Winnenden

Berglener Waldhornbrennerei geht in Berufung

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Die Schotten stören sich am "Glen" im Namen. © Ramona Adolf

Berglen. Die Waldhornbrennerei hat angekünditgt, gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 7. Februar 2019 im Whisky-Fall „Glen Buchenbach“ in Berufung zu gehen.

Seit 2013 versucht der Verband der schottischen Destillerien, die Scotch Whisky Association (SWA), der schwäbischen Waldhornbrennerei aus Berglen bei Stuttgart die Nutzung der Marke „Glen Buchenbach“ für Whisky zu untersagen. Das Landgericht Hamburg urteilte am 7.2.2019, mit dem Namensbestandteil "Glen" werde die besonders geschützte geografische Angabe "Scotch" beeinträchtigt. „Aus unserer Perspektive wurden einige entscheidende Punkte nicht berücksichtigt“, erklärt Michael Klotz die Entscheidung für eine Berufung.

Auch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) hat der Fall schon beschäftigt. Es geht um die Frage, was sich in Konsumentenköpfen beim Wörtchen „Glen“ abspielt: Denkt der Durchschnittsmensch da an Scotch-Whisky oder nicht? Der EuGH entschied im Juni 2018, dass es nicht genügt, dass die strittige Bezeichnung „Glen“ beim Käufer wie auch immer geartete gedankliche Verbindung zu schottischem Whisky wecken könnte. Ein nationales Gericht sollte prüfen, ob ein Durchschnittsverbraucher an die geschützte Bezeichnung „Scotch Whisky“ denkt, wenn er es mit einem Whisky zu tun hat, der den Namenszusatz „Glen“ führt. So landete der Fall beim Hamburger Landgericht.

Die Richter aus Hamburg folgten zuletzt der Auffassung der Schotten. Der Rechtsanwalt der Waldhornbrennerei, Sven Mühlberger, versteht das nicht: „Aus unserer Sicht spricht die Faktenlage klar für die Waldhornbrennerei. Die Scotch Whisky Association selbst hat ein Umfragegutachten in Auftrag gegeben. Aus diesem geht eindeutig hervor, dass gerade einmal ein Prozent der befragten Teilnehmer einen unmittelbaren Bezug zwischen ,Glen‘ und Scotch Whisky herstellen konnten. Wir finden das widerspricht der Auffassung des Gerichts und des Klägers mehr als deutlich. Wir hätten gerne gesehen, dass sich das Gericht zu den Prozentzahlen äußert. Die Urteilsbegründung war aus unserer Sicht unbefriedigend.“