Winnenden

Bebauung statt Brache: Fünf-Familien-Haus für die Turmstraße in Winnenden

Turmstraße
Zentrale Lage unterhalb vom Bengelhaus und vom Torturm auf der Marktstraße: Das Baugrundstück Ecke Oberer Sack/Turmstraße. © Alexandra Palmizi

An der Turmstraße 26, mitten im alten Quartier an der Ecke Obere Sackstraße mit vielen kleinen Häusern, soll ein Fünf-Familien-Haus entstehen. Wo es an das Nachbarhaus Obere Sackstraße 4 angrenzt, weist es zwei Wohnstockwerke über Garagen und eine Dachterrasse auf. Wo es an die Turmstraßenbebauung anschließt, ist ein drittes Geschoss mit Dachgauben vorgesehen.

Darum ging es formal allerdings gar nicht (mehr) bei der Beratung des Technischen Ausschusses über das Baugesuch. Die Baugenehmigung war nämlich schon im April 2020 erteilt worden. Mitsamt dem Abriss der drei kleinen Häuser, die an dieser Stelle gestanden waren. Auch die Ausmaße des Gebäudes, das zur Turmstraße hin ein Pultdach hat – auf der Rückseite befindet sich eine zweite Dachterrasse –, war bereits diskutiert und genehmigt worden.

Tiefgarage offensichtlich zu teuer

Der Bauherr hat in der Zwischenzeit lediglich gemerkt, dass seine geplante „Ausführung mit vollwertiger Tiefgarage wirtschaftlich nicht unbedeutend ist“, spielt das Baurechtsamt auf teure Herstellungskosten an. Der Bauherr hat deshalb seine Planung geändert, will nun statt der Tiefgarage Garagen bauen. Dafür dreht das Genehmigungsverfahren noch eine Runde. Da das Ganze aus Sicht der Baubehörde aber „maßhaltig“ ist und die Gebäudekubatur quasi identisch bleibt, ist es für sie keine große Sache.

Baurechtsbehörde pocht auf Stellplatz

Die Turmstraße fällt an der Ecke ab, daher können vier Garagen mit Sektionaltoren fast wie eine Tiefgarage unter das Gebäude geschoben werden. Der fünfte Stellplatz jedoch fehlt nun. „Es ist geplant, den fünften Stellplatz außerhalb des Gebäudes und gegebenenfalls über eine Baulast zu schaffen. Auf die Herstellung sämtlicher erforderlicher Stellplätze werden wir bestehen“, sagt die Baurechtsbehörde.

Die Nachbarbeteiligung wurde bereits durchgeführt, es gibt keine Einwendungen. Stadtrat Martin Oßwald-Parlow (ALi) wiederholte sein Statement vom März 2019, wohl wissend, dass er dem Baugesuch und seinen Überschreitungen (wieder) zustimmen muss, da alles in einem vertretbaren Rahmen ist. Trotzdem ist er enttäuscht von der Planung. „Ich finde, das Haus mit seinen Flachdachteilen steht wie ein Torso in dem Gebiet. Schade.“

Stadtrat Diethard Fohr (FDP), bei der ersten Beratung noch nicht im Gemeinderat, sagte hingegen, dass die jahrelange Brache kein Schmuckstück sei: „Die Planung ist passabel, ich bin froh, wenn es jetzt losgeht.“ Außerdem meinte er: „In dem Gebiet gibt es einige Ruinen, es wäre schön, wenn sie auch erneuert würden.“ Als der Ausschuss im März 2019 über das Baugesuch beraten hatte, prophezeite OB Holzwarth, dass die kleinen, niedrigen Häuschen aus Alt-Winnenden, aus der Zeit um 1900, nach und nach verschwinden werden zugunsten von dreistöckigen Gebäuden.

An der Turmstraße 26, mitten im alten Quartier an der Ecke Obere Sackstraße mit vielen kleinen Häusern, soll ein Fünf-Familien-Haus entstehen. Wo es an das Nachbarhaus Obere Sackstraße 4 angrenzt, weist es zwei Wohnstockwerke über Garagen und eine Dachterrasse auf. Wo es an die Turmstraßenbebauung anschließt, ist ein drittes Geschoss mit Dachgauben vorgesehen.

Darum ging es formal allerdings gar nicht (mehr) bei der Beratung des Technischen Ausschusses über das Baugesuch. Die

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