Winnenden

Die Anlage der Modellbahnfreunde Stein und Eigner

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© Ramona Adolf

Winnenden. Das lässt die Herzen von Modellbahnfreunden höher schlagen: Von der Weiche über die Brücke bis hin zur Oberleitung ist für Axel Steins Anlage unterm Dach alles selbst und maßstabsgetreu gebaut. Wer sich für die technischen Details interessiert, kommt hier ebenso auf seine Kosten wie Leute, die einfach nur Spaß an fahrenden Zügen haben.

„Unser längster Zug ist 5,5 Meter lang, bis zu drei Züge passen in den Schattenbahnhof – dadurch können wir 70 Züge fahren lassen“, sagt Alexander Eigner, von Beruf Zimmermann und Modellbahnkompagnon von Daimler-Ingenieur Axel Stein. Elf Monate nehmen sich die beiden Zeit, die Garnitur der Schienenstränge, die in einer Ellipse durchs Dachgeschoss führen, weiterzuentwickeln. Dann machen sie ihr Werk wieder dem Publikum zugänglich.

Neu sind dieses Jahr 100 Signale an den Strecken, die rot, grün oder orange leuchten. Ein Prunkstück, für das man nicht nur wegen der Höhe, in der es angebracht ist, in die Knie gehen will, ist die Signalbrücke mit ihrem filigranen Geflecht aus Messingprofilen. Eine Woche, täglich acht Stunden, brauchte Eigner für ihre Erschaffung. Man darf die Hände dieses Mannes bewundern, die eigentlich auf grobe Holzbalken spezialisiert sind. Alexander Eigner ist dazu noch ein Tüftler, so hat er eine Schalung entwickelt, mit der er Gipsmauern gießt, die eine unregelmäßige Oberfläche wie behauene und aufeinandergesetzte Natursteine haben. „Mit einem Schraubenzieher drücke ich Löcher in Schaumstoff, das ist das Negativ für die Steine.“ Wenn es fertig ist, ritzt er die Linien ein und bemalt die Mauer – fertig ist die Illusion.

Erfindergeist auch für fahrende Autos und Lastwagen eingesetzt

Mit derselben Lust an Originalität hat Alexander Eigner Bahnsteige und Bahnhöfe, Häuser und, als Herzstück des Güterverkehrs, Kohlebehältnisse gebaut. Die Behältnisse sind mit echter Kohle gefüllt, die er in kleine Partikel zerschlagen hat. Für den Verkehr entlang den Schienen hat Alexander Eigner in den Holz-Straßen er Magnetbänder verlegt, dadurch wird auch hier die Illusion perfekt: Der Schleifer des Fahrzeugs schwebt einen Millimeter über der Fahrbahn. „Der Akku hält länger und auf der Straße entstehen keine Streifen“, sagt Eigner. 45 Minuten vergehen beim Besuch wie im Flug - bei all den Details, die es nun zu bestaunen gibt. So lange dauert es auch, bis ein Zug die kürzere der doppelgleisigen Strecken komplett gefahren ist. Für die längere braucht es 80 Minuten. Alles ist automatisch gesteuert, so dass die Modellbahnfreunde mit den Besuchern reden können.

Fünf Schausonntage

Die Anlage an der Seehalde 30 in Winnenden öffnet für Besucher an den Sonntagen 31. Januar, 7. Februar, 14. Februar, 21. Februar und 28. Februar.

Die Anlage ist von 10 bis 16 Uhr in Betrieb. Der Eintritt kostet für Erwachsene drei, für Kinder zwei Euro.