Winnenden

Die Tür des Winnender Juze ist offen, aber der Schnelltestnachweis ist vielen Gästen zu umständlich

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Jörg Vogt, Sozialarbeiter im Juze an der Mühltorstraße 25, kann wieder Gäste empfangen. © Benjamin Büttner

Fühlen sich die jungen Leute, die normalerweise im Haus der Jugend betreut werden, vergessen und alleingelassen? Sind sie frustriert, oder gar krank geworden? „Frust ist zu spüren, und den kann ich nachvollziehen“, sagt der städtische Sozialarbeiter Robin Stecher. „Erst hieß es, wir müssen die Älteren schützen, deshalb die Einschränkungen – und nun sind diese geimpft und können sich schon wieder in den Biergarten setzen.“ Die Jungen hingegen werden auf öffentlichen Plätzen oft nicht gern gesehen, Anwohner fühlen sich belästigt, und die Kontaktbeschränkungen führen dazu, dass sich auch kleine Cliquen im Grunde verstecken müssen, oder die Kinder sich bei Treffen nervös umschauen, ob ein Kontrolleur naht.

Immerhin hat seit dieser Woche das Jugendhaus wieder offen. „Es liegt auch am Wetter, dass noch nicht so viele kommen“, sagt Robin Stecher. Doch Einlass ist nur nach Voranmeldung möglich, für die Älteren machbar, für die Jüngeren womöglich nicht so einfach. Und wenn nicht alle getestet sind, dürfen sich zusammen mit den vier Mitarbeitern nur acht weitere drinnen aufhalten. Wären alle Besucher getestet, wären mehr als 30 erlaubt. Vielen sei es zu umständlich, einen offiziellen Test zu machen, weiß Robin Stecher, der über Instagram alle potenziellen Gäste persönlich einlädt und diese Rückmeldungen erhält. Besser wäre, Test und Anmeldung vor Ort zu erledigen. Stecher hofft nun, dass gerade auch durch die Wärme bald alles besser wird und „wir als Sozialarbeiter nicht den Anschluss verlieren“. Im Lockdown hat sich mindestens eine Gruppe einen anderen Sozialraum gesucht. Die Coronaverordnung erlaubte nur die Betreuung ganz bestimmter Einzelfälle. Er und sein Kollege Jörg Vogt kooperierten mit der Mobilen Jugendarbeit und suchten ihre Klientel draußen auf. „Daher weiß ich von vielen nicht, wie es ihnen geht. So ein vertrauliches Gespräch kann man nicht im Freien führen, da sind zu viele andere dabei, wobei man in der Gruppe eh nicht beisammenstehen sollte.“ Und manche Kids haben sich ganz von öffentlichen Plätzen zurückgezogen.

Fühlen sich die jungen Leute, die normalerweise im Haus der Jugend betreut werden, vergessen und alleingelassen? Sind sie frustriert, oder gar krank geworden? „Frust ist zu spüren, und den kann ich nachvollziehen“, sagt der städtische Sozialarbeiter Robin Stecher. „Erst hieß es, wir müssen die Älteren schützen, deshalb die Einschränkungen – und nun sind diese geimpft und können sich schon wieder in den Biergarten setzen.“ Die Jungen hingegen werden auf öffentlichen Plätzen oft nicht gern

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