Winnenden

Baustelle im Stöckenhof: Die besten Alternativ-Routen

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Hier geht’s nicht weiter. Auf der Landesstraße wird die Fahrbahn verschwenkt, um Autofahrer an der Ortseinfahrt abzubremsen. © Schneider/ZVW

Berglen. „Ach du lieber Gott!“, meint die Fahrerin, schmunzelt und lacht aber dabei. Sie und ihre Beifahrerin haben sich verquasselt, das Umleitungsschild am Abzweig an der alten B 14 in Hertmannsweiler nicht mitbekommen und stehen nun vor der Baustelle im Stöckenhof. Sie nehmen die Sackgasse auf dem Weg nach Rudersberg mit Humor. Die gute Laune vergeht ihnen auch nicht, als sie erfahren, welchen Umweg sie nehmen müssen.

Die Baustelle im Stöckenhof und damit auch die Sperrung der Landesstraße zum Rettichkreisel hat begonnen. Wer aus dem Raum Winnenden in den nächsten Wochen und Monaten zum Ebnisee oder in den Schwabenpark will, muss über Backnang und Allmersbach im Tal fahren. Zumindest ist das die offizielle Umleitungsstrecke, das gilt auch für die Berufspendler, die aus dem Welzheimer Raum zur B 14 bei Nellmersbach wollen.

Strecke über Waldrems und Heiningen ist kürzer, aber schneller?

Es ist kein Geheimnis, erst recht nicht für Ortskundige, dass es über Waldrems und Heiningen etwas kürzer ist, ob auch viel schneller, erscheint allerdings fraglich. Denn diese beiden Ortsdurchfahrten sind kurvig, mehrere Kreisverkehre sind zu passieren, es gibt jeweils mehrere Fußgängerampeln an ihnen und es gilt zudem Tempo 30. Zudem ist sogar mittags, also außerhalb der Hauptverkehrszeit, der Rückstau an der Linksabbiegespur in Waldrems auf die B 14 lang, und die Grünphasen an der dortigen Ampel sind sehr kurz, reichen gerade mal für drei, vier Autos, selbst wenn keiner pennt. Dagegen führt die Umleitung über Backnang ziemlich tempolimit- und ampelfrei über die Erschließungsstraße fürs Gewerbegebiet Wanne. Allerdings gilt auch in der Allmersbacher OD Tempo 30, und auch dort gibt es Fußgängerampeln. Für die zwölf Kilometer von Hertmannsweiler bis zum Rettichkreisel braucht man mittags knapp 20 Minuten.

Die beiden Damen sind nicht die Einzigen, die sich am ersten Tag der Sperrung hoch zum Stöckenhof verirren. Dabei ist die Umleitungsstrecke rundherum durchgehend ausgeschildert. In Höfen wird nach Hertmannsweiler weiterverwiesen, so dass keiner, der weiter will, überhaupt erst nach Bürg hochfährt. Doch hier gilt eben, wie auch sonst im Leben: Augen auf.

Immerhin ist im Stöckenhof erst nach dem Kreisverkehr gesperrt, wer erst dort vor den Absperrbaken mitbekommt, dass es nicht weitergeht, muss also, je nachdem, wo er hinwill, nicht unbedingt kehrtmachen. Die „Äste“ nach Öschelbronn (und damit Rettersburg und Oppelsbohm), Bürg (und damit Höfen, Baach, Birkmannsweiler und Winnenden) sowie nach Hertmannsweiler sind offen. Letzterer allerdings vorläufig, bis die Arbeiten an und in der eigentlichen Ortsdurchfahrt beginnen. Die Arbeiten, zu denen noch die Sanierung an der Landesstraße im Waldbereich vor dem Rettichkreisel kommt, werden bis ins Frühjahr dauern. Es werden drei Bauabschnitte gebildet mit jeweils separater Verkehrsführung.

Der Sattelschlepper muss Gott sei Dank nicht umdrehen

Kurz nach dem Damenduo fährt ein Sattelschlepper mit Kennzeichen „MYK“ ( Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz) vor, der sich die Steigung von Hertmannsweiler hochgequält hat. Wenn der sich auch verfahren hat, also umdrehen muss, wird’s eng, ob da der Kreiseldurchmesser ausreicht? Aber nein, der Fahrer weiß nur nicht, wie’s weitergeht, er muss zum Zwölfbeetweg in Rettersburg. Er liefert also Material an für die Erschließung des Baugebiets Hanfäcker. Dem Manne, der gebrochen deutsch spricht, kann geholfen werden. Hoffentlich hat er auch verstanden und erinnert sich rechtzeitig daran, dass er vor dem Teilort links abbiegen muss, denn wenn er den Abzweig verpasst, muss er doch noch mit seinem Riesengefährt umkehren.

Rückstaus werden sicher nicht kürzer

Die B 14 ist ein Teil der Umleitung und ausgerechnet das betreffende Stück ist derzeit selbst Baustelle oder noch nicht vierspurig ausgebaut. Die Rückstaus vor der Engstelle Nellmersbacher Abfahrt, wo es in Richtung Backnang einspurig wird, und ein paar 100 Meter weiter an der „Wohnland“-Kreuzung in Waldrems werden mit dem zusätzlichen Verkehr gewiss auch nicht kürzer.