Winnenden

Bahnhof Winnenden: Aufzugstörungen werden oft herbeigehüpft

Bahnhofsaufzug
Die Aufzuganlage am Bahnhof. Archivfoto © ALEXANDRA PALMIZI

Immer wieder bekommt unsere Zeitung, aber auch Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth Beschwerden über den Bahnhofsaufzug – weil er still steht, weil er kaputt ist. Unsere Zeitung erhält zeitnah von der Pressestelle Auskunft über die Gründe, Holzwarth hat den direkten Draht zum Leiter des Bahnhofsmanagements. Am Austausch mit Nikolaus Hebding Anfang Mai ließ uns der OB nun teilhaben, und schließlich meldete sich Hebding am Mittwoch auch noch persönlich in der Redaktion auf die Frage hin, wie man denn diesen lästigen Störungen beikommen, sie verhindern könne. Denn die Leidtragenden sind eben nicht nur Eltern mit Kinderwagen und Reisende mit schweren Koffern, sondern vor allem diejenigen, die sich mit dem Treppensteigen ganz schwer tun oder es überhaupt nicht können und die auch nicht getragen werden können. Es ist nicht verwunderlich, dass vor allem Körperbehinderte und deren Angehörige sich in großer Zahl beim Stadtoberhaupt beschweren.

Nikolaus Hebding kann die Daten der Aufzuganlagen auf die Minute genau auslesen und sieht daher bei den Störungen in jüngster Zeit ein bestimmtes Muster: „Es ist immer der gleiche Aufzug, an Gleis 1, und immer zu bestimmten Zeiten, dass die Störung auftritt.“ Er möchte nicht mit dem Finger auf bestimmte Personengruppen zeigen, aber Beobachtungen legten eben doch einen bestimmten Verdacht nahe, dass junge Leute im Aufzug hüpfen und dadurch die Störung verursachen. „Ich möchte da eigentlich nicht von Vandalismus reden, sondern eher von unsachgemäßem Gebrauch.“

Seine Maßnahmen sind nun: „Die DB Sicherheit schaut dort künftig genauer hin.“ Eine Kameraüberwachung auf den Bahnsteigen und somit vor den Aufzügen müsste die Bundespolizei genehmigen. „Sachbeschädigung gilt bisher aber nicht als Grund für Videoaufzeichnungen“, beruft sich Hebding auf geltende Gesetze und Vereinbarungen.

Weiter kann die Bahn die Aufzüge so einstellen, dass Türen und Mechanik auf die mutwillig herbeigehüpften Störungen nicht so sensibel reagieren. „Das bedeutet dann oft aber auch einen höheren Verschleiß der beweglichen Teile.“

OB Hartmut Holzwarth kann von Seiten der Stadt, die auf dem Bahnhofsgelände nicht zuständig ist, nur sagen: „Als Verwaltung werden wir Anzeigen auf Sachbeschädigung oder Vandalismus nachgehen, sofern sie uns erreichen.“

Viermal waren Personen eingesperrt

Die neuen Aufzüge sind im April 2020 in Betrieb genommen worden. Seitdem sei die Anlage zu über 97 Prozent der Zeit verfügbar gewesen, so Hebding, das kann er belegen, das wird elektronisch erfasst.

Siebenmal blieb der Lift an Gleis 2 hängen, letztmals am 22. März. Doch 13-mal ging zwischen 16. Oktober und 1. Mai nichts mehr an Gleis 1 rauf und runter. Diese letzte Störung wurde dann am 6. Mai behoben.

Im Herbst war (ausnahmsweise) eine Mäusefamilie schuld, sie hatte, wie berichtet, an ungewöhnlichem Ort ihr Nest gebaut und für zahlreiche Wackelkontakte gesorgt. „Das Problem wurde nachhaltig behoben und einige Komponenten wurden erneuert“, versichert Hebding.

Dann gibt es immer wieder Ausfälle, weil die Türen nicht aufgehen und dadurch Personen im Aufzug eingeschlossen sind. „Da leidet die Verfügbarkeit natürlich auch etwas, da der Aufzug außerplanmäßig steht. Längere Stillstandszeiten sind mir dadurch allerdings nicht bekannt“, schreibt Hebding an Holzwarth. Seit April 2020 waren viermal Personen im Aufzug zum Bahnsteig 1 eingeschlossen, im Aufzug zu Bahnsteig 2 einmal. Auch hier hat die Aufzugfirma inzwischen nachgearbeitet, hat die Störungsursache, zwei schwergängige Not-Entriegelungen an der Schachttür unten sowie an der Kabinentür, identifiziert, gerichtet und nachjustiert. Darüber hinaus gab die Lichtschranke das Signal, dass diese unterbrochen sei, obwohl dies nicht der Fall war. „Um diesbezüglich eine Lösung zu finden, ist die Firma Schindler zurzeit im Gespräch mit deren Abteilung für Qualität und Produktsicherheit.“ Bis es so weit ist, könnte es also zu weiteren Ausfällen kommen.

Der letzte Stillstand im Mai aber ist wie gesagt auf menschliche Mutwilligkeit zurückzuführen, dafür hat die Bahn Beweise: „Die Führungen der oberen Schachttüre waren verbogen, wir gehen von einem Vandalismusschaden aus“, Hebding nennt dies auch als Grund für den Stillstand Mitte Februar. „Hier musste eine der Schachttüren erneuert werden, die Glasscheibe war beschädigt.“

Immer wieder bekommt unsere Zeitung, aber auch Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth Beschwerden über den Bahnhofsaufzug – weil er still steht, weil er kaputt ist. Unsere Zeitung erhält zeitnah von der Pressestelle Auskunft über die Gründe, Holzwarth hat den direkten Draht zum Leiter des Bahnhofsmanagements. Am Austausch mit Nikolaus Hebding Anfang Mai ließ uns der OB nun teilhaben, und schließlich meldete sich Hebding am Mittwoch auch noch persönlich in der Redaktion auf die Frage hin, wie

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