Winnenden

Bagger bereit: Wann geht es los mit dem großen Wohngebiet in Birkmannsweiler?

Bagger Birkmannsweiler
Bagger auf der Fläche des künftigen großen Baugebiets Bildstraße II in Birkmannsweiler. © Privat

Kann es sein, dass die Stadt jetzt schon anfängt mit der Erschließung des künftigen großen Baugebiets Bildstraße II? Der bereitstehende Bagger der Baufirma Klöpfer deutet darauf hin – aber es ist nicht so. Eine Stellungnahme von Stadtentwickler Markus Schlecht ist uns am Wochenende zugegangen. Was hier vorbereitet ist, das sind archäologische Arbeiten, die am Montag begonnen werden.

„Im Vorfeld der Erschließungsarbeiten werden in den nächsten Tagen im Stadtteil Birkmannsweiler vier Baggerschnitte für das am nordwestlichen Ortseingang geplante Wohngebiet „Bildstraße II“ gemacht“, schreibt Schlecht. Von ehrenamtlich tätigen Beauftragten der archäologischen Denkmalpflege wurden auf den freien Ackerflächen, bei Feldbegehungen in der Vergangenheit, einzelne Keramikscherben gefunden. Diese Funde werden von den Archäologen als Siedlungsreste gedeutet. Das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg hat die freien Ackerflächen, zwischen den letzten Gebäuden am Siedlungsrand und dem im Bau befindlichen Wasserwerk Birkmannsweiler, als Prüffall der Archäologischen Denkmalpflege festgelegt.

Denkmalschutzbehörde war frühzeitig eingeschaltet

Das Stadtentwicklungsamt hatte bei der fachtechnischen Bearbeitung der Planungen für das geplante Wohngebiet frühzeitig Kontakt mit der Höheren Denkmalschutzbehörde im Regierungspräsidium Stuttgart aufgenommen. Zusammen mit Dr. Andreas Thiel, Oberkonservator beim Landesamt für Denkmalpflege, wurden die vorgezogenen Maßnahmen für eine Erkundung möglicher archäologischer Befunde besprochen. Thiel betreut im Regierungsbezirk Stuttgart Projekte der vor- und frühgeschichtlichen Kulturdenkmalpflege der Archäologie und leitet bedeutende denkmalpflegerische Ausgrabungen.

Archäologische Funde sind derzeit nicht auszuschließen

„Wir planen auf der Grundlage des Denkmalschutzgesetzes notwendige archäologische Sondagen immer frühzeitig im Vorfeld von Erschließungsarbeiten ein“, berichtet Markus Schlecht, Leiter des Stadtentwicklungsamts. Durch frühzeitige Voruntersuchungen können Verzögerungen während der eigentlichen Erschließungsarbeiten vermieden werden. „Nach aktueller Lage der Dinge können wir archäologische Funde in Birkmannsweiler nicht ausschließen“, berichtet Lena Müller, die als Stadtplanerin im Sachgebiet Stadtplanung den Bebauungsplan erstellt. Damit die Erschließungsarbeiten für das Wohngebiet und der Bau von Gebäuden zu keiner unwiederbringlichen Zerstörung von geschützter Denkmalsubstanz führen, werden vier Baggerschnitte mit einer Breite von rund drei Metern angelegt.

Für die archäologischen Sondagen konnte die Stadtverwaltung zwei ehrenamtliche Beauftragte der Archäologischen Denkmalpflege gewinnen. Schumacher und Feigel leiten im Auftrag des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg die archäologische Grabung in Birkmannsweiler.

Der Bagger wird vier Streifen des Oberbodens abtragen

Senkrecht zur Birkmannsweiler Straße werden in gleichmäßigen Abstand zueinander vier Baggerschnitte angelegt. Diese reichen auf einer Länge von rund 180 Metern von der Birkmannsweiler Straße bis zum südwestlichen Rand des geplanten Wohngebiets. In den vorgegebenen Bereichen werden mit dem Bagger schmale Streifen des Oberbodens abgetragen. Sofern vorhanden, werden archäologische Spuren im anstehenden Boden erkennbar.

Im Rahmen dieser archäologischen Sondagen werden mögliche zum Vorschein kommende Funde und Befunde dokumentiert. Die geöffneten Baggerschnitte werden abschnittsweise wieder mit dem auf die Seite geschobene Oberboden verfüllt, teilt der Winnender Stadtentwickler Markus Schlecht mit.