Winnenden

Der berühmteste Maler Winnendens ist vor 100 Jahren gestorben

Kornbeck
Ausschnitt eines Aquarells von Julius Kornbeck: Es zeigt Winnenden. Quelle: Ludwigsburg Museum © Stadtarchiv

Am 3. Mai 1920 verstarb im Nürtinger Stadtteil Oberensingen der aus Winnenden gebürtige Künstler Julius Kornbeck an den Folgen eines Schlaganfalls. Sein Leben und Werk stehen im Mittelpunkt einer virtuellen Ausstellung des Stadtarchivs, die ab Montag, 25. Mai, auf der städtischen Website www.winnenden.de besucht werden kann. Stadtarchivarin Michaela Couzinet-Weber, die die Ausstellung konzipiert hat, berichtet.

Die letzte Ruhestätte wünschte der Maler sich im Grab seiner Familie in Winnenden. Dort wurde er am Nachmittag des 6. Mai 1920 unter großer öffentlicher Anteilnahme beigesetzt. Stadtschultheiß Georg Schmidgall hatte zuvor „die Herren Gemeinderäte“ aufgefordert, „sich an dem Leichenbegängnis vollzählig zu beteiligen“. Über die Einzelheiten berichtete ausführlich das Volks- und Anzeigeblatt.

Beginn der Trauerfeier war auf dem Winnender Marktplatz. Ein Sextett des Landestheaters sang das Engelsterzett „Hebe deine Augen auf“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Anschließend setzte der Trauerzug sich in Richtung Friedhof in Bewegung.

Hier in Winnenden begann Kornbecks kreatives Schaffen

Am offenen Grab erklang zunächst das Lied „Es ist bestimmt in Gottes Rat“, ehe Stadtpfarrer Reinhold Planck eine Ansprache hielt. Sie gründete auf einem Vers aus dem Alten Testament: „Der Ort, worauf Du stehest, ist ein heilig Land“ (2. Mose 3,5). Das Thema Heimat habe Kornbecks Leben durchzogen, so Planck. Und Winnenden sei für den Künstler in doppeltem Sinne Heimat gewesen: als Ort seiner familiären Wurzeln und als Ausgangspunkt seines kreativen Schaffens.

Nach dem Segen folgte ein Gesangsbeitrag der Liedertafel Winnenden, und Stadtschultheiß Schmidgall legte seitens der Stadtgemeinde einen Kranz am Grab nieder. Auch er hob in seiner Trauerrede die Bedeutung „unsere(r) heimatlichen Fluren“ für die Kunst des Verstorbenen hervor. Den Abschluss der Feier bildete das Lied „Friede über dein Grab“.

Stiftung gegründet und Straße nach ihm benannt

Kornbeck
Der Maler mit Ehefrau Josephine vor einem Bild. © Stadtarchiv

Im Nachgang ließ Julius Kornbecks Witwe Josephine der Stadt Winnenden durch den Testamentsvollstrecker Eugen Gerber ein Gemälde und eine Geldsumme in Höhe von 10 000 Mark übergeben. Am 11. Juni 1920 stimmte der Gemeinderat der Gemäldestiftung zu und beschloss, die bisherige Karlstraße in Kornbeckstraße umzubenennen. Gleichzeitig erklärte die Ortsarmenbehörde, die Geldstiftung „anzunehmen & sie als ‚Julius Kornbeck Stiftung’ dem Geldgrundstock der Armenpflege […] zuzuführen“.

Außer der Biografie und dem künstlerischen Werk Julius Kornbecks thematisiert die Ausstellung seine Rezeption im Raum Winnenden seit 1920.

Eine kleine Auswahl an Gemälden rundet die Darstellung ab.

Einführung virtuell  - Ausstellung Online

Zusammen mit der neuen Präsentation wird eine virtuelle Eröffnung freigeschaltet, in der Stadtarchivarin Michaela Couzinet-Weber kurz in das Thema einführt. Bis Freitag, 17. Juli 2020, bietet sich Interessierten die Gelegenheit, die Dateien auf der Internetseite https://www.winnenden.de aufzurufen. Bei Fragen kann man sich an das Archiv unter Telefon 0 71 95/13-4 61 00 oder per E-Mail an stadtarchiv@winnenden.de wenden.