Winnenden

Cro lässt in Winnenden Shirts bedrucken

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© Ramona Adolf
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Der Star-Hip-Hopper ließ sich ja in Winnenden noch nie blicken (zumindest wurde er nicht erkannt, denn er lupft ja nie seine Panda-Maske). Doch bei der Sommertour konnten seine jungen Fans wenigstens mal eins der neuesten T-Shirts streicheln und fotografieren. © Schneider / ZVW
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Die Farben Weiß, Orange und Blau wurden von der Maschine nacheinander im Siebdruckverfahren auf die Baumwoll-T-Shirts gestrichen. © Schneider / ZVW
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Das Sommertour-Motiv hat Zeitungsgrafiker Thorsten Haul entworfen. Die Schrift mit Schatten ließ sich nur beim Tassendruck realisieren. © Schneider / ZVW
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Ein fertig bedrucktes T-Shirt, ein Geschenk von Schwaben-Druck, durfte sich jeder Sommertourgast mitnehmen. Links zu sehen Brigitte Mayer und der frühere Metallbau-Mayer-Mitarbeiter, Herr Bernhard. © Schneider / ZVW

Winnenden. Wie kommt die Panda-Maske auf T-Shirt und Pullover? Junge Fans des Rappers Cro, ihre Eltern und Großeltern waren bei der Sommertour in die Winnender Werkstatt von Schwaben-Druck dabei. „Ich habe ihn hier noch nicht gesehen“, sagt Andreas Kamm, „aber wir sind froh, dass er seit einem halben Jahr unserer Kunde ist.“

Video: Das Siebdruckverfahren bei Schwaben-Druck.

Andreas Kamm führt die Hälfte der Gäste durch den Betrieb, seine „rechte Hand“ Patrick Hilpert die andere. Sonst wär’s doch zu laut in den ehemaligen Hallen von Metallbau Mayer, deren nicht mehr genutzte Kranbahnen einen Jungen so faszinieren, dass die Oma gleich am Anfang danach fragen muss.

Den Cro-Devotionalien nähern sich die jungen Fans eher schüchtern, ein Mädchen fotografiert mit dem Handy und streichelt mit der Hand über die farbige Schrift. Andreas Kamm erläutert derweil das Siebdruckverfahren, das hochwertigste, das Schwaben-Druck zu bieten hat. „Es lohnt sich nicht bei Einzelanfertigungen, sondern nur bei höheren Stückzahlen.“ Bis zu acht Farben drucken die Winnender normalerweise auf ein Textil. Für den Star aus Stuttgart, der sein Gesicht bei öffentlichen Auftritten hinter einer Panda-Maske verbirgt, mussten es 13 Farben sein.

Andreas Kamm betont: Man kann jede Menge in den Online-Shops des Versandhandels der Brüder Kamm kaufen, von der St.-Pauli-Tasse bis hin zum Aufnäher mit durchgestrichenem Hakenkreuz – bloß keine Cro-Fanartikel. „Das macht seine Merchandising-Firma selbst. Sie hat auf unserem Gelände eine Halle angemietet, wo die Sachen lagern.“ Die mit der momentan laufenden Tournee betrauten Mitarbeiter haben in Stuttgart ihre Büros.

Von der Grafikabteilung des Zeitungsverlags hat Andreas Kamm ein Motiv für die „Sommertour 2016“ bekommen und damit demonstriert, wie es vom Computer auf Film kommt und vom Film per Belichtung auf ein Sieb mit feinsten Löchern. Pro Farbe wird ein solches Sieb erzeugt. Es wird in die Maschine neben die Farbwanne gespannt, der Mitarbeiter zieht das T-Shirt akkurat auf die Platte darunter. Im Gänsemarsch laufen 30 Leute einmal um die Druckmaschine mit ihren Krakenarmen herum und sehen, wie erst Weiß, dann Orange und zum Schluss Blau für das Logo des Zeitungsverlags auf den grünen Baumwollstoff gestrichen werden. 200 Shirts pro Stunde könnten hier bedruckt werden, doch die Hälfte der Mitarbeiter ist schwerbehindert und der Betrieb ist eine gemeinnützige GmbH: „Wir üben keinen Leistungsdruck aus – und wir machen keinen Gewinn, sondern haben das Ziel, am Ende des Jahres mit einer schwarzen Null rauszukommen.“ Andreas Kamm wünscht sich daher Aufträge für seine insgesamt 60 Leute. „Empfehlen Sie uns weiter!“, wünscht er sich von den Sommertouristen, denen er am Ende je ein apfelgrünes, vorne und hinten bedrucktes T-Shirt schenkt. Gedruckt mit der gleichen Maschine wie die Cro-T-Shirts.

Produktion mit Ökostrom

Schwaben-Druck bringt Motive, Nummern und Namen auch mit anderen Verfahren aufs Textil. Die Heißbügelpresse eignet sich fürs Fußballertrikot, die Stickmaschine fürs individuelle Firmen-Polo-Shirt. Es gibt einen Lasertransferdrucker und Sublimation heißt das Verfahren, mit dem das Bild auf eine Tasse oder eine Kissenhülle kommt. „Beratung erfolgt in unserem Geschäft an der Seehalde“, so Andreas Kamm.

Auch fair gehandelte Textilien können bestellt werden, doch meist sind sie den Kunden zu teuer. „Wir produzieren mit Ökostrom, was uns 5000 Euro mehr im Jahr kostet“, berichtet Andy Kamm.