Winnenden

Bauwagen auf Holzmarktplatz in Winnenden: Hier kann man malen, spielen, reden

Projekt "Spielraum"
Kinder der Kastenschule beim Bildermalen auf dem Holzmarktplatz, auf dem der gelbe Bauwagen Station macht. © Spiel:Raum

Mit bunten Wimpeln und einer Staffelei auf der Marktstraße lockt das Projekt „Spielraum“ Passanten auf den neu gestalteten Holzmarktplatz. „Was ist das für ein Fest?“, fragen die Leute, die große Seifenblasen umherschweben sehen, andere vermuten angesichts des quietschgelben Bauwagens mit blauen Fensterläden einen Blumenmarkt.

Blümchen gibt es tatsächlich, aber nur in Form von Kinderbildern auf Pappe und auf Stoff. Am zweiten Tag der Kunstschulaktion mit der Kastenschule hängen bereits viele farbenfrohe Motive an einem Stück Bauzaun und als Mobile an einem Drahtseil, und sie sollen dort bis Sonntag auch weiter ausgestellt werden, bis der Bauwagen der Kulturregion Stuttgart zur nächsten Station gefahren wird.

Freitag: Kinder, Jugendliche, Erwachsene sind willkommen

Bisher haben Gastwirt Jürgen Knödler (Weinstube Traube), Passanten und die Kunden des neuen Wohn- und Geschäftshauses Holzmarktcarré mit ihren Autos und Fahrrädern den Platz belebt. Der Bauwagen bringt nun erstmals kreative Aktionen mit, davon, seit Mittwoch und noch bis Sonntag, eigentlich gleich drei.

Projekt 1 wird betreut von den Kunstschuldozentinnen Julia Schmutz und Annette Härdter. Ursprünglich wollten sie mit den Kindern auch den Boden bemalen, doch der helle Steinbelag ist für Kreide ungeeignet, man sieht sie schlichtweg nicht. Stattdessen haben sie mit den Kindern gemalt und genäht. Am Freitag, 25. März, ist nochmals von 13 bis 15 Uhr Gelegenheit für alle Kinder aus Winnenden, zur offenen Stunde vorbeizukommen zum freien Malen.

Die drei Vormittage haben die beiden Frauen jeweils mit Kindern und Lehrerinnen von der Kastenschule verbracht, der am nächsten liegenden Grundschule am Kronenplatz.

Nebenbei haben sie dennoch ein offenes Ohr für Erwachsene, die sich fürs Projekt oder den Platz interessieren – und sich freuen, mal wieder unter Menschen zu kommen. Praktischerweise ist Annette Härdter Winnenderin und Stadtführerin, so dass sie auch zur Geschichte des Holzmarkts etwas erzählen kann. „Jemand hat gesagt, ,das ist Seelenfutter, was Sie hier machen'“, erzählt Annette Härdter. Sie selbst war erst skeptisch, was den Ort der Aktion angeht, hat sich dann aber sehr schnell mit ihm angefreundet. „Bis auf den Straßenkrach ist es für uns hier gut.“ Kunstschulleiterin Barbara Kastin vergisst das Finanzielle nicht: „Ohne Förderung vom Landesprojekt ,Lernen mit Rückenwind' hätten wir es nicht machen können. Die Stadt hatte dafür kein Geld.“

Samstag: Der Stoff des Alltags als Anregung für Unterhaltungen

Projekt 2 ist der Bauwagen, vor dem man auf Bänken und Stühlen auch Platz nehmen, reden oder eine Partie Schach spielen kann. Der Bauwagen ist am Freitag von 9.45 bis 15 Uhr geöffnet, am Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Am Samstag wird als besonderer Programmpunkt eine überdimensionale Picknickdecke ausgepackt – und weiter vergrößert. Julia Schmutz ist zufällig auch in dieses Kunst- und Gesellschaftsprojekt involviert. „Wir haben Nadeln, Faden und auch Stoffstücke da. Man kann aber auch seinen eigenen Stoff mitbringen.“ Bei den bisherigen Stationen reichte die textile Bandbreite vom Handtuch übers gehäkelte Deckchen bis hin zum T-Shirt von der Lieblingsband. „Es geht darum, welche Bedeutung Stoff in unserem Alltag hat, und es geht um die gemeinsame händische Beschäftigung.“ Die Picknickdecke ist schon etwa 90 Quadratmeter groß, in Winnenden hat Julia Schmutz nur einen Teil davon dabei. „Es gibt kein Enddatum, die Decke wächst immer weiter.“ Bilder davon findet man auf Instagram.

Sonntag: Chef-Stadtplaner sammelt Ideen für Freiraumplanung im IBA-Quartier

Am Sonntag, 27. März, von 14 bis 16 Uhr ist der Chef des Stadtentwicklungsamts, Markus Schlecht, vor Ort und will sich im direkten Gespräch mit den Bürgern austauschen, sie informieren und Ideen sammeln. Es geht ihm vor allem um die Gestaltung des Freiraums im künftigen IBA'27-Quartier an der Marbacher Straße. Dieses wird Wohnen und Arbeiten dicht nebeneinander in Clustern möglich machen, und dazwischen befinden sich „grüne Felder, die sich die Menschen als Freiraum aneignen können“, wie er sagt. Doch wie genau gestaltet man solche Flächen? Welche Spielgeräte braucht es, wo sind die Hochbeete fürs Urban Gardening, wie richtet man die Treffpunkte für spontane Begegnungen ein? „Entlang der autofreien Quartiersachse wird es unseren ,Spielraum' geben. Wir wollen auch zeigen, wie wichtig Grün ist als Schattenspender, als Ruheoase.“ Das Thema Wasser, zum Spielen, zur Klimaverbesserung, soll ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden.

Mit bunten Wimpeln und einer Staffelei auf der Marktstraße lockt das Projekt „Spielraum“ Passanten auf den neu gestalteten Holzmarktplatz. „Was ist das für ein Fest?“, fragen die Leute, die große Seifenblasen umherschweben sehen, andere vermuten angesichts des quietschgelben Bauwagens mit blauen Fensterläden einen Blumenmarkt.

Blümchen gibt es tatsächlich, aber nur in Form von Kinderbildern auf Pappe und auf Stoff. Am zweiten Tag der Kunstschulaktion mit der Kastenschule hängen

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