Winnenden

Die Winnender Neubauten-Parade von 2020: Ein Gewinn fürs Stadtbild?

Stadtbild
Eine echte Verschönerung des Stadtbilds an zentraler Stelle ist das Mehrgenerationenhaus an der Ringstraße mit seinem Zickzack-Giebel. Das Haus ist erkennbar modern und passt doch  mit dem Fachwerkhaus "Traube" zusammen. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Corona-Plage hat viele ausgebremst, aber nicht das Baugewerbe. Vital und unermüdlich haben Baufirmen und Architekten die Stadt verdichtet und verändert – ohne Frage. Aber ist größer im Fall Winnenden 2020 auch schöner?

„Beton – es kommt drauf an, was man draus macht“ lautet ein alter Werbespruch der Zementindustrie. Im Dezember dieses Jahres ist das Mehrgenerationenhaus an der Ringstraße fertig geworden – ein großartiges Beispiel dafür, dass Verdichtung mit Verschönerung einhergeht.

Das hohe schwarze Wohngebäude im Schelmenholz ragt heraus

Im Schelmenholz steht seit diesem Jahr ein schwarzer, kantiger Siebenstöcker am Eingang zur stark verdichteten Wohnsiedlung Schiefersee. Schön? Das mag umstritten bleiben – er ist immerhin markant, signalisiert den Eingang zum Wohnviertel, passt in die Umgebung und ist keinesfalls langweilig.

Beim Kreisklinikum steht seit wenigen Tagen eine Infektionsstation – nicht schön, aber notwendig und ein Symbol für die Coronazeit.

Am 23. Juli hat der neue Lidl an der Waiblinger Straße eröffnet mit 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche. Größer ist er. Und viel schöner als der alte Lidl ist er auch. Die Firma hat mit dem Stadtentwickler im Rathaus zusammengearbeitet und ein zweistöckiges, die Straße rahmendes Gebäude mit profilierter Architektur erstellt.

Prägendes Element im Stadtbild: Das neue Wohn- und Geschäftshaus am Holzmarktplatz

Das künftige Wohn- und Geschäftshaus am Holzmarktplatz wird das Stadtbild entscheidend verändern. Es ist noch nicht fertig, aber die wuchtige Dimension zeichnet sich ab, vor allem wenn man aus der Badgasse herausblickt. Ob es wirklich schön wird, lässt sich noch nicht sagen, aber sicher ist, dass dieses Bauprojekt die Stadt an der richtigen Stelle verdichten und beleben wird.

Am Rand des Neubaugebiets Adelsbach sind die ersten Bewohner in Einfamilienhäuser eingezogen. Das Gebiet ist eine dicht bebaute Vergrößerung der Stadt, die schön werden kann, wenn sie fertig ist.

Alt und Neu unterscheiden sich und harmonieren bei der Kastenschule

Einen mittelgroßen Anbau hat die alte Kastenschule bekommen und in diesem Jahr mit Schulklassen belegt. Weil er ganz nahe an der Innenstadt liegt und zum Backstein-Altbau gehört, ist er ein wichtiger Akzent im Stadtbild. Der städtischen Architektin ist es gelungen, Alt und Neu zu harmonisieren und dennoch zu unterscheiden.

Die neue Wohnsiedlung mit Aldi am Paul-Wöhrle-Ring hat den Stadtrand sehr stark verdichtet, und dennoch passt sie an dieser Stelle wirklich gut. Selbst wenn man vom Gießübel aus auf die Stadt blickt, stimmt das Gesamtbild, und wenn man von Birkmannsweiler herfährt, sieht man: Hier beginnt keine Streusiedlung, hier ist eine Stadteinfahrt.

Braucht Winnenden so etwas wie das renovierte alte Haus in der Mühltorstraße?

Das alte Oppenländer-Haus in der Mühltorstraße ist der Zwerg unter vielen Riesen der Stadtentwicklung, ein kleiner Diamant, der unter Schmutzschichten verborgen war und jetzt wieder herausstrahlt. Eine Stadt, die an so vielen Ecken frischen Beton bekommen hat, braucht diese gut polierte, filigrane und wieder stabilisierte Antiquität.

Am 3. Februar sind die ersten Kinder in den neuen Kindergarten bei der Höfener Grundschule eingezogen. Er ragt nicht heraus, prägt nicht das Stadtbild. Aber er ist ein Beispiel dafür, dass industriell gefertigte Modulbauten sich gut in eine vorhandene Besiedlung einpassen.

Fazit: Es wurde viel, schnell und dicht gebaut im Jahr 2020, und dabei hat das Stadtbild gewonnen.

Die Corona-Plage hat viele ausgebremst, aber nicht das Baugewerbe. Vital und unermüdlich haben Baufirmen und Architekten die Stadt verdichtet und verändert – ohne Frage. Aber ist größer im Fall Winnenden 2020 auch schöner?

„Beton – es kommt drauf an, was man draus macht“ lautet ein alter Werbespruch der Zementindustrie. Im Dezember dieses Jahres ist das Mehrgenerationenhaus an der Ringstraße fertig geworden – ein großartiges Beispiel dafür, dass Verdichtung mit Verschönerung

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