Winnenden

Dachdecker und Drogendealer aus dem Winnender Asylheim bleibt in Haft

Drogen dealen
Ein Drogendeal (Symbolbild). © ALEXANDRA PALMIZI

Äußerst dumm gelaufen ist der Versuch eines 26-jährigen Mannes aus Gambia, im vergangenen Sommer an der Asylbewerberunterkunft Albertviller Straße in das Gewerbe mit verbotenen Drogen einzusteigen.

Wegen einer vorangehenden Verurteilung (Diebstahl) und daran anschließender Untersuchungshaft befindet sich der Mann in der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart in Haft. Für eine Verhandlung am Waiblinger Amtsgericht durfte er die Einrichtung verlassen, zumindest kurzfristig.

Von Beruf ist der Mann Dachdecker

Der 26-Jährige lebt seit 2017 mit einer Duldung in Deutschland. Sein Asylverfahren ist noch nicht abgeschlossen, so dass er von Asylbewerberleistungen des Landratsamts lebt.

Seinen Beruf gab er mit Dachdecker an, obwohl er in seiner Heimat sechs Jahre die Schule besuchte, bezeichnete er sich als Analphabeten.

Die Asylunterkunft gilt als Dreh- und Angelpunkt von Drogengeschäften

Wann die Drogengeschäfte des Angeklagten begannen, ließ sich in der Verhandlung nicht klären, da er selbst sich darauf beschränkte, die ihm vorgeworfenen Straftaten einzugestehen, aber darüber hinaus aus Angst keine weiteren Angaben machen wollte.

Das Ende des Handelsunternehmens wurde jedenfalls im vergangenen Sommer eingeläutet, als dem Stuttgarter Landeskriminalamt zu Ohren gekommen war, dass es sich bei der Winnender Asylbewerberunterkunft in der Albertviller Straße um einen Dreh- und Angelpunkt des illegalen Handels mit Drogen handle.

Verdeckter Ermittler geht in der Unterkunft ein und aus

Ins Blickfeld der Ermittler gerieten damals drei Bewohner, auf die ein verdeckter Ermittler der Behörde angesetzt wurde. Als dieser Ermittler im Juli das Heim aufsuchte und vorgab, er wolle etwas zum „Rauchen“ kaufen, kam er mit dem Angeklagten in Kontakt, der ihm mit Händen und Füßen deutend 2,5 Gramm Marihuana für 50 Euro anbot. Man einigte sich schließlich auf 1,5 Gramm zu einem Preis von 30 Euro, tauschte Namen und Telefonnummern.

Er könne sich jederzeit bei ihm melden, wenn er Nachschub benötige, lud der Angeklagte den Ermittler ein. Bereits anderthalb Wochen später versuchte der Angeklagte, den Ermittler anzutelefonieren, im August verkaufte er ihm 4 Gramm für 40 Euro.

Nach mehreren Anrufen und Whatsapp-Nachrichten des Angeklagten im Lauf des Septembers traf man sich im Oktober eher zufällig. Eigentlich sei der Ermittler zu einem anderen Verdächtigen unterwegs gewesen, als er dem Angeklagten wieder im Heim in die Arme lief und ihm dieser erneut 4 Gramm um 40 Euro verkaufte.

Eine Durchsuchung des Zimmers des Angeklagten in seiner Unterkunft in Korb förderte dann 1,4 Gramm Marihuana, sechs Ecstasytabletten und 60 Euro Bargeld zutage. Bei dieser polizeilichen Maßnahme musste die Zimmertür aufgebrochen werden, wodurch ein Schaden in Höhe von 300 Euro entstand, der dem Angeklagten in Rechnung gestellt wurde.

Seit mehr als zehn Jahren drogenabhängig

Der Angeklagte erklärte der Richterin, dass er, seit er 15 oder 16 Jahre alt sei, Marihuana und Ecstasy konsumiere, nicht ständig, aber immer wieder. Er glaube, dass er total damit aufhören müsse, dies sei wohl für ihn das Beste. In der Haft gehe es ihm nicht gut, berichtete er weiter.

Richterin Basoglu-Waselzada hielt in ihrer mündlichen Urteilsbegründung dem Angeklagten zugute, dass er seine Taten begangen habe, um die eigene Sucht zu finanzieren, und sich auch für sie entschuldigte. Er habe sie eingeräumt, allerdings nur, was aufgrund der Beweislage sowieso offensichtlich war.

Sie erkenne auch an, dass ihn die Haft sowohl körperlich wie auch seelisch belaste, allerdings sehe sie keine besonderen Umstände, die es rechtfertigen würden, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Weder habe er bisher etwas gegen seine Drogenabhängigkeit unternommen noch irgendwelche Schritte zur beruflichen oder sozialen Eingliederung eingeleitet, die eine für ihn positive Sozialprognose rechtfertigen würden.

Richterin: Die Haftstrafe bleibt in Kraft

Der gegen den Angeklagten erlassene Haftbefehl bleibt in Kraft, verkündete Richterin Basoglu-Waselzada, die Verfahrensbeteiligten haben eine Woche Zeit zu entscheiden, ob sie das Urteil annehmen oder dagegen Rechtsmittel einlegen möchten.

In die Haftstrafe mit eingeschlossen ist eine vorangehende Verurteilung wegen Beleidigung über eine Geldstrafe in Höhe von 100 Euro.

Äußerst dumm gelaufen ist der Versuch eines 26-jährigen Mannes aus Gambia, im vergangenen Sommer an der Asylbewerberunterkunft Albertviller Straße in das Gewerbe mit verbotenen Drogen einzusteigen.

Wegen einer vorangehenden Verurteilung (Diebstahl) und daran anschließender Untersuchungshaft befindet sich der Mann in der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart in Haft. Für eine Verhandlung am Waiblinger Amtsgericht durfte er die Einrichtung verlassen, zumindest kurzfristig.

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