Winnenden

Der Mann, der ohne Maske gehen darf -  wird der für Kontrolleure zum Problem?

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Kornbeckstraße: Hier ist die Maskenpflicht umstritten. © Schmitzer

Für Winnenden gilt eine gerichtliche Verfügung: Ein einziger Mensch muss keine Maske tragen, wenn er durch die Verdichtungszone geht. Nur für diesen einen gilt diese Regel, weil er geklagt hat vor dem Verwaltungsgericht. Was bringt ihm das in der Praxis und wie gehen die städtischen Kontrolleure damit um?

Nach unseren Informationen ist der Mann ein Stuttgarter Rechtsanwalt, der sich dieses Recht erstreitet, weil er öfter zu Fuß durch die Winnender Verdichtungszone geht, um einen Mandanten aufzusuchen. Der Mann kommt mit der S-Bahn (wo er weiterhin Maske tragen muss), geht durch den Bahnhof (wo die Maskenpflicht immer noch gilt, auch für ihn) und erreicht dann die Kornbeckstraße, und die ist jetzt Verdichtungszone, wo für alle Passanten Maskenpflicht gilt. Nur besagter Mann darf seine Maske absetzen bis zur Fußgängerunterführung. Dann muss er sie wieder aufsetzen. Die Verfügung bringt ihm also eine kurzfristige Zwischendurch-Frischluftzufuhr, die sich wenige andere einfach illegal genehmigen.

Kontrolleure hätten es schwer

Blickt man am Montagnachmittag auf die Kornbeckstraße, so bewegen sich dort nur vereinzelt Fußgänger, und fast alle tragen Maske. Eine Frau kommt ohne Make entgegen – sie kann nicht der vom Gericht Geschützte sein, weil sie aus einem Haus herauskommt. Nacheinander passieren mehrere Afrikaner die Straße – alle mit Maske. Aber dann: ein junger Mann, aufrechter, selbstbewusster Gang, Business-Outfit, flotter Schritt – ohne Maske. Ist er der Geschützte? Blöderweise kommt gleich noch mal so ein Typ, wieder ohne Maske ... Kontrolleure hätten es schwer.

Wie sollen sie mit diesem gerichtlichen Schutz für einen einzelnen Menschen umgehen? Ganz einfach. Sie halten ihn an, kontrollieren ihn, fragen ihn. „Er wird ihnen erklären, dass das Gericht ihn schützt und dass er keine Maske tragen muss“, vermutet OB Holzwarth. Das wird geprüft. Wenn es stimmt, braucht er kein Bußgeld zu bezahlen. Hat er geblufft, kommt er dran.

Ohne Maske nur bei Abstand

Diese Ausnahmeregelung für den einen Kläger gilt nur für einige Zeit. Dann folgt ein generelles Gerichtsurteil zu den Verdichtungszonen, die der Landkreis eingeführt hat. Wie das ausgeht, weiß man noch nicht. Es kann sein, dass der Landkreis gar nichts ändern muss, es ist aber auch möglich, dass er lockern muss, genauer regeln muss. Die gerichtliche Verfügung gibt schon einen Hinweis: Überall dort, wo die 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können, muss die Maske aufs Gesicht.

Winnender kennen die Kornbeckstraße und wissen: Dort ist es oft nicht möglich, 1,5 Meter Abstand zu Entgegenkommenden zu halten, besonders, wenn gerade eine S-Bahn aus Stuttgart angekommen ist und man selbst Richtung Bahnhof geht. Da wird’s eng. Es ist wirklich eine Verdichtungszone, wenn auch nur zu S-Bahn-Zeiten. OB Holzwarth rechnet damit, dass am Ende vielleicht Nachbesserungen der Verordnung nötig werden.

In der Zwischenzeit dürfte der einzige Maskenbefreite ein eher seltenes Problem sein, mit dem Kontrolleure gut umgehen.

Für Winnenden gilt eine gerichtliche Verfügung: Ein einziger Mensch muss keine Maske tragen, wenn er durch die Verdichtungszone geht. Nur für diesen einen gilt diese Regel, weil er geklagt hat vor dem Verwaltungsgericht. Was bringt ihm das in der Praxis und wie gehen die städtischen Kontrolleure damit um?

Nach unseren Informationen ist der Mann ein Stuttgarter Rechtsanwalt, der sich dieses Recht erstreitet, weil er öfter zu Fuß durch die Winnender Verdichtungszone geht, um einen

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