Winnenden

Deutscher Filmpreis für zwei Winnender und ihren Film über Demonstrationen

Jan Walentek
Jan Walentek hat aus Filmmaterial von Demonstrationen einen poetischen Film gemacht, der im bundesweiten Wettbewerb auf Platz 1 kommt. © Privat

Jan und Eva Walentek (74 und 71 Jahre alt) leben schon seit drei Jahrzehnten in Winnenden. Alle paar Jahre wird die bundesdeutsche Presse auf sie aufmerksam – immer, wenn sie einen bedeutenden Filmpreis für ihre kunstvollen Kurzfilme gewinnen. Am Samstag in Wuppertal haben sie einen mit 1000 Euro dotierten Hauptpreis beim deutschen Generationenfilmpreis bekommen für einen poetischen Film über Demonstrationen, Demonstranten, Wasserwerfer und mehr. Angetreten waren sie in der Kategorie „Auf den Straßen in den Köpfen“ und haben darin die Jury überzeugt.

Die schreibt: „Die Machart allein ist schon bestechend. Da sieht man quasi sich selbst als fiktiven Zuschauer vor dem Fernseher und betrachtet TV-Aufnahmen der Proteste im Hambacher Forst und Demonstrationen von und gegen Nazis. Ein skurriler Kontrast durch die ausdrucksstarke Montage, unterlegt mit meditativer Musik, der gleichermaßen emotionalisiert, irritiert und zur Auseinandersetzung auffordert.“ Der Film rege an, über die Sinnhaftigkeit und den Nutzen von Demonstrationen nachzudenken. „Jan und Eva Walentek geben in ihrem Film keine Antworten und enthalten sich auch jeder moralischen Wertung. Sie machen aber deutlich, dass der Wunsch nach Entspannung auf dem Sofa gegen den unnachgiebigen, mechanischen Rhythmus der brutalen Bilder nicht ankommt“, schreibt die Jury.

Jan Walentek, 1945 in Katowice geboren, studierte in Polen Kunst und Design, bevor er in den 80er Jahren gemeinsam mit seiner Frau Eva aus dem kommunistischen Land in den Westen floh. In Deutschland arbeitete Walentek viele Jahre in einer Werbeagentur und einem Verlag; dem Brotberuf als Grafikerin ging auch seine Frau viele Jahre nach. Er selber widmet sich seit vielen Jahren der Kurzfilm-Kunst. Walenteks Werke wurden unter anderem mit Preisen beim „Bundesfestival Video, Film und Multimedia“ und beim „Europäischen Kurzfilmfestival“ ausgezeichnet.