Winnenden

Die schönsten Seiten des Landlebens

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Ein tolles Erlebnis für Enkel und Opas: Mal selbst einer Kuh frisches Heu zum Fressen geben. Möglich beim Aidehoffest. © Schneider / ZVW
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Ponyreiten ist was für die mutigeren Kinder. © Gaby Schneider

Winnenden-Aidehof. Das Hoffest auf dem Aidehof bei Familie Bauer ist eine Bühne für unbeschwertes Landleben: Hier können die Kinder in Sand und Stroh grubeln, Kühen beim Wiederkäuen aufs malmende Maul schauen, Pferde streicheln und Esel beobachten und sogar einen Heuhaufen auf den Kopf stellen. Und zu Essen gibt’s nur Selbstgemachtes.

Pferde schnauben, Heu raschelt, ein Traktormotor knattert, Esel dösen im Schatten. „Es gibt nichts Gesünderes als Bauernhof“, sagt Ulla Krick aus Bürg. Sie sieht ihrer acht Monate alten Tochter zu, die mit zwei Kindern herumrobbt und spielt. „Das Baby kann hier auf dem Boden krabbeln und kriegt auch mal eine Spur von Dreck ab, das stärkt das Immunsystem“, ist sie begeistert.

„Als Kind war ich selbst hier zum Spielen und meine Schwester hat mit dem Einrad Milch geholt“, berichtet das Nachbarskind. Der Aidehof, der zwischen den Winnender Teilorten Baach und Bürg liegt, wurde zum 14. Mal für die Besucher herausgeputzt, zum zweiten Mal ist abendlicher Barbetrieb in der von Landgeräten und Maschinen leergeräumten Scheune, umgeben von Bauernhof-Zier aus Sonnenblumen, Heuballen und Maispflanzen.

Mit der Geburt von Friedrich leben nun vier Generationen auf dem Hof

„Wir hätten uns in letzter Zeit schon mal über ein Regentägle gefreut, aber nicht beim Fest, bitte“, merkt Bernd Bauer scherzhaft an. Das Wetter hält, wunschgemäß verläuft das Fest, bei dem Katja und Bernd Bauer wieder von zahlreichen Freunden, Bekannten, Nachbarn und Pferdeeinstellern unterstützt werden. Für Thomas Heßler aus Backnang, der Bier und Wein ausschenkt, sind die Tage bei Bauers „Erlebnisurlaub“. „Traktorfahren, Hoflader fahren, ist doch die Traumkulisse für Männer“, sagt er. Die Verbundenheit ist enorm: „Viele helfen von Anfang an jedes Jahr und stimmen ihre Ferien auf das Datum ab“, hält Katja Bauer fest.

Seit Januar sorgt Enkel Friedrich bei Bauers für Action. „Wir sind jetzt vier Generationen und waren alle zusammen heute früh schon beim Kartoffelschälen dabei“, ist Katja Bauer ganz im Enkelglück. Täglich wird der frische Kartoffelsalat „nach Oma-Rezept“ gemacht. Die „Uffsupferle“ wiederum sind schwäbische Tapas-Varian-ten, Häppchen mit Wurst, Käse und Schmalzbrotecken, damit der Magen etwas zum aufsaugen hat, zum „Uffsupferln“ eben.

Im Heuhaufen sind Schokogoldtaler versteckt

Kinder finden hinter dem Stall etwas zum „Uffstöbern“: Kleine Schatzsucher wühlen und graben im Heu, bis sie auf die „Goldader“ stoßen: Stolz halten sie den gefundenen, in Goldfolie gewickelten Schokotaler den Eltern entgegen. Weiter geht es zum Sandhaufen, in dem Förmchen, Kipplader und Schaufeln wie buntes Strandgut für den Ansturm der buddelnden Kinder ausliegen.

Am Kinderschminktisch pinselt Katrin Jeutter Wunschmotive auf Gesichter und Arme. Ihre zwölfjährige Lisa trägt ein Porträt ihres Haflinger-Pferds Balu auf dem Unterarm. Zwei von Balus Pony-Kollegen sind beim Kinderreiten schwer aktiv: Leon und Deli transportieren auf ihren Rücken reitwillige Kinder. Die dreijährige Celina und ihre siebenjährige Schwester Aaliyah strahlen über das ganze Gesicht. „Ich staune, dass sie ohne Angst und ohne zu weinen aufgestiegen ist“, sagt die Mutter Sabrina Kurrle aus Korb. „Es ist alles schön hier, das Landleben hat was“, meint sie. Der Großmutter Renate Kurrle gefällt der Hof - beide sind zum ersten Mal hier. „Das Hofleben und das kleine Festle habe ich viel lieber als jedes kommerzielle Halligalli.“