Winnenden

„Blut an euren Händen“: Kirche und Gemeindehaus in Winnenden mit Farbe besprüht

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Parole am frische gestrichenen Kirchturm. © Sebastian Striebich

„Frisch saniert und jetzt schrecklich beschmiert“ – das Entsetzen bei den Katholiken in Winnenden und ihrem Kirchengemeinderatsvorsitzenden Rupert Kern ist groß. Ein Unbekannter hat offenbar in der Nacht auf Donnerstag am Kirchturm und am Hauptgebäude der Sankt-Borromäus-Kirche Schriftzüge in roter Farbe angebracht. Auch das evangelische Gemeindehaus in der Schorndorfer Straße ist betroffen.

Am katholischen Kirchturm, dessen kostenintensive Sanierung erst in der kommenden Woche mit der Abnahme des Glockenstuhls zum Abschluss gebracht wird, prangen die Worte: „Blut an euren Händen“. An der Kirche selbst ist in großen Lettern das Wort „Mörder“ zu lesen. Auch ein Glaskasten neben dem Eingang wurde vollgesprüht.

Der Hausmeister hatte die Schriftzüge am Donnerstagmorgen entdeckt – zu übersehen sind sie ohnehin nicht. Auch in einer Facebook-Gruppe, in der viele Winnender Mitglied sind, wurde ein Foto des beschmierten Kirchturms geteilt: „Es ist echt traurig, frisch renovierter Turm“, steht darüber. Die Sanierung des Kirchturms hat rund eine halbe Million Euro gekostet.

Polizei in Winnenden ermittelt

Der Kirchengemeinderatsvorsitzende Rupert Kern berichtet unserer Zeitung, dass bereits am Vormittag die Polizei die Anzeige der Kirchengemeinde aufgenommen habe, die Schriftzüge fotografiert und Farbproben genommen. Die Beamten gehen aktuell von einem Schaden von rund 6000 Euro an den Gebäuden der Katholiken und Protestanten aus. Das Polizeirevier Winnenden habe die Ermittlungen aufgenommen und nimmt unter 0 71 95/69 40 Hinweise entgegen.

Den Architekten, der die Kirchturmsanierung geleitet hat, habe er ebenfalls informiert, so Kern. „Wir überlegen jetzt, was wir tun können. Den Schriftzug am Kirchturm können wir wohl einfach überstreichen. Weitaus dramatischer ist der am Hauptgebäude.“ Hier besteht die Fassade aus rauem Beton, der immer wieder zersetzt ist mit kleinen Glaselementen. „Das kann man eigentlich nur abstrahlen. Die Frage ist aber: Hält das Glas das aus?“, sagt Rupert Kern.

Er und die anderen Gemeindemitglieder sind verärgert – und rätseln, wer hinter der Sachbeschädigung stecken könnte. „Wir haben keinen Anlass für so etwas gegeben“, sagt Rupert Kern. „Sehr schade“ finde er die anonyme Aktion, die nicht zuletzt Steuergelder koste, die anderswo benötigt würden. Der Winnender betont: „Wenn jemand Schwierigkeiten hat mit gewissen Dingen: Ich bin für jedes Gespräch dankbar, ich stelle mich auch kritischen Fragen.“

Im Frühjahr wurde die Stadtkirche besprüht

An einen ähnlichen Vorfall an der katholischen Kirche kann sich der Kirchengemeinderatsvorsitzende nicht erinnern. In Winnenden kommt es allerdings immer wieder zu Vandalismus und Sachbeschädigungen dieser Art. So ist im Frühjahr dieses Jahres die evangelische Stadtkirche ebenfalls mit roter Farbe besprüht worden. Der Slogan damals: „Querdenken tötet“.

„Frisch saniert und jetzt schrecklich beschmiert“ – das Entsetzen bei den Katholiken in Winnenden und ihrem Kirchengemeinderatsvorsitzenden Rupert Kern ist groß. Ein Unbekannter hat offenbar in der Nacht auf Donnerstag am Kirchturm und am Hauptgebäude der Sankt-Borromäus-Kirche Schriftzüge in roter Farbe angebracht. Auch das evangelische Gemeindehaus in der Schorndorfer Straße ist betroffen.

Am katholischen Kirchturm, dessen kostenintensive Sanierung erst in der kommenden Woche mit

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