Winnenden

Braucht Holland noch Fußballtrainer? Eine gar nicht abwegige Frage der Winnender Klimaschützer von Fridays for Future

Fridays
Ernste Mahnungen vor idyllischem Fachwerk: Leontine Franz (links), Lavinia Zankl und weitere Schüler haben auf dem Marktplatz daran erinnert, was die Pariser Klimakonferenz vor fünf Jahren beschlossen hat: Die Erderhitzung sollte eigentlich nur um 1,5 Grad zunehmen. © Palmizi

Jugendliche aus Winnenden haben es am Freitagnachmittag allen Generationen auf dem Marktplatz gesagt: Die Erderhitzung kommt schneller und wird stärker als beim Klimagipfel von Paris besprochen, der genau am Samstag vor fünf Jahren stattgefunden hat.

Beschlossen wurde damals, dass die Erde sich höchstens um 1,5 Grad erhitzen darf. Aber jetzt schon, nach fünf Jahren, hat sie sich um 1,3 Grad erhitzt. Die Klimabremse funktioniert nicht. Das hat die Winnender Aktivistinnen bewogen, am Freitag auf den Marktplatz zu gehen und Plakate auszubreiten, von denen eines nach der Zukunft der Fußballtrainer fragt: „Braucht Holland noch Fußballtrainer? Nein, weil die Holländer bald alle Wasserball spielen.“ Abwegig sind solche Gedanken nicht. Mit der Erderhitzung schmelzen die Pole, und der Meeresspiegel steigt. In Holland ist das Problem noch nicht sehr akut, aber Leontine Franz weiß von Inselstaaten, die von Überschwemmungen bedroht sind und bereits heimgesucht werden. „Es gibt heute schon Menschen auf der Erde, die an der Klimakrise leiden oder sterben, Menschen in Inselstaaten und in Dürrezonen.“

Eine Mahnwache erinnert an nicht gehaltene Versprechen

Die Jugendlichen aus Winnenden sind überzeugt: „Wir müssen sofort handeln.“ Dafür standen gestern im Wechsel zehn Jugendliche auf dem Marktplatz. „Wir wollten bewusst keine Demonstration veranstalten, weil wir die Corona-Regeln einhalten wollen“, sagt Leontine Franz, die Sprecherin der Aktion. Die Schüler streikten teilweise am Freitag und kamen für zwei Stunden zur Mahnwache auf den Marktplatz, wo eine Menge bunter Plakate auslag mit Sprüchen wie: „Systemwandel, kein Klimawandel“ und vielen Parolen in englischer Sprache, wie sie am gleichen Tag auf der ganzen Erde in vielen Städten von Jugendlichen hochgehalten wurden.

„Make Paris real“ (Macht, dass Paris Wirklichkeit wird) ist eine der Kernforderungen von Fridays for Future. Jugendliche erleben im Großen wie im Kleinen, dass Politiker ihre Versprechen nicht halten, und im Klimaschutz ist dies für sie besonders schmerzhaft, denn die Hitze der Erde und ihre Folgen wie Dürre, Waldbrände, Pflanzensterben, Überschwemmungen und Unwetterkatastrophen werden sie treffen in 30 Jahren.

„Wir haben in den letzten fünf Jahren gesehen, dass die Staaten ihre Versprechen nicht einhalten“, sagt Leontine Franz.

Jugendliche aus Winnenden haben es am Freitagnachmittag allen Generationen auf dem Marktplatz gesagt: Die Erderhitzung kommt schneller und wird stärker als beim Klimagipfel von Paris besprochen, der genau am Samstag vor fünf Jahren stattgefunden hat.

Beschlossen wurde damals, dass die Erde sich höchstens um 1,5 Grad erhitzen darf. Aber jetzt schon, nach fünf Jahren, hat sie sich um 1,3 Grad erhitzt. Die Klimabremse funktioniert nicht. Das hat die Winnender Aktivistinnen bewogen, am

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