Winnenden

Blüten und Begeisterung: Wonnetag lockt Winnender in die Innenstadt

Winnenden grünt
Trubel auf der Marktstraße am Sonntag. © Gabriel Habermann

Ein Straßenbild, das es lange nicht mehr zu sehen gab. Groß und Klein tummeln sich beim Wonnetag im Städtle. Schon eine Stunde vor Öffnung der Geschäfte ist es proppenvoll. So gut wie niemand ist mit Maske unterwegs. Die Besucher lassen sich begeistern von geöffneten Geschäften, Heißem vom Grill und aus der Pfanne, von Blumen, Pflanzen und Dekorationen - und einfach davon, dass wieder was los ist.

„Es ist schön, dass man den Menschen wieder ins Gesicht schauen kann“, sagt Sandra Bernhardt. Die Keramikmalerin aus Leutenbach zeigt beim Wonnetag, was in ihren Kursen mit Siebdruck, Blubbertechnik oder Abklebetechnik alles gemacht werden kann. Vor ihrem Stand flanieren die vielen Besucher, mal mit Blumenstrauß, Wurst, Eiswaffel oder einem Luftballon in der Hand. Kinder zieht es an die Spielstände.

Der Duft von Paella und Gegrilltem liegt in der Luft

Wie Bienen und Hummeln lassen sich Selfie-Fans anziehen von bunten Blumen und knipsen sich oder andere vor einer mehrfarbig blühenden Wand.

Andere begnügen sich mit der Kulisse aus belebter Innenstadt. Sie sitzen an Tischen, schauen dem Treiben zu, essen eine Bratwurst im Freien und möchten „einfach mal durchbummeln“, wie Suse, Christine und „Sepp“ aus Leutenbach sagen. Sie sind zu Fuß gekommen. „Das machen wir immer so, dann haben wir gleich unseren Spaziergang gemacht.“ Wer auf Nahrungssuche nach etwas Deftigem ist, wird angeweht vom Geruch nach Gegrilltem, Paella, frittierten Kartoffelgirlanden am Spieß, selbst gemachten türkischen Teigtaschen, Crêpes, Kuchen vom Bürgerverein Hertmannsweiler und schwäbischen Festlesklassikern wie Schupfnudeln und Maultaschen.

Ingrid und Manfred Doll hoffen, nach der langen Zeit „viele bekannte Gesichter“ wiederzusehen. Sie sind mit der Großfamilie da, inklusive der beiden drei- und fünfjährigen Enkel. „Es ist schön, wieder nicht angstbegleitet raus zu können“, sagen sie. Ihren Rundgang beginnen sie kindgerecht: „Wir schauen als Erstes, wo die Kleinen schön bespaßt werden können“. Lange suchen müssen sie nicht. Auf dem Marktplatz wuseln Kinder umher, in der „Erlebnisgärtnerei“ können Blumentöpfe mit Buntstiften und Tiermotiven bemalt und beklebt werden. Highlight für sie ist die große Wanne mit Pflanzerde. „Jedes Kind kann sich eine Pflanze aussuchen und gleich eintopfen“, erklärt die Frau am Stand.

Auf der Terrasse ist noch Platz für Pflanzen

Gärtnerfreude stellt sich auch bei Annika Schalow aus Winnenden ein, die sich heute „eigentlich zügeln“ will. „Ein freies Plätzchen im Garten zu finden, wird schwierig“, deutet sie die Folgen ihres wuchernden Hobbys an. Am Stand mit den Sukkulenten aber wird sie schwach. „Da kann ich nicht dran vorbeigehen, die sehen interessant aus.“

Von der Verkäuferin erfährt sie, dass sie auch im Freien prächtig gedeihen und überleben. „Auf der Terrasse kann ich noch Platz schaffen“, sagt sie lachend. Die fünfjährige Tochter nimmt aus der Erlebnisgärtnerei Nachschub für ihr Kinderzimmer mit: „Ich habe Pünktchen, eine Schlange und ein Einhorn draufgemalt“, zählt sie auf. In ihrem Kinderzimmer ist ihr Töpfchen, aus dem pinkfarbene Blüten ragen, in bester Gesellschaft: „Ich hab’ schon drei Kakteen in meinem Zimmer“, sagt die Nachwuchsgärtnerin stolz.

Auf dem Santo-Domingo-de-la-Calzada- Platz bauen Kinder Bumerangs aus Karton oder leichtem Balsaholz. Der fünfjährige Finn hat schon Farben auf den drei Flügeln verteilt. „Jetzt knickst du ein Profil in jeden Flügel“, erklärt ihm der Winnender Heiko Deiss, eines von 169 Mitgliedern im „Deutschen Bumerang Club“ den nächsten Schritt. In den Geschäften rund um die Marktstraße wird es derweil voll. Im Modegeschäft von Domenica Müller herrscht ein Kommen und Gehen. „So viel los, alles sitzt draußen, die Stadt ist wie früher“, beschreibt sie die Eindrücke.

Ein Straßenbild, das es lange nicht mehr zu sehen gab. Groß und Klein tummeln sich beim Wonnetag im Städtle. Schon eine Stunde vor Öffnung der Geschäfte ist es proppenvoll. So gut wie niemand ist mit Maske unterwegs. Die Besucher lassen sich begeistern von geöffneten Geschäften, Heißem vom Grill und aus der Pfanne, von Blumen, Pflanzen und Dekorationen - und einfach davon, dass wieder was los ist.

„Es ist schön, dass man den Menschen wieder ins Gesicht schauen kann“, sagt Sandra

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