Winnenden

Das neue Dach des Winnender Bahnhofs fehlt immer noch

Bahnhofdach
Der Bahnhofseingang: Kein Dach, eine breite Absperrung, Zugang zur Treppe nur über schmale Wege. © Gaby Schneider

Seit Ende letzten Jahres sind die Winnender Bahnkunden ohne Eingangsdach. Mit dem Abriss des alten Treppendachs zwischen Gleis 1 und dem Bahnhofsgebäude hatten die Bauarbeiten im Dezember 2020 begonnen. Die massive Betonplatte, die mit starken Stahlstäben und Pfeilern über der Treppe stand, soll durch leichte Aluminium-Sandwich-Platten, neue Stahlpfeiler und Träger ersetzt werden. Die Idee an sich ist nicht schlecht. Aber wann wird sie Wirklichkeit?

Das Projekt hätte eigentlich schon im Frühjahr fertig sein müssen

Das neue Dach fehlt und die Baustelle bleibt. Laut der Deutschen Bahn sollte das Projekt schon im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein und somit nur ein paar Monate dauern. Jetzt sieht es danach aus, dass das Bahnhofsdach auch im Jahr 2022 noch ein Thema sein wird.

Aufenthalt am Bahnhof ist seit vielen Monaten unwirtlich

Einige Monate lang hat der Bahnverkehr in Winnenden durch die Baustelle bereits gelitten; Baumaterial war über dem Gelände verteilt, und die Unterführung zu den gegenüberliegenden Gleisen war vorübergehend geschlossen, wodurch Passanten als Ersatzweg die Treppenbrücke und den Aufzug verwenden mussten. Dadurch kam es öfter zu Schwierigkeiten, berichtet eine Schülerin aus Winnenden, die täglich mit der Bahn zur Schule und zur Arbeit fährt. Sie erzählt, dass sich nicht nur einmal eine Menschenmenge in der Unterführung angesammelt habe, weil sich einige Leute wegen unerwarteter Absperrung der Ausgänge im Tunnel gestaut haben.

Der VVS-Busfahrplan ist zeitlich auf die Ankunft der Bahnen abgestimmt, um Weiterreisenden gute Anschlüsse zu ermöglichen. Zum Beispiel plant die Busverbindung vom Stuttgarter Bahnhof nach Berglen sechs Minuten Umsteigezeit am Winnender Bahnhof ein. Normalerweise ist das zeitlich machbar, aber umso mehr baustellenbedingte Hindernisse im Weg sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Anschlussbusse verpasst werden.

Eigentlich ist alles vorbereitet für den Aufbau des neuen Dachs

Mittlerweile ist das alte Dach komplett weg und jeweilige Überreste der Betonplatte sind von den Bahnsteigen beseitigt worden. Die Montage des neuen Dachs hat noch nicht begonnen. Einige Parkplätze vor dem Kiosk sind jedoch abgesperrt und werden zurzeit von Baumaterial anstelle von Autos besetzt. Auch die Unterführung ist immer noch nicht ohne Hürden begehbar. Der Platz vor dem Treppenaufgang ist mit Absperrgittern gesperrt und mit einem kleinen Schild weist die Baufirma im Namen der Deutschen Bahn darauf und auf die Alternative, die Treppenbrücke, hin. Trotz Schild und abgesperrten Vorplatz laufen Leute ohne weiteres durch die Unterführung, um zu den Gleisen 2 und 3 zu gelangen.

Obwohl der Bahnhof verglichen zum Frühjahr wieder größtenteils aufgeräumt und organisiert ist, erweist er sich als unwirtlich. Die Parkplätze, die durch das darauf liegende Baumaterial unzugänglich sind, sind Kurzzeitparkplätze. Diese Art von Parkplatz dient normalerweise dazu, jemanden vom Bahnhof abzuholen. Vor allem, wenn der Reisende Gepäck mit sich hat, sind solche Stellplätze eigentlich unentbehrlich.

Manchmal verdichtet sich die Menschenmenge sehr

Egal welches Alter: Die Konstruktion des Bahnhofsdachs betrifft jeden. Während Grundschüler berichten, dass die Bauarbeiten keine besonders große Hürde sind, haben ältere Schüler anscheinend mehr Probleme, reibungslos in die Schule und teilweise zur Arbeit zu kommen. Andere Jugendliche kritisieren eher die Unmöglichkeit, den Corona-Abstand einzuhalten, weil die Absperrungen die Menschen auf der Treppe enger zusammendrängen.

Bei schlechtem Wetter läuft das Wasser in die Unterführung

Das Fehlen eines Dachs über dem Treppenaufgang erweist sich vor allem dann als unangenehm, wenn es regnet. Die Treppen werden nass und rutschig, das Wasser läuft in die Unterführung und der Bahnhof wirkt insgesamt "versifft’’, beschwert sich eine berufstätige Winnenderin. Die Personen, die sich bei starkem Regen am Bahnhof befinden, sammeln sich in der Unterführung oder unter einem der Bahnsteigdächer, um dem Regen so gut es geht aus dem Weg zu gehen.

Die Deutsche Bahn beantwortet keine Fragen

Warum tut sich nichts bei diesem Dach? Warum hat die Bahn überhaupt das alte Betondach abgerissen, wenn sie kein neues zustandebringt? Die Kommunikation mit der Bahn ist nicht ganz einfach. Zunächst gibt die Pressestelle keine sofortigen Antworten auf mündliche Anfragen. Stellt man dann schriftliche Fragen per E-Mail, wartet man acht Tage lang vergeblich. Auch die Stadtverwaltung und der Oberbürgermeister sind zurzeit ohne Information zur Bahnhofsdachbaustelle. Dies stellte sich bei einer Anfrage von Rahel Dangel (ALi) im Technischen Ausschuss heraus.

Seit Ende letzten Jahres sind die Winnender Bahnkunden ohne Eingangsdach. Mit dem Abriss des alten Treppendachs zwischen Gleis 1 und dem Bahnhofsgebäude hatten die Bauarbeiten im Dezember 2020 begonnen. Die massive Betonplatte, die mit starken Stahlstäben und Pfeilern über der Treppe stand, soll durch leichte Aluminium-Sandwich-Platten, neue Stahlpfeiler und Träger ersetzt werden. Die Idee an sich ist nicht schlecht. Aber wann wird sie Wirklichkeit?

Das Projekt hätte eigentlich schon

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