Winnenden

Die Geisterfahrer werden weniger

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Baustelle mit Schutzwand: Die Max-Eyth-Straße ist nur in einer Richtung, vom Obi abwärts zum Getränke-Benz, befahrbar. © Palmizi / ZVW

Winnenden. Die Sanierung der Max-Eyth-Straße erhält in den sozialen Medien hohe Sympathiewerte: „Halleluja!“, „die Straße war unzumutbar“ und „endlich“ lauten die ermunternden Kommentare. Nur wenige fragen sich, warum die Straße ganze vier Monate lang nur als Einbahnstraße befahren werden kann, andere wundern sich über Verkehrsteilnehmer, die Schilder nicht lesen können und zu Geisterfahrern werden.



Die Bauarbeiter der Firma Klöpfer, die im Auftrag des Landes Baden-Württemberg die Straße im Gewerbegebiet Langes Gewand sanieren, wundert indes gar nichts. „Dass jemand gegen die Einbahnstraße, vielleicht auch noch zur Hälfte auf dem Gehweg fährt, kommt immer wieder vor, hat aber im Lauf der ersten Woche nachgelassen“, so Steffen Hohlbauch. Schneller als die veranschlagten vier Monate werden er und seine Kollegen die 600 Meter lange „Marterpiste“ (Facebook-Kommentar) jedoch nicht glattgebügelt bekommen. „Wir arbeiten 45 Stunden die Woche, das langt“, meint er zur Baustellenruhe samstags.

Komplett sperren wäre die zeitlich beste Lösung, aber nicht für die vielen Firmen, ein Hotel und ein Restaurant entlang der Strecke, die ihren Betrieb aufrechterhalten müssen. „Wir haben hier eine typische innerörtliche Baustelle“, so Hohlbauch.

Stadt hat die Ampel verändert: Länger Grün an der Brückenstraße

Und was macht der Verkehr rings um die Baustelle? Birgit Pfleiderer vom Ordnungsamt sagt, dass er „weitgehend reibungslos und relativ entspannt verläuft, weder das zuständige Baubüro des Regierungspräsidiums Stuttgart noch unsere Mitarbeiter haben bisher größere Probleme beobachtet“. Das sei natürlich auf die Schulferien zurückzuführen, aber auch auf die geänderten Ampelphasen an der Kreuzung Brückenstraße/Waiblinger Straße. „Bereits bei Baubeginn haben wir sie so angepasst, dass sich der Rückstau in Grenzen hält, damit der Verkehr besser abfließen kann.“ Die Grünphase für den Verkehr von der Brückenstraße in die Waiblinger Straße, Richtung Südumgehung/B14 ist länger als bisher. Die seitherige Hauptverkehrsrichtung, die Waiblinger Straße bergauf und bergab bekommt dagegen kürzere Grünphasen. „Wir und das Baubüro werden die Verkehrssituation aber weiterhin beobachten, um auf Veränderungen schnell reagieren zu können“, sagt Birgit Pfleiderer.

Linksabbiegen in die Brückenstraße bleibt verboten

Manchen Autofahrern fällt erst jetzt auf, dass man von der Waiblinger Straße beim Lidl nicht nach links Richtung Getränke-Benz abbiegen kann. Doch das ist schon lange so und kann nicht einfach für vier Monate während der Bauzeit verändert werden, weil es ein paar vielleicht praktisch fänden. Auf Bitte unserer Zeitung erläutert Birgit Pfleiderer vom Ordnungsamt, warum: „Die Kreuzung und die Ampel an der Brückenstraße sind nicht für ein Linksabbiegen in Richtung Getränke-Benz ausgelegt.“ Zum einen fehlt die Aufstellfläche für die Abbiegenden auf der Waiblinger Straße. Zum anderen müsste eine neue Ampel her und diese neu ins gesamte Ampelsteuerungsprogramm eingepflegt werden.

Die derzeitige Verkehrsführung stammt aus der Zeit, als die Waiblinger Straße noch Bundesstraße war, hat Birgit Pfleiderer recherchiert. „Die grundsätzliche Frage, warum hier das Linksabbiegen nicht erlaubt ist, wird jedoch sicherlich im Zuge der weiteren Planungen für den Rückbau der ehemaligen B 14 aufgegriffen und neu bewertet“, stellt sie eine Prüfung in Aussicht.


Seitenwechsel

Die Sanierung der Landesstraße hat am 13. August begonnen und soll in spätestens vier Monaten, Mitte Dezember, beendet sein.

Nicht nur der Belag wird eben gemacht. Abwasserrohre und Wasserleitungen und Hausanschlüsse werden erneuert oder ergänzt und Leerrohre verlegt. Voraussichtlich bereits Anfang Oktober kommt die andere Straßenseite an die Reihe.

Das Land zahlt für die Sanierung 750 000 Euro, die Stadt für neue Gehwege 160 000 Euro.