Winnenden

Der Wochenmarkt in Winnenden als Ort der Begegnung - auch in Corona-Hochphase

Markt
Die Marktstraße am Donnerstagvormittag. © Benjamin Büttner

Die Corona-Fallzahlen steigen und steigen. Hält das die Winnender davon ab, den Wochenmarkt zu besuchen? Am Donnerstagvormittag um 9 Uhr ist erstaunlich wenig los auf der Marktstraße. Liegt es am ungemütlichen Wetter oder bleiben die Menschen aus Sorge vor zu vielen Begegnungen zu Hause? Letzteres verneinen die Markthändler. „Bisher ist tatsächlich noch nicht viel los“, sagt Eberhard Burtsche an seinem Gemüsestand. Er vermutet, dass das unter anderem an der Uhrzeit liegt. „Gegen Mittag wird es voller“, weiß der erfahrene Marktbeschicker.

Viel Betrieb an der Teststation

Am Morgen hat er festgestellt, dass die Mitarbeiter der neuen Teststation im ehemaligen Hardy-Modegeschäft einiges zu tun hatten. „Um 7 Uhr hat sich eine Schlange vor der Station gebildet. Das hat mich überrascht“, erzählt Burtsche. Zurück zum Markt. Hat der Händler eine weitere Erklärung für das überschaubare Geschehen? „Ehrlich gesagt habe ich mir darüber noch gar keine Gedanken gemacht. Dass das etwas mit Corona zu tun hat, kann ich mir aber nicht vorstellen. Ich hatte in den letzten Wochen hier auf dem Markt den Eindruck, dass sich alles wieder normalisiert“, berichtet er.

Keine Maskenpflicht, nur Empfehlung

In Gesichter zu blicken, von denen man lediglich die Augen und Stirn sieht, ist zu Marktzeiten in der Innenstadt zur Gewohnheit geworden. Zumindest was die Besucher betrifft: Von den Händlern trägt am Donnerstagvormittag niemand einen Mund-Nasen-Schutz, was wohl mit den Abständen zu tun hat, die durch die Auslagen zum Kunden in aller Regel gewahrt werden. Von den Besuchern ist es nur ein ganz kleiner Teil, der auf die Maske verzichtet. Viele kramen bereits beim Betreten der Marktstraße ihren Mundschutz aus der Tasche. Die Pflicht zum Tragen eines solchen Schutzes gibt es nicht, die Stadt empfiehlt es allerdings ausdrücklich (wir haben berichtet).

Mal wieder Bekannte treffen

Auch Martin Oberdörfer-Schmidt hat eine Maske vor Mund und Nase gezogen. „Ich bin geboostert, trage die Maske. Vor einer Infektion mit dem Coronavirus mache ich mir hier auf dem Markt überhaupt keine Sorgen“, antwortet er auf Nachfrage. Er ist aus den Berglen nach Winnenden gekommen, lokal und frisch einzukaufen ist ihm wichtig. „In Corona-Zeiten, mit wenigen Kontakten, ist der Markt ein Ort, an dem man mal wieder Bekannte trifft. Wenn ich im Supermarkt einkaufe, dann ist das nicht so“, stellt er fest. An diesem Donnerstagvormittag sind es aber nur wenige, die ein Pläuschchen rund um die Marktstände halten. Und wenn, dann tragen sie eine FFP2-Maske und haben deutlichen Abstand zueinander.

Nie um eine Meinung verlegen ist auch Blumenhändler Konstantin Karolidis. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass der verhaltene Besuch heute am Wetter liegt. Am Samstag vor zwei Wochen war hier extrem viel los, da war das Wetter gut“, erinnert er sich. Seiner Erfahrung nach hängt der Andrang von vielen Faktoren ab, beispielsweise auch davon, ob Monatsende oder -anfang ist. „Die Pandemie geht mittlerweile an die Substanz der Harmonie“, hat er den Eindruck. Viele seiner Kunden seien mittlerweile genervt von ständigen Anpassungen der Regeln und Verordnungen. „Sie empfinden es als Gängelei“, sagt Karolidis.

Die Corona-Fallzahlen steigen und steigen. Hält das die Winnender davon ab, den Wochenmarkt zu besuchen? Am Donnerstagvormittag um 9 Uhr ist erstaunlich wenig los auf der Marktstraße. Liegt es am ungemütlichen Wetter oder bleiben die Menschen aus Sorge vor zu vielen Begegnungen zu Hause? Letzteres verneinen die Markthändler. „Bisher ist tatsächlich noch nicht viel los“, sagt Eberhard Burtsche an seinem Gemüsestand. Er vermutet, dass das unter anderem an der Uhrzeit liegt. „Gegen Mittag wird

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