Winnenden

Betrunken und ohne Führerschein auf Einkaufstour in Winnenden

Alkohol am Steuer
Zwei Bier hatte ein Waiblinger intus, als ihn die Winnender Polizei kontrollierte. (Symbolfoto) © Alexandra Palmizi

Einen Führerschein hatte ein 67-Jähriger aus Waiblingen keinen mehr, aber dafür mindestens 1,16 Promille, als er der Polizei in Winnenden ins Netz ging. Damit war nicht nur seine Einkaufsfahrt zu Ende, sondern auch die Geduld des Waiblinger Amtsgerichts mit bis dahin verhängten Geldstrafen.

Über den 67-Jährigen erging folgendes Urteil: vier Monate Haft auf zwei Jahre zur Bewährung, 18 Monate Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis und 1000 Euro an die Waiblinger Tafel.

Vor der Strafabteilung des Waiblinger Amtsgerichts gab der Rentner mit Kleingewerbe zunächst an, er hätte am 1. März dieses Jahres das Auto durch den Tüv bringen müssen, in dem er am Steuer saß. Es war nämlich nicht auf ihn zugelassen. „Um 21.45 Uhr beim Tüv vorfahren?“ Als der Staatsanwalt Dr. Ralph Schönfelder das kaum glauben konnte, erklärte sich der Angeklagte mit einer Einkaufsfahrt nach Winnenden. Den Einkauf hatte er schon im Wagen, als ihm die Polizei von der Brückenstraße über die Schwaikheimer Straße bis zur Marbacher Straße in Winnenden hinterherfuhr, wobei den Beamten auffiel, dass er etwas zu gemütlich um die Kurve fuhr.

Dem Mann war vor kurzem die Fahrerlaubnis entzogen worden

Aus dem polizeilichen Informationssystem kam heraus, dass dem Erwischten erst vor kurzem die Fahrerlaubnis entzogen worden war. Er hätte seinen Führerschein zu Hause liegen lassen, erzählte jedoch der Beschuldigte den Beamten. Getrunken hätte er auch nichts, fuhr der Verdächtige fort, dessen Alkoholfahne die Polizeibeamten längst gerochen hatten. Eine „verwaschene Aussprache“, berichtete ein 25-jähriger Beamter des Reviers Winnenden im Zeugenstand, habe der Angeklagte auch noch gehabt. „Einen Atemalkoholtest hat er abgelehnt“, schilderte der Zeuge eine „aggressive Grundstimmung“ vor Ort, die dazu geführt habe, dass dem 67-Jährigen Handschließen angelegt werden sollten.

„Ich habe dem Polizisten gesagt, er soll das mit den Handschließen bitte lassen, wegen meinem Kreuz“, erzählte der Angeklagte, er habe eine Operation gehabt. Außerdem müsse er Medikamente nehmen, versuchte er, seinen Zustand zu rechtfertigen.

Richterin Figen Basoglu-Waselzada wies den Mann darauf hin, dass er - wenn er Tabletten nimmt - erst recht keinen Alkohol trinken darf. Vor allem nicht, wenn er Auto fahren will. „Was hätte ich denn machen sollen?“, fragte der Angeklagte, eigentlich hätte er gar nicht fahren wollen, es sei jedoch Besuch aus der Ukraine gekommen und nichts zu essen daheim gewesen.

Kfz-Meister: Trinke nur am Wochenende

Mal abgesehen von der Einkaufsfahrt hielt es der Ankläger für sehr bedenklich, dass ein Mann ohne Führerschein Autoreparaturen macht. Und dann gäbe es ja noch dieses „kleine Alkoholproblem“. Er trinke nur am Wochenende mal ein Bier, versicherte der gelernte Kfz-Meister, welcher bei der Polizei zunächst gar nichts, dann ein Bier und vor Gericht letztlich zwei Bier getrunken haben wollte.

Die Fahrerlaubnis, so ergab das Bundeszentralregister, wird dem Promillefahrer nach einer Trunkenheitsfahrt im Sommer 2018 und einer Fahrt ohne Führerschein im Mai vergangenen Jahres mit dem aktuellen Urteil nun zum dritten Mal gesperrt. Das Urteil entsprach dem Strafantrag des Staatsanwalts, der sich nur „mit Bedenken“ dazu durchrang, auf vier Monate zur Bewährung zu plädieren und nicht auf vier Monate Gefängnis. „Er scheint das alles nicht so ganz ernst zu nehmen“, meinte Ralph Schönfelder über den Promillefahrer ohne Führerschein. Als Richterin Basoglu-Waselzada diesen fragte, „passt Ihnen das Urteil“, sagte er, „ich nehme es an“.

Einen Führerschein hatte ein 67-Jähriger aus Waiblingen keinen mehr, aber dafür mindestens 1,16 Promille, als er der Polizei in Winnenden ins Netz ging. Damit war nicht nur seine Einkaufsfahrt zu Ende, sondern auch die Geduld des Waiblinger Amtsgerichts mit bis dahin verhängten Geldstrafen.

Über den 67-Jährigen erging folgendes Urteil: vier Monate Haft auf zwei Jahre zur Bewährung, 18 Monate Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis und 1000 Euro an die Waiblinger Tafel.

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