Winnenden

Biergarten, Grillstelle, Wasserspielplatz: Naherholung am Buchenbach?

der Buchenbach
Der Buchenbach. Wenn es nach den Ideen einiger Winnender geht, könnte er für Menschen erlebbarer werden. © Benjamin Büttner

Zwischen der Ruitzenmühle in Höfen und der Kernstadt plant die Stadtverwaltung einen Park zur Naherholung direkt am Buchenbach. Während die einen gerne einen Biergarten, eine Grillstelle oder einen Wasserspielplatz hätten, haben andere Sorge um das Ende der Ruhe für dort lebende Vögel und Insekten. „Es wird Konflikte geben, für die wir einen Konsens finden müssen“, stellte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth am Ende einer zweistündigen Videokonferenz, bei der Bürger ihre Ideen, Sorgen und Fragen zum Buchenbachpark einbringen durften, fest.

Barfußpfad statt neuer asphaltierter Flächen?

Über eine Chatfunktion konnten Winnender während einer Präsentation von Markus Schlecht, dem Leiter des Stadtentwicklungsamtes, ihre Fragen und Anregungen äußern. Unter anderem Daniel Baier, Vorstand des Ortsverbandes der Grünen, nutzte diese Möglichkeit „Mir wäre es sehr wichtig, wenn man darstellen könnte, wie viel in diesem Bereich aktuell versiegelt ist und wie es aussieht, wenn das Gebiet fertig ist“, erklärte er. Auch die Beteiligung von Bürgern sei ihm ein Anliegen. „Die Auszubildenden von Kärcher kümmern sich regelmäßig um das Feuchtwiesenbiotop. Vielleicht könnte man ähnliche Projekte mit Schulen oder Naturschutzverbänden ins Leben rufen“, so Baier. Gut vorstellen könne er sich auch einen Barfußpfad entlang des Buchenbachs. „Ich wünsche mir Naturwege, keine neuen asphaltierten Flächen“, fuhr der Ortsvorsitzende der Grünen fort.

Sandra Heller wünscht sich einen Wasserspielplatz

Helga Baier, die mit ihrem Fahrrad mehrmals täglich am Buchenbach unterwegs ist, hat beobachtet, dass Eltern mit Fahrradanhängern große Probleme haben, die Schranken beim dortigen Spielplatz zu passieren. „Vielleicht könnte man diese etwas entzerren, damit man leichter durchkommt oder Stellplätze für die Anhänger einrichten“, regte sie an.

Auch in den Überlegungen anderer Winnender spielt der Spielplatz eine Rolle. So brachte Martin Schmitzer die Idee ein, die Ufer des Buchenbachs abzuflachen und den Bachlauf zu verbreitern, so dass Kinder sich dort im Sommer abkühlen und spielen können. Jürgen Kromer, Umweltschutzbeauftragter der Stadt erklärte, dass man sich beispielsweise auch Trittsteine zum Bach vorstellen könne. Eine Aufwertung zu einem Wasserspielplatz brachte Sandra Heller ins Gespräch. „Das wäre eine Attraktion für Winnenden und die Umgebung. Viele Spielplätze in Winnenden haben kaum schattige Plätze. Die hätte man dort durch die Bäume.“ Ähnlich wie Daniel Baier würde sie sich dort Spielgeräte aus Naturprodukten wünschen. Auch eine Art Mehrgenerationenplatz schwebe ihr vor.

Pumptrack- und Fitnessanlage

Während die CDU-Fraktion in der jüngsten Gemeinderatssitzung bereits über einen Biergarten am Buchenbach nachdachte, will sich der Jugendgemeinderat für eine Grillstelle einsetzen.

Auch eine Pumptrack-Anlage, die mit Fahrrädern, aber auch Skateboards oder Inlineskates befahren werden kann, tauchte in den Vorschlägen auf. Ebenso ein Calisthenics-Bereich, also eine Art Trimm-dich-Pfad, mit Fitnessgeräten. Dazu schaltete sich Wolfgang Russ ins Gespräch ein. „Sollten neue Bereiche am Buchenbach entstehen, dann frage ich mich, wer sich um die Instandhaltung kümmert?“, fragte er. Dem entgegnete Dieter Nagel, der am Seehaldenweg wohnt, dass die Stadt sehr hinterher sei, dass das Kneippbecken in Höfen regelmäßig vom Laub befreit werde. „Geschieht das mal nicht, dann reicht ein Anruf und es kommt jemand“, lobte er.

Zum Ende der Gesprächsrunde meldete sich auch Gemeinderat Martin Oßwald-Parlow zu Wort. „Für mich muss ganz klar die Ökologie an erster Stelle stehen. Im Anschluss sollten erst die menschlichen Bereiche an die Reihe kommen. Da sollte man abstufen“, forderte er. Markus Schlecht antwortete, dass man momentan erst einmal Ideen sammele. „Noch ist nichts gewichtet oder gewertet.“

„Es wird eine spannende Aufgabe, alles unter einen Hut zu bringen“

Christian Baumgarten wünscht sich eine klare Aufstellung, welche Fläche für die Naherholung genutzt werden solle und welche für den Naturschutz angedacht sei. „Beide Aspekte sollte man nicht gegeneinander ausspielen“, meinte er. Auch frage er sich, ob es möglich sei, in den Buchenbach einzugreifen, etwa die Fließgeschwindigkeit zu verändern. Ein Thema, das auch Dieter Nagel ansprach. „Über die Bachstruktur sollte man nachdenken, gerade an dem Teil ab Höfen. Dort fließt das Wasser sehr schnell, Wurzeln werden unterspült“, erklärte er.

Das bestätigte Markus Schlecht, Leiter des Stadtentwicklungsamtes. Idyllische Bachverläufe habe man kaum mehr. Der Buchenbach habe sich zwischen Winnenden und Birkmannsweiler mäßig bis stark verändert. Jürgen Kromer, Umweltschutzbeauftragter der Stadt, erklärte, dass man beispielsweise Störsteine im Bach einsetzen könne. „Es wird eine spannende Aufgabe, den Naturschutz und die Naherholung unter einen Hut zu bringen.“

Zwischen der Ruitzenmühle in Höfen und der Kernstadt plant die Stadtverwaltung einen Park zur Naherholung direkt am Buchenbach. Während die einen gerne einen Biergarten, eine Grillstelle oder einen Wasserspielplatz hätten, haben andere Sorge um das Ende der Ruhe für dort lebende Vögel und Insekten. „Es wird Konflikte geben, für die wir einen Konsens finden müssen“, stellte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth am Ende einer zweistündigen Videokonferenz, bei der Bürger ihre Ideen, Sorgen und

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