Winnenden

Comedian Django Asül freut sich auf Winnenden: "Dort passt es einfach"

Django Asül
Der deutsche Kabarettist Django Asül bezeichnet sich als Sportler, der zum Ausgleich auf die Bühne geht. © Johannes Haslinger

Django Asül liest gern Politikern die Leviten, vor allem bei seiner „Starkbierrede“ im Münchner Hofbräuhaus oder bei „Neues aus der Anstalt“ im ZDF. Am Freitag, 5. August, kommt er nach Winnenden zu den Sportfreunden Höfen-Baach, tritt um 20 Uhr bei ihren Kulturwochen auf (Karten über eventim.de oder an der Abendkasse). Unsere Redaktion hat dem Tennisspieler und FC-Bayern-Fan, der dieses Jahr 50 geworden ist und mit bürgerlichem Namen Uğur Bağişlayici heißt, vorab ein paar Fragen gestellt.

Ein Sportverein lädt einen politischen Kabarettisten ein. Sind jetzt alle verrückt geworden?

Das ist nicht verrückt, sondern konsequent. Denn ich verbringe viel mehr Zeit beim Sport als auf der Bühne. Eigentlich bin ich ein Sportler, der zum Ausgleich auf die Bühne geht. Und in meinem Programm „Offenes Visier“ geht es nicht um so Banales wie Politik, sondern um das wirklich Essenzielle.

Um Solidarität, Klimaschutz und Nachhaltigkeit, wie es im Ankündigungstext heißt. Sind Ökos die neue CSU? Haut das Kabarett jetzt auf die drauf?

Es geht auf höchst amüsante Art um die Frage: Wie gehe ich persönlich mit den aktuell großen Themen Nachhaltigkeit und Solidarität um? So viel kann ich verraten: Da wird es sehr schnell sehr komisch. Es geht mir also weder um Appelle noch um Tipps. Sondern wie ich auf die derzeitigen Umstände reagiere. Der Rahmen meines Programms ist also nicht der ganze Planet, sondern wirklich meine Welt. Es geht auch um Dinge wie Wohnungsnot, moderne Arbeitswelt und warum ich mal selber Lehrer geworden bin. Und so ganz nebenbei erfährt das Publikum, warum Malta das optimale EU-Land ist. Mit den harten politischen Themen setze ich mich dann beim Jahresrückblick und in meinen TV-Sendungen auseinander. Abgesehen davon ist die CSU je nach Jahreszeit offen für jedwede Positionierung und somit maximal flexibel.

Tritt es sich auf der Kabarettbühne leichter auf als im Fernsehen?

Bühne und Fernsehen sind zwei völlig verschiedene Baustellen. Das kann man gar nicht vergleichen. Fernsehen wird schnell sehr technisch, weil der Regisseur natürlich seine berechtigten Wünsche hat, um ein entsprechendes Produkt abzuliefern. Sagen wir mal so: Wenn ich nicht auch Live-Tourneen machen würde, würde ich bestimmt auch kein TV machen. Der Wellnessfaktor von der Kabarettbühne ist sicher eine Triebfeder für mich.

Ist ein Auftritt vor 350 Leuten für Sie eine Art Wohnzimmerkonzert, also ein exklusives Vergnügen, oder haben Sie da eher ein Gefühl von „Back to the roots“, wie Sie mal (vermutlich klein) angefangen haben?

Die Anzahl der Zuschauer ist gar nicht so wichtig. Es kommt mehr auf die Qualität der Zuschauer an. Und weil ich schon des Öfteren in Winnenden und überhaupt in der Region war, weiß ich: Dort passt es einfach. Außerdem will ich mal im VIP-Shop von Kärcher vorbeischauen. Und Ende der 80er war ich in Milwaukee als Austauschschüler. Und Milwaukee wiederum hat ja so was wie einen Souvenirladen in Winnenden. Mein Bezug zu dem Ort ist also weit überdurchschnittlich. Abgesehen davon ist natürlich jeder Auftritt von mir ein exklusives Vergnügen. Weil jeder Auftritt auch seine eigene Note hat. Da wird nicht einfach nur das vom Vorabend abgenudelt.

Sie treten auch in Rundfunksendern auf, die Kabarettisten schon mal abgeschaltet und damit zensiert haben. Wie geht man allein mit dem Gedanken daran um?

Damit ist in den nächsten Jahren permanent zu rechnen. Nicht aus inhaltlichen Gründen. Sondern weil jede Sendung vom Wirtschaftsminister Habeck nur ein bestimmtes Strom- und Heizbudget kriegen wird. Da kann es gut sein, dass ein, zwei zusätzliche Scheinwerfer für ein vorzeitiges Ende sorgen. Aber das kompensiere ich gerne durch Liveauftritte.

Was raten Sie dem Publikum, wenn es lachen will, aber das Lachen bleibt im Halse stecken?

Es gilt eine klare Arbeitsteilung: Ich fabriziere auf der Bühne das, wonach mir ist. Und dafür reagiert das Publikum so, wie es will. Aus Erfahrung kann ich sagen: Meine Zuschauer brauchen da definitiv keine Ratschläge von mir. Sollte wider Erwarten aber beim Abend in Winnenden jemand Rat brauchen: Einfach die Hand heben wie in der Schule. Ich registriere so was sofort.

Django Asül liest gern Politikern die Leviten, vor allem bei seiner „Starkbierrede“ im Münchner Hofbräuhaus oder bei „Neues aus der Anstalt“ im ZDF. Am Freitag, 5. August, kommt er nach Winnenden zu den Sportfreunden Höfen-Baach, tritt um 20 Uhr bei ihren Kulturwochen auf (Karten über eventim.de oder an der Abendkasse). Unsere Redaktion hat dem Tennisspieler und FC-Bayern-Fan, der dieses Jahr 50 geworden ist und mit bürgerlichem Namen Uğur Bağişlayici heißt, vorab ein paar Fragen

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