Winnenden

Citytreff: Gemeinderat betont Vorrang für Vereine

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Citytreff 2019: Gut besucht, das Konzept geht auf, Vereine haben den Platz an der Wallstraße belebt, aber es sind wieder weniger. © ZVW/Gaby Schneider

Winnenden. Beim Thema Citytreff kommt Freude auf im Gemeinderat. Oberbürgermeister und Räte sind sehr zufrieden mit dem Fest vom letzten Wochenende. Gleich am Dienstag nach dem Fest haben sie einstimmig beschlossen, das Konzept im Wesentlichen beizubehalten und die Festagentur neu auszuschreiben – weil deren Vertrag abgelaufen ist.

Seit 2016 hat der Citytreff ein neues Gesicht. Winnenden feiert seither nach einem zielgruppenorientierten Konzept, das seinerzeit im wesentlichen Hansjörg Neumann entwickelt und umgesetzt hat. Einer von mehreren Effekten war damals, dass plötzlich wieder mehr Vereine mitmischten und dass mehr Winnender Gesichter an den Ständen zu entdecken waren. Dieser Effekt hat sich in diesem Jahr etwas abgeschwächt. „Die Vereine waren in diesem Jahr nur bedingt da“, konstatierte die neue Kulturamtsleiterin Sybille Mack in der Sitzung am Dienstag, „auf alle Fälle wollen wir sie wieder mehr einbinden. Die Vereine haben Vorrang vor kommerziellen Anbietern.“

Mack und ihr Team haben das Konzept von 2016 fortgeschrieben und den neuen Gegebenheiten angepasst. Zwei Dinge werden geändert: Der Kronenplatz entfällt als Festgelände, weil dort ein großes Wohnhaus gebaut werden wird. Deshalb soll der Citytreff sich mehr am Viehmarktplatz und eventuell in der Paulinenstraße ausweiten. Zweitens: Die einheitlichen Festzeiten auf allen vier Plätzen des Citytreffs hätten sich nicht bewährt, sagt Mack: „Vielfach sind zum Beispiel die jungen Zielgruppen am Montagmorgen um elfe no ned onderwegs.“

Ortskenntnis soll Kriterium für Agentur sein

Liegt es an der Agentur KMR, dass in diesem Jahr so wenige Vereine teilnahmen? Anja Luckert (CDU) meint zumindest, es habe Kommunikationsprobleme zwischen Agentur und Vereinen gegeben, und die Stadtverwaltung müsse mit der Agentur reden.

„Ich glaube nicht, dass dies an der Agentur liegt“, sagte Christoph Mohr (ALi). Insgesamt fand er den Citytreff gut, vor allem hält er das Konzept von 2016 für gut. Bei der Ausschreibung bittet er, darauf zu achten, dass Ortskenntnis ein Kriterium ist für eine Agentur, die das ganze Fest betreiben soll.

Winnender Wein- und Kulturverein beim Citytreff vermisst

Wie hoch der wirkliche Abmangel des Citytreffs von 2019 sein wird, weiß zu diesem Zeitpunkt noch keiner. Aber FWV-Stadtrat Markus Siegloch sagt: „Klar: Der Abmangel ist nötig. Dagegen hat auch keiner was. Aber wir hätten gerne mehr Transparenz. Wofür wird dieser Abmangel gebraucht?“

„Transparenz wollen auch wir“, erklärte Sybille Mack. Sie werde mehr Einblick und detailliertere Abrechnungen von der künftigen Agentur verlangen. „Wie können Sie eigentlich den Abmangel berechnen ohne Transparenz? Warum haben Sie keine Transparenz“, fragte Siegfried Lorek (CDU). „Weil der Vertrag über drei Jahre alt ist“, antwortete Mack. Neue Verträge würden anders gestaltet.

„Den Winnender Wein habe ich vermisst auf diesem Citytreff“, meinte Christoph Mohr. Es war einer der Bestandteile des Konzepts von 2016, dass am Domingoplatz eine ruhigere Ecke eingerichtet wurde, die der Winnender Wein- und Kulturverein mit Winnender Weinen bewirtete. In diesem Jahr waren die Winnender nicht da, dafür schenkten Cannstatter Wengerter Cannstatter Weine aus. „Die haben das auch ganz gut gemacht“, meinte Sybille Mack. Aber auch sie hätte lieber den Wein- und Kulturverein gehabt. Nur hat der durch die Heimattage zu viele andere Engagements in diesem Jahr.


Der Abmangel

Ein großes Stadtfest wie der Citytreff ist nur möglich, wenn die Stadt einen ordentlichen Zuschuss gibt.

Als 2016 der neu konzipierte Citytreff über die Bühne ging, sprengte das Defizit den Rahmen.

Die Stadt hat daraufhin den Zuschuss für den Citytreff 2017 auf 80 000 Euro erhöht. Aber der reichte nicht. Am Ende musste die Stadt 118 500 Euro zuschießen.