband da vorne zwischen Tüchern liegt, döst und langsam sich streckend aufsteht und singt: „Der Morgen ist da.“ Zwei Kinder, zwei Jugendliche und zwei erwachsene Musikerinnen sind die Band und spielen an diesem Tag einen Tagesablauf vom Aufstehen bis zum Ins-Bett-Gehen. Musik passt überall dazu, und Rhythmus auch, und Tanz, Hände halten, hüpfen. Kinder mögen das.

„Jetzt steigt Hampelmann ...“

Der Morgen im Musikworkshop beginnt wie alle Morgen: sich recken. Das jüngste Band-Mitglied, Emma-Anais, strahlt, streckt ihre Arme rhythmisch ins Publikum. Die Musiker singen, und die Kleinkinder im Publikum werden agil. Ein ganz Kleines stößt laute, helle Juchzer aus. Marie, die eben mit Mama noch hinten im Raum saß, steht jetzt und hüpft mit. Sie kennt die Lieder schon, hat eine CD zu Hause. „Jetzt steigt Hampelmann ...“ Das Anziehlied spielerisch, kindgerecht, frisch und tonrein. Anette Zanker-Belz spielt den Flügel. Isabel Gößwein singt mit ihren Kindern das Lied vom Socken-Anziehen, und Emma-Anais macht die Gesten vor.

Ein Kind möchte auf die Arme der Sängerin Isabel

Marie, das muss man verstehen, kann jetzt nicht bei der Mama bleiben. Sie möchte zur Band, dorthin, wo die Musik spielt. Ein paar Meter ist sie schon nach vorne gegangen, steht dort, wiegt sich im Rhythmus und guckt mit großen, dunklen Augen zu Sängerin Isabel Gößwein, die mit ihrem gewinnenden Erzieherinnenlächeln die Kinder anzieht. Marie mit ihren schwarzen Löckchen steht noch nicht ganz sicher, lässt sich von Mama schnappen und wieder zurückziehen. Aber nur kurz.

Der Tagesablauf beim La-Luna-Workshop

Denn jetzt kommt eine Frage, die selbst kleine Kinder verstehen: „Mögt ihr Nuuuuuudeeeeelllln?“ Jaahh. „Kartoffelsalat?“ Ja. „Spiegelei?“ Ja, sicher. Das wird ein Lied: Spiegelei! Spiegelei! Nuuuudeeeelln.“ So läuft es beim La-Luna-Workshop: Der ganze Tagesablauf ist Musik, Rhythmus, Ritual. Marie steht schon wieder mittendrin im Geschehen. Sie kann da nicht hinten bleiben. Jetzt kommt auch noch das Guten-Appetit-Ritual, das Händehalten und rhythmische Aufsagen, Schnipsen und Klopfen dazu, das Klavier, dann Gesang. Marie ist mit den Augen immer vorne bei der Musik. Und mit den Füßen auch. Kurz vor dem Projektor und seinen Kabeln wird sie von Mama noch mal aufgegriffen. Denn jetzt singt die Band ein Kuschel- und Schunkellied, „Holladihia, Holladiho ...“ Marie schaukelt kurz mit Mama und ist dann wieder auf eigenen Beinen, will dahin, wo die Musik spielt, und schafft es tatsächlich, absturzfrei über ein Stromkabel zu steigen und bei Isabel Gößwein in den Armen zu landen. Der Tagesablauf, der in einer Stunde durchgespielt wird, neigt sich dem Abend zu. Gutenachtlied. Die Band legt sich auf die Matratzen. Eltern kuscheln mit ihren Kindern. Der Raum wird zum Schlafsaal. Marie ist zurück und schlüpft an Mama. Sie war ganz nah an der Musik.

Die Familienband La Luna

Über Anette Zanker-Belz ist Konzerttagemanager Hansjörg Neumann an die Familienband La Luna gelangt. Zanker-Belz ist in Nellmersbach und Winnenden aufgewachsen, ging in Winnenden zur Schule und vor allem zur Musikschule, wo sie erst Flöte und später bei Annedore Leonhard Geige lernte und mit ihr und Rainer Horcher zusammen einige Projekte mitgestalten durfte.

Anette Zanker-Belz studierte dann Schulmusik, Deutsch und Geschichte fürs Lehramt und studierte weiter in Zürich Musikvermittlung.

Jetzt lebt die 37-Jährige in Stuttgart und betreibt zusammen mit Isabel Gößwein das Familienmusikprojekt La Luna. Lebendige Familienzeit ist ihr Motto. „Wir wollen die Familien mehr in den Mittelpunkt rücken“, sagt Anette Zanker-Belz. Sie selbst hat ein Kind, das drei Monate alt ist.

Isabel Gößwein hat fünf Kinder, von denen die Älteste gerade in Norwegen studiert, während vier ihrer Kinder in der La-Luna-Band mitspielen. Alle vier singen, oft auch mehrstimmig. Leopold trommelt das Cajon. Clara-Elise tanzt viel vor. Maya-Elodie und Emma-Anais tanzen mit und feuern die Kinder im Saal an.

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