Winnenden

Berglener Landfrauen basteln Osterdekorationen

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Chaotisch und ungeordnet muss es sein: So sehen die Kränze und Nester aus, die die Landfrauen für Ostern basteln. © Habermann / ZVW

Berglen-Vorderweißbuch. Für die Oster-Basteleien der Berglener Landfrauen braucht es gar nicht viel: Birkenzweige, etwas Moos, Heu oder Buchs sowie Bindedraht – und etwas handwerkliches Geschick. Heraus kommen Türkränze und mit Porzellanhäschen und Osterglocken verzierte Körbchen – nicht allzu akkurat gefertigt. Dass hier und da Zweige abstehen, ist gewollt, erklärt die Leiterin der Bastelgruppe, Gerlinde Schablin.

Video: Die Landfrauen aus Berglen basteln Osternester und -kränze.
 

„Wir wollen heute Chaos“, sagt Gerlinde Schablin und lacht vergnügt. In den Händen hält sie einen Strohkranz. Sie greift zu Birkenzweigen und wickelt sie um den Kranz – zum Schluss formt sie die Enden zu einem Knoten. Der Vorteil von Birke sei, erklärt die Floristin, dass sie gut biegsam ist.

"So etwas Wildes haben wir noch nie gemacht"

Sie greift zu einigen Buchs- und Lavendelzweigen und bestückt mit Bindegrad den Kranz – und zwar so, dass die Spitzen in alle Richtungen abstehen. „So etwas Wildes haben wir noch nie gemacht“, erklärt Gerlinde Schablin. Es entspricht aber dem Trend – weg von präzise gebundenen Kränzen hin zu Türschmuck, der aus ganz unterschiedlichen Materialien besteht.

Vieles finden interessierte Nachbastler im Garten

Gerlinde Schablin leitet die Teilnehmerinnen der Osterbasteleien bei den Berglener Landfrauen nicht nur an, sie besorgt auch das Material. „Vieles findet man im Garten“, sagt sie. Man müsse nur mit offenen Augen durch die Landschaft gehen. Die Äste stammen von Obstbäumen und lagen auf dem Boden. Moos hat sie in ihrer Wiese gefunden. Für die Buchszweige hat sie den „Heckenschnitt“ kurz vor den Basteltag gelegt, so dass sich die frischen Zweige gut verarbeiten lassen. In einer Kiste finden die Teilnehmer Heu, in der nächsten Lavendel. Für die Dekoration hat Gerlinde Schablin Bänder, Wachteleier, Steckzwiebeln, Eierschalen und Porzellan-Figürchen in das Landfrauen-Domizil in Vorderweißbuch mitgebracht.

"Das Kränzle ist so ungenau wie die Natur"

Greta Huttenlocher befestigt gerade Eier und Zwiebelchen an ihrem Chaos-Kranz. „Das normale Kranzbinden“ falle ihr leichter, sagt sie. Denn da werden zunächst die Zweige auf Länge geschnitten und dann verarbeitet. Das lange Gestrüpp sei widerspenstiger als gedacht. Rose Haller gefällt die neuartige Gestaltung gut. „Das Kränzle ist so ungenau wie die Natur“, sagt sie. Rebschere und Heißkleber tun bei der Verzierung ihr Übriges und sind willkommene Helfer.

Eigenes Gerüst für das Osternest 

Während für die Kränze das Gerüst durch den Strohkranz gegeben ist, müssen die Frauen für das Osternest selbst eines herstellen. „Kein Problem“, erklärt die Expertin, schnappt sich die Rolle Bindedraht und wickelt einiges davon vor sich auf den Tisch ab. Ungeordnet ist das Drahtgewirr – aber genauso soll es sein. Dann packt sie einige Birkenzweige darauf, formt sie grob, befestigt sie mit Draht an dem Wirrwarr, drückt die Seiten nach oben und formt das Gebilde zu einem Nest. Gerlinde Schablin steckt hier etwas Buchs in die Zwischenräume, dort etwas Heu oder Moos. „Einfach einflechten“, sagt sie, „wie es Vögel beim Nestbau machen würden.“

Plastikschale hält das Wasser im Nest

Dekoriert werden die Nester mit Osterglocken oder Steinstauden. Damit das Wasser beim Gießen aufgefangen wird, setzt die Floristin eine Plastikschale in das Nest, die man beim Floristen oder in der Gärtnerei erhält, erklärt sie. Manch eine setzt ein Porzellan-Häschen neben die Pflanze, die andere wiederum Hühner. Dekorativ ist auch Schmuckdraht in Gold oder Silber, „dann glänzt es noch ein bisschen“, sagt die Expertin mit einem Augenzwinkern.

Wenn man mal nicht weiter weiß, bekommt man Unterstützung 

Waltraud Sperle ist mit ihrem Nest noch nicht ganz zufrieden, und beim Kranz fehlt noch das Band zum Aufhängen. „Das ist das Tolle“, sagt sie, „dass, wenn man mal nicht weiterweiß wie jetzt, dass jemand da ist, der kurz mal reingreift und es danach viel besser aussieht“ – und genau das mache die Betreuung von Gerlinde Schablin aus. „Sie kann es einfach“, sagt Waltraud Sperle. Heiderose Kaltschmid ist mit ihrem Türkranz fertig. „Sieht er nicht toll aus?“, sagt sie zufrieden und hält ihn an die Wand.

Der Tüten-Trick

Wer keine Plastik-Schale für das Osternest zur Hand hat, mit welchem er es für Pflanzen abdichtet, für den hat Gerlinde Schablin einen Trick parat. Der Trick ist ein normaler Gefrierbeutel, den es im Drogerie- oder Supermarkt gibt. Die Tüten haben anders als die gewöhnlichen Tüten einen Boden eingearbeitet. Dadurch passen sie sich der Nestform gut an. Kostengünstig und einfach zu kriegen ist diese Variante. „Manchmal muss man sich zu helfen wissen“, sagt Schablin.