Winnenden

Bau von 22 Reihenhäusern in Winnenden abgelehnt

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Bauarbeiter pflastern Wege im künftigen Wohngebiet Adelsbach. Im Dezember können erste Häuser gebaut werden. © ZVW/Alexandra Palmizi

Winnenden. Der Trend geht zum ausgemosteten Grundstück, weil Baulandpreise so hoch sind und weil so viele Leute Wohnungen suchen. Gemeinderäte haben im Technischen Ausschuss diesen Trend gebremst: 22 Reihenhäusern und sechs Doppelhäusern versagten sie die Zustimmung.

Bauherr wäre die in Winnenden schon aus der Toskana, dem Roggenweg und aus Birkmannsweiler bekannte Firma Baustolz. Sie wollte im Neubaugebiet Adelsbach mehrere benachbarte Grundstücke zusammen sehr dicht und an manchen Stellen drei Stockwerke hoch bebauen. Weil der Zeitdruck groß war, hatten sich Gemeinderäte in einer Sitzung außerhalb der Reihe mit dem Bauvorhaben befasst und ihm letztlich die Zustimmung verweigert, weil manche Häuser ein Stockwerk mehr hatten, als der Bebauungsplan erlaubt, und weil andere eine viel zu große Grundfläche hatten, wo laut Bebauungsplan nur 30 Prozent des Grundstücks überbaut werden dürften.

Große Mehrheit der Räte gegen Überschreitungen

Der Leiter des Stadtentwicklungsamts wollte beide Augen zudrücken und den Antrag trotz der Überschreitungen passieren lassen, weil er gute Gründe für die dichtere Bebauung sieht und weil er sicher ist, dass künftige Nachbarn nicht beeinträchtigt würden, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete. Aber eine große Mehrheit der Stadträte im Technischen Ausschuss trägt die Überschreitungen nicht mit. Sie befürchtet Präzedenzfälle, fürchtet, dass andere Bauherren sich auf erlaubte Überschreitungen berufen und Ähnliches durchsetzen wollen.

In den nächsten Wochen liegt der Bauantrag in veränderter Fassung vor

Stadtentwickler Markus Schlecht hat nun den Auftrag, mit der Firma Baustolz zu reden und zu erreichen, dass die Pläne zum Teil zurückgefahren werden. „Wir suchen nach einem Kompromiss“, sagte Schlecht gegenüber unserer Zeitung. Das Baugesuch komme in den nächsten Wochen erneut in den Bauausschuss. Klar ist: Eine weniger dichte Bebauung bedeutet auch weniger Wohnraum und höhere Immobilienpreise.


Winnendens größtes Neubaugebiet

Das künftige Wohngebiet Adelsbach I ist ein regionaler Wohnungsbauschwerpunkt, weil es nahe an der S-Bahn (1,5 Kilometer) und am Stadtzentrum von Winnenden (1,1 Kilometer) liegt. Deshalb sollte es nach dem Willen der Region dicht bebaut werden. 90 Einwohner pro Hektar sind das Ziel, das aber nach heutigem Planungsstand nicht ganz erreicht wird.

650 Einwohner sind für 8,8 Hektar Gesamtfläche vorgesehen, Grüngürtel entlang des Rotbachs und entlang von Gräben sind in Winnendens größtem Neubaugebiet eingeplant.

Im Augenblick arbeitet die Firma Klöpfer an Rohren, Leitungen, Straßen und Wegen. Erst wenn sie ganz fertig ist, dürfen die Bauherren anfangen, Häuser zu bauen. Das wird etwa im Dezember oder Januar erwartet.

Wenige Bauanträge sind bis jetzt von Stadträten behandelt worden. Der Winnender Bauträger Class hatte einen Antrag für acht Reihenhäuser eingereicht, der so weitgehend dem Bebauungsplan entspricht, dass er im Gemeinderat keinerlei Probleme hatte.

Direkt neben den 22 Reihenhäusern hat ein Bauträger Mehrfamilienhäuser beantragt, die alle akzeptiert wurden.