Winnenden

Bikepark startet in die neue Saison

1/4
d0131149-27d9-4442-b09d-72eac56e8083.jpg_0
© Gabriel Habermann
2/4
d206f42f-e570-4dfa-b49a-b42577af14eb.jpg_1
Saisoneröffnung des Bikeparks Winnenden © Gabriel Habermann
3/4
791fb076-f000-4530-84ad-ad24f29aac17.jpg_2
neröffnung des Bikeparks Winnenden © Gabriel Habermann
4/4
b4de3d48-da99-45d3-8181-402911b02808.jpg_3
neröffnung des Bikeparks Winnenden © Gabriel Habermann

Winnenden. Für Radfahrer gab es am Wochenende kein Halten mehr. Alles stürzte sich bei prächtigem Frühlingswetter auf die Räder. Auch die Kurven- und Wellenfahrer im Bikepark hätten sich keinen besseren Tag für die Saisoneröffnung wünschen können.

Bei den frühlingshaften Temperaturen gehen viele nur mit T-Shirt oder leichter Jacke an den Start. Unter dem dünnen Stoff ist die dicke Panzerung der Fahrer besonders gut zu sehen. Im Schulter- und Brustbereich wölbt sich der T-Shirt-Stoff, heikle Stellen werden zusätzlich von Protektoren geschützt. Ein Helm mit Kieferschutz und Schaumstoff an den Knien gehören ebenfalls mit auf die Strecke, auf der das Rasen nicht nur erwünscht ist, sondern Ziel der ganzen Aktion.

„Für mich heißt Radfahren, dass ich mindestens einmal auf dem Hinterrad fahre und einmal beide Räder in der Luft habe“, erklärt Tim Gürsch aus Bittenfeld. Diesem Hobby, „Dual-Slalom-Downhill“ genannt, kann er nach den langen Wintermonaten endlich wieder nachgehen. Mehrmals wöchentlich lenkt er sein spezielles Dual-Slalom-Fahrrad mit nur einem Kettenblatt vorne und wenig Gängen in die 300 Meter lange Abfahrt und legt sich in die Kurven, so dass der Fahrtwind ordentlich Staub aufwirbelt. Bei der Fahrweise der richtigen „Cracks“ ist der Sattel mehr Zierde als alles andere. „Kurven und Tables fahre ich stehend, Wellen surfe ich auf dem Hinterrad“, sagt der 17-Jährige. Er ist seit Eröffnung des Bikeparks im Jahr 2009 dabei und beim Saisonstart einer der Testfahrer. „Fährt sich sehr gut, dafür dass im Winter einiges auf der Strecke kaputtging“, beurteilt er die Strecke.

Hügel und Kurven mit neuer Erde vor Saisonstart modelliert

Vor wenigen Wochen sah die Piste noch anders aus: Unter der Brücke im trockenen Bereich war die Erde rissig und löchrig geworden, im Außenbereich mussten sich die Räder durch matschig-weichen Untergrund fräsen. An drei Wochenenden vor der Eröffnung haben Wolfgang, genannt Wolle, Imdahl und Helfer der Bikepark-Abteilung die Piste präpariert, Hügel und einige Kurven mit neuer Erde modelliert. „Wir pflegen die Strecke, damit die Hügel schön rund bleiben und die Kurven steil“, so Imdahl.

An den trockenen Stellen haben sie den Untergrund „feucht gehalten und dann eingefahren, bis er fest wurde“. Im Außenbereich hat Feuchtigkeit der Strecke zugesetzt, die rutschige Oberfläche musste ausgebessert, die Hügel mit Erde aufgefüllt und mit einer Rüttelplatte neu ausgeformt werden, damit die unzähligen Gummireifen am Samstagnachmittag wieder ordentlich rollen und springen konnten.

Neulinge wagen sich ebenfalls auf die Piste

Die Streckenschwierigkeit und Vielfalt an Hindernissen ruft auch die 20-jährigen Kumpels Louis und Lars aus Pforzheim auf den Plan. „Spaßeshalber, weil wir vor vier Jahren mal hier waren und uns daran erinnert haben, wie cool man hier fahren kann“, sagen sie. Neben alten Pistenhasen trauen sich auch Anfänger auf die Buckelpiste. „Rohdiamanten“ sind es für Wolfgang Imdahl, der am Eröffnungstag auch Fragen zu den Trainings und zur Sportart beantwortet. Gut möglich, dass der sechsjährige Emilian nicht zum letzten Mal hier ist. „So wie es aussieht, macht’s ihm Spaß“, meint Vater Alexander Toszegi aus Leutenbach. Bei den ersten Proberunden stellt sich der Sohnemann sehr geschickt an. „Er ist schon immer gerne herumgeschanzt, seit er radfahren kann“, erzählt der Vater.

Bewirtet mit Grillwurst und Getränken lassen sich die Besucher auch ohne sportliche Ambitionen im Bikepark nieder und schauen den flitzenden Kurvenakrobaten zu. Das erste Freiluftfestchen der Saison wird am Nachmittag auch als Einkehr- und Zielpunkt für die Rennrad- und Mountainbikegruppe des Radclubs 93 angesteuert. An diesem Wochenende gilt wohl für alle Zweiradfahrer der Aufruf, nach den Wintermonaten wieder aufs Rad zu kommen.