Winnenden

Christoph Sonntag und der Erdo-Hahn

Christoph Sonntag
Knapp eine Stunde powerte Christoph Sonntag am Montag auf dem Bengelplatz durch, baute Gags auf, die im schallenden Gelächter endeten. © Büttner / ZVW

Winnenden. Kompaktes Kabarett mit Christoph Sonntag: Eine knappe Stunde hat er am Montagmittag auf dem Bengelplatz erzählt, kam von Willi Halder über Guido Wolf und Winfried Kretschmann bis zu Böhmermann und einem gewissen Erdo-Hahn. Das Publikum war hin und weg, lachte, lächelte und schwitzte in der Mittagsonne.

Video: Christoph Sonntag beim Citytreff in Winnenden

Sonntag ist sogar ein bissle Winnender. Seinen früheren grünen Buchhändler, den Willi Halder, erkannte er gleich wieder: „Und jetzt hockt der im Landtag. Wo gibt’s denn so was.“ Die anwesenden Politiker wurden nur leicht gestreift vom Kabarettisten aus Waiblingen, der jetzt in Stuttgart wohnt. Siegfried Lorek und Ulrich Goll bekamen kein Fett weg, selbst OB Nopper aus Backnang wurde ausgelassen, genauso wie OB Holzwarth. Und auch der anwesende neue CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Dr. Wolfgang Reinhardt, blieb am Rand der kabarettistischen Betrachtungen Sonntags.

Für 16 Monate war Christoph Sonntag früher mal Winnender

„Hallo, Winnendeeeeen!“, rief Sonntag über den Bengelplatz, und der Beifall brauste zu ihm zurück. Er hatte ein Heimspiel. Vor Jahrzehnten war er mal kurze Zeit Winnender, machte seinen Zivildienst in der Stadt bei Essen auf Rädern, wie das Winnender Mädle Leonie König in der Begrüßung verriet.

Sonntag philosophierte über die große weite Welt und den Brexit: „Oin Vorteil hat’s: Dass die Schreihäls mol mitkrieget, dass ihr Gschroi Konsequenza hot.“ Aber das geht ja weiter mit dem Brexit. Da steigen noch mehr aus. Sonntags Prognose: „Es wird ein Kerneuropa geben, bestehend aus den drei wichtigsten Ländern des Kontinents: Württemberg, Elsass und die Nordschweiz.“

Europa war auch das große Thema von Angela Merkel, als sie gesagt hatte: „Wir schaffen das.“ „Do hot se natürlich gmoint: Wir Europäer.“ Und überhaupt: „Wir sind doch alle irgendwie Flüchtlinge. In Baden-Württemberg ist jeder zweite Unternehmer ein Flüchtling ... ein Steuerflüchtling.“ In den 60er Jahren war Sonntag selbst Flüchtling ... immer wenn seine Tante Gertrud auf Besuch kam. Und seine Kumpels in Waiblingen wurden Flüchtlinge, als sie 18 wurden und die Wehrpflicht rief - da zogen sie nach Westberlin.

Sonntag erzählte vom Syrienkrieg, von den deutschen Waffenexporten: „Aber wir liefern doch nur an sichere Länder ... also an Länder, die sicher Geld haben.“ Auf Böhmermann kam er zu sprechen, und dann musste er den Winnendern noch unbedingt erklären, welche Gedichte man nicht öffentlich aufsagen und verbreiten darf. Zum Beispiel dies: „Es sprach der Erdo-Hahn zur Erdo-Henne: Wie wär’s, wenn ich jetzt mit dir penne? Die Henne sprach zum Erdo-Hahn: Fang solche Dinge bloß nicht an. Ich weiß, wenn ich dann bei dir liege, denkst du doch bloß noch an die Ziege.“ Brüllenden Applaus gab’s für diesen Beitrag aus der Geflügelwelt.

SPD und Trollinger

„Wenn die SPD so weitermacht, hot die bald no weniger Prozent wie a Gläsle Trollinger.“ Christoph Sonntag

„Was isch bei dem älter? Sei Gsicht oder sei Lederdasch?“ Sonntag über Heiner Geißler

„Das Beste an der polnischen Regierungspartei isch, dass die PiS-Partei heißt.“ Sonntag