Winnenden

Baubeginn am Holzmarkt im Frühjahr

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Die beiden Häuser links im Bild werden abgerissen, die Platanen werden gefällt, und im Frühjahr beginnt der Bau des Wohn- und Geschäftshauses am Holzmarkt. Aber die „Traube“ rechts im Bild bleibt in alter Pracht bestehen. © Palmizi/ZVW
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So soll die Bebauung aussehen.

Winnenden. Am Holzmarkt geht es vorwärts. Bauträger Rainer Class ist zuversichtlich, dass er im Frühjahr der Bebauungsplan ist festgestellt. Das gibt uns die Sicherheit, in welchem Rahmen wir bauen können.“

Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan einstimmig beschlossen. Class und seine Architekten können jetzt ein Baugesuch erarbeiten und es einreichen bei der Stadt. Parallel dazu ist die Firma Class Conceptbau im Gespräch mit Miet- und Kaufinteressenten, wobei die interessantesten immer die möglichen künftigen Nutzer der Büro- und Geschäftsräume sind, und am allerinteressantesten die Frage ist: Wird’s was mit dem lange ersehnten Sportgeschäft?

Sporthändler können sich schwer zwei Jahre im Voraus festlegen

Rainer Class ist selbst mit großer Leidenschaft am Sportgeschäft dran, und er ist weiter optimistisch. „Wir sind in gutem Kontakt mit verschiedenen Sportketten“, sagt er. Aber festlegen kann er sich noch nicht, weil auch die angefragten Sporthändler sich zurzeit noch nicht zu einer Investition und einer Zusage für in zwei Jahren verpflichten möchten. Der Einzelhandel ist schwierig geworden durch die Konkurrenz des Internetversandhandels. Da kann die Lage des Projekts noch so einmalig und gut sein: Wer wagt schon eine Umsatzprognose für ein neu aufgestelltes Sportgeschäft auf die nächsten zwei bis fünf Jahre? Class übt sich in Geduld und bleibt dran an dem Thema, das ihm als engagiertem Vorstandsmitglied der Sportvereinigung sehr am Herzen liegt. Unterstützt wird er dabei vom städtischen Wirtschaftsförderer Timm Hettich, wie der Bauträger berichtet.

Interessant findet Class, dass er guten Zuspruch von Winnendern bekommt für das Projekt, die den Standort Holzmarkt für sehr geeignet halten – sowohl für Handels- und Büroflächen als auch für Wohnungen. „Es wird eine schöne Umgebung“, freut sich Class über die Pläne der Stadt für die öffentliche Fläche vor dem geplanten Wohn- und Geschäftshaus und über die künftige kleine Fußgängerfläche vor der Traube, die bewirtet werden darf.

Der Gemeinderat steht geschlossen hinter dem Projekt. Dem Verkauf der städtischen Flächen an Class Conceptbau hat er zugestimmt. Der bringt gut eine Million Euro in die Stadtkasse, die aus Quadratmeterpreisen von größtenteils 600 Euro resultiert. Nur kleinere, weniger wertvolle Flächen wurden für 200 Euro pro Quadratmeter verkauft.

Der Wert der Bausubstanz der alten Häuser liegt bei null

Class Conceptbau hat mit den Grundstücken auch die beiden alten Häuser am Rande des Holzmarkts miterworben, die zum Abbruch vorgesehen sind. Den Wert der Häuser haben die städtischen Immobilienverwalter auf 0 Euro taxiert. Für sie zahlt Class nur den Grundstückspreis. Die Kosten für den Abriss der beiden Häuser sind zuschussfähig, weil die Häuser im Sanierungsgebiet der alten B 14 liegen.

Nachbarbeschwerden zum Bebauungsplan lagen vor, wurden aber von der Baubehörde bei der Aufstellung des Bebauungsplans nicht berücksichtigt, sind also zurzeit wirkungslos.

Mittelalterlicher Siedlungsbereich

Das Landesdenkmalamt ist mit dem neuen Bebauungsplan für den Holzmarktplatz einverstanden. Aber nur, weil im Plan steht, dass am Holzmarkt Bodenfunde zu erwarten sind.

Der Holzmarkt sei eine Verdachtsfläche. Historiker wissen, dass an dieser Stelle im Mittelalter und in der Frühneuzeit eine Siedlung gestanden haben muss.

Winnenden ist ja über 800 Jahre alt. Irgendwann nach der Stadtgründung, die Denkmalpfleger vermuten „spätestens in spätmittelalterlicher Zeit“, sei in Winnenden die sogenannte „Schwaikheimer Vorstadt“ entstanden, eine Siedlung, die vor dem Schwaikheimer Tor lag.

Die Denkmalpfleger sagen, es könnten vor Baubeginn Sondagen notwendig werden, und es müssten eventuell alte Keller in der Baufläche dokumentiert werden.

Sollte etwas Spannendes gefunden werden im Baufeld, könnten Rettungsgrabungen nötig werden, die einige Monate in Anspruch nehmen könnten, schreiben die Denkmalpfleger vom Landesamt.