Winnenden

Corona: Darf ich meine Friseurin fragen, ob sie geimpft ist?

Lockdown
Beim Friseur müssen Kundinnen und Kunden wieder nachweisen, entweder genesen, getestet oder geimpft zu sein. Symbolbild. © ALEXANDRA PALMIZI

Geht ein gestandener Winnender in eine anständige Winnender Wirtschaft, freut sich auf sein Bier und wird gleich am Eingang gefragt, ob er geimpft ist. „Ha ja. Isch ja recht“, denkt er, „mir müsset älle uffbassa.“ Er ist geimpft, und seinen Impfausweis zeigt er gerne vor. Das Bier schmeckt ihm und belebt seine Gedanken. „Isch jo guet, wenn i gimpft bin. Aber wie isch es eigentlich mit der Bedienung?“ Darf man so etwas fragen? Oder fällt das unter den Datenschutz? Und wie ist das mit meiner Friseurin, überlegt er sich dann: „Sie fragt mich, dann frag ich sie – oder?“

Andere Geschichte: Gehen zwei Frauen in ein kleines, feines Winnender Modegeschäft, unterhalten sich mit der Inhaberin, probieren was, gehen wieder raus und überlegen sich: „Wir sind ja geimpft, aber wie ist es mit der Einzelhändlerin ?“ Gefragt haben sie nicht, doch eigentlich denken sie: „Mer sott’s wissa.“

Die andere Überlegung ist: Hält man das aus, was man dann als Antwort kriegt? Ein Winnender, der immer in den gleichen Friseursalon geht, hat auf Nachfrage erfahren, dass seine Friseurin und deren Kolleginnen Angst haben vor dem Impfen, weil sie aus dem Internet und über Bekannte die Erzählung gehört haben, dass Frauen unfruchtbar würden vom Impfstoff – ein hanebüchener Unsinn, dem alle seriösen Mediziner widersprechen.

Das hilft aber dem Friseurkunden nichts. Er steht jetzt vor der haarigen Entscheidung, ob er den angestammten Friseursalon wechselt, seine geliebte Frisur aufgibt und sich durchfragt, bis ihm ein Friseur oder eine Friseurin glaubhaft versichert, dass sie immunisiert ist, oder sogar ihren Impfpass zeigt, wenn er seinen vorlegt.

Unser gestandener Winnender Wirtshausgast hat sich ziemlich bald in der Kneipe dazu durchgerungen, die Bedienung zu fragen: „Bisch du gimpft?“ Die Antwort war sozusagen eine Kurzfassung des Datenschutzgesetzes in einfacher Sprache: „Des goht di en Scheißdreck a!“ Vielleicht stimmt das, was die Bedienung sagte. Aber was sollen wir jetzt machen? „Jetzt bleibe mer dohoim. Do han i au mei Bier“, schlägt der Abgebügelte vor.

So pragmatisch sich das anhören mag, darf man doch zweifeln: Hält der das durch? Würde ich das aushalten? Ich weiß nicht. Wir müssen unsere Wirte durch den Winter bringen, sage ich, und die müssen sich dann halt darauf gefasst machen, dass wir sie fragen: „Bisch du gimpft?“ Der Datenschutz, der ist uns piepegal im Gespräch von Mensch zu Mensch und von Gast zu Wirt. Denn im Handel, beim Friseur und in der Gastronomie gilt überall das Gleiche: Froga koscht nix.

Geht ein gestandener Winnender in eine anständige Winnender Wirtschaft, freut sich auf sein Bier und wird gleich am Eingang gefragt, ob er geimpft ist. „Ha ja. Isch ja recht“, denkt er, „mir müsset älle uffbassa.“ Er ist geimpft, und seinen Impfausweis zeigt er gerne vor. Das Bier schmeckt ihm und belebt seine Gedanken. „Isch jo guet, wenn i gimpft bin. Aber wie isch es eigentlich mit der Bedienung?“ Darf man so etwas fragen? Oder fällt das unter den Datenschutz? Und wie ist

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