Winnenden

Comedian Klaus Birk: „Die Sportfreunde Höfen-Baach sind zum Niederknien!“

Klaus Birk
Klaus Birk spielt sein Best-of-Programm am 29.7. in Höfen bei den Sportfreunden. © Privat

„Adam, Eva und der Trump Tower“ hat der Kabarettist und Comedian Klaus Birk sein Best-of-Programm genannt. Damit tritt der Bühnen- und Fernseherfahrene am Freitag, 29. Juli, vor vergleichsweise kleinem Publikum in Winnenden-Höfen auf. Es gibt noch Karten an der Abendkasse (Talstraße 20, beim Vereinsheim der Sportfreunde, open air), um den sympathischen, aber mit allen sprachlichen Wassern gewaschenen Schwaben mal (wieder) aus der Nähe und live zu erleben. Als kleinen Vorgeschmack hat er der Winnender Zeitung kurz zuvor ein launiges Interview gegeben – zum Warmlachen, sozusagen.

Wie hat Ihr Künstler-/Kabarettistenleben in der Pandemiepause ausgesehen?

Wir haben jede Absage betanzt und gefeiert. Nach der 100sten Auftrittsabsage im ersten Jahr bekamen wir alle Beifall von Balkonen und Bürgersteigen, als wir auf der Straße lagen. Auch wurden wir allerorten gefeiert und überhäuft mit Dankschreiben, weil wir auf 100 Prozent unserer Gagen verzichtet haben mussten. Ansonsten haben wir tagsüber versucht zu überleben, nachts geweint, geschrieben, gelesen und uns darauf besonnen, wie gut es uns trotz allem geht. Manche haben dabei zum Glauben gefunden. Auch an sich selbst. Und haben angefangen, Neues zu wagen.

Wann begann das Künstlerleben wieder Fahrt aufzunehmen?

Mittags um 14 Uhr 11 im Jahre 2025. Wobei in den Zug vermindert Zuschauer einsteigen, weil niemand weiß, wo die Fahrt für die Kultur hingeht. Viele gehen nicht mehr aus und der Rest bleibt zu Hause. Mit einer Ausnahme: Open Air. Der Opener und Fahrtaufnehmer für viele, die Freiheit suchen. Freiheit von Maske, Home-Office und zu viel Beziehung. Freiheit in Gemeinschaft.

Wie empfanden Sie die Anfrage des Veranstalters, vor nur 350 Zuschauern aufzutreten?

Was? Nur 350 Zuschauer? Ich dachte, es kommen 35.000! Aber wir haben gelernt, bescheidener zu sein nach dem Motto: Hauptsache, es kommen mehr ZuschauerInnen als Künstler auf der Bühne stehen. Bei mir wären es dann mehr als eine.

Die Sportfreunden Höfen-Baach sind eben ein kleiner Veranstalter, noch dazu ein Newcomer im Kulturbusiness. Es sind erst die zweiten „SHB-Kulturwochen“.

Das Engagement der Sportfreunde ist wunderbar! Zum Niederknien. Weil jeder kleine Künstlerin davon geträumt hat, wieder auftreten zu dürfen. Der Traum wird nun wahr in Höfen und ich freue mich sehr auf jede Openairin. Für den Verein werde ich eine Kerze anzünden. Wer nachfühlen kann, was zwei Jahre Pandemie für uns bedeutet haben, weiß, wie dankbar wir für jeden Auftritt, für jeden Veranstalterin, jeden Techniker, jeden Besucherin sind. Und das auch noch von Herzen.

Passiert das inzwischen öfter, dass ein Sportverein „in Kultur“ macht?

Ja, vor allem, weil normale Theater keinen Sportplatz haben, auf dem frau Open Air veranstalten kann. Und übrigens: Als VfB-Mitglied und Fan darf ich hier mal anmerken, dass Sport und erst recht ein Sportverein schon immer Kultur ist. Zumindest, so lange der Verein nicht absteigt.

Sind Sie überhaupt schon einmal in Winnenden aufgetreten?

Überhaupt schon mehr als viermal. Und das persönlich. Und es war jedes Mal ein phantastisches Publikum. Und überhaupt war es schon immer ein Traum von mir dort beklatscht und angelacht zu werden.

Treffen Sie besondere Vorkehrungen für einen Auftritt open air?

Ja klar. Ich fahre hin. Bin da. Nehme lange Hose, Schuhe, Schal mit. Und trage eine Maske - in der Tasche. Habe auch einen Schirm dabei. Hilft bei Sonne und Regen. Und ein „Best-of“-Programm ist auch mit dabei samt ein bis drei Kameras, um den Abend aufzuzeichnen.

Oha. Und auf was sollten sich die Zuschauer einstellen?

Auf sich, auf mich, gemeinsames Lachen, Lächeln, Schmunzeln. Und natürlich auf SchwabenInnen und weitere wunderbare Wesen der Schöpfung, wie Adler, Papageien, Eidechsen und Wanderhasen.

Bieten Sie die schnellen Lacher wie Mario Barth (pardon, ich will Sie nicht beleidigen, eher eine rhetorische Frage), oder entwickeln Sie Ihre Figuren und Geschichten wie Gerhard Polt?

Hierauf antworte ich aus voller Überzeugung mit einem klaren „Ja“. Mario Polt und Gerhard Barth sind schon seit langem Vorbilder für mich. Wobei ich den Birk-Stil bevorzuge: schnelle Lacher und gute Geschichten. Oder waren es schnelle Geschichten und gute Lacher? Egal, dann eben beides und das mit Absicht.

Wie sind Sie Comedian geworden?

Habe Jura studiert und musste danach erst mal weglachen, was ich im Studium verlernt habe. Dabei habe ich bemerkt, wie heilsam Lachen sein kann. Deshalb entschloss ich mich, nicht zu klagen und zu verklagen, sondern lachen zu machen. So wurde ich ein Lachenmacher.

Wie wichtig ist Lachen in Zeiten wie diesen?

Gegenfrage: Wie wichtig ist Atmen, Essen und Trinken? Lachen befreit, erleichtert und kräftigt. Herzliches Lachen hat etwas mit Liebe zu tun und davon benötigen wir gerade jede Menge.

„Adam, Eva und der Trump Tower“ hat der Kabarettist und Comedian Klaus Birk sein Best-of-Programm genannt. Damit tritt der Bühnen- und Fernseherfahrene am Freitag, 29. Juli, vor vergleichsweise kleinem Publikum in Winnenden-Höfen auf. Es gibt noch Karten an der Abendkasse (Talstraße 20, beim Vereinsheim der Sportfreunde, open air), um den sympathischen, aber mit allen sprachlichen Wassern gewaschenen Schwaben mal (wieder) aus der Nähe und live zu erleben. Als kleinen Vorgeschmack hat er der

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