Winnenden

DRK-Kleiderstube hat ein neues Domizil

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In der Kleiderstube darf jeder ohne Nachweis einer Bedürftigkeit gebrauchte Kleidung kaufen. © Büttner / ZVW
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Edeltraud Deiss und Ilse Blessing mit dem Vorsitzenden des DRK-Kreisverbands, Johannes Fuchs. © Munder / ZVW
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Ilse Blessing, Leni Tschismar, Ellen Rudolph, Ilse Wurst, Margot Jautz, Ida Kühn und Christina Klatt bilden das Kleiderstuben-Team - Edeltraud Deiss ist verdeckt. © Munder / ZVW

Winnenden. Die Kleiderstube des Deutschen Roten Kreuzes platzte im alten Domizil kurz vor ihrem sechsten Umzug aus allen Nähten. Ein kreisweiter Aufruf nach Spenden gebrauchter Kleidung hatte eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, obwohl in Winnenden selbst nichts fehlte. Die neuen Räume sind nun eröffnet, aber es sind noch nicht alle Kartons ausgepackt.

Mit 97 Helfern, die bis zu achtmal im Einsatz waren, bewältigte das Rote Kreuz den Umzug in die größeren Räume an der Wiesenstraße 10 (früher genutzt von den Stadtwerken). In der Kleiderstube geht’s mal nicht ums Versorgen von Wunden und Hilfe bei Herzinfarkt. Es geht um ein menschenwürdiges Auftreten auch für diejenigen, die wenig Geld haben – und eine Weiterverwendung von Dingen, die zum Wegwerfen zu schade sind. Seit 1985 gibt es gebrauchte, aber gut erhaltene und saubere Sachen zum Anziehen in der Kleiderstube. Auch Handtaschen, Schuhe und Gürtel, Handtücher und Bettwäsche. Vier Euro kosten beispielsweise ein Anzug oder ein Kostüm, sechs Euro eine Winterjacke. Kinderkleidung wird gewogen und für zwei Euro das Kilogramm abgegeben.

Umzug Nummer 7 droht, wenn das Notariat verlegt wird

In zwei Räumen suchen die Kunden in einfachen, aber praktischen Regalen, an Kleiderstangen und an Drehständern, was ihnen gefallen könnte – Kabinen zum Anprobieren sind auch wieder vorhanden. Die Ehrenamtlichen haben zwei weitere Räume, ein Lager zum Sortieren der Spenden und einen Raum für Besprechungen.

„Das ist ‘ne Sache jetzt, hier hat man Platz, mehr Raum für Ordnung“, sagt die Ehrenamtliche Edeltraud Deiss. Im alten Domizil war schon lange nicht mehr genug Platz, sagt Deiss: „Wir haben viel auf der Bühne zwischenlagern müssen. Und manche Leute baten uns, beim Hochtragen zu helfen.“ Dabei sind einige der acht Kleiderstube-Damen auch nicht mehr die Jüngsten.

Der nicht mit allen Kleiderstuben des DRK im Kreis abgestimmte Spendenaufruf verschärfte die Platznot noch. „Es war heftig, wir haben nur noch die Wägen befüllt und dirigiert“, sagt die Ehrenamtliche Ilse Blessing. Vieles ging, als der Umzug beschlossen war, sofort runter an die Wiesenstraße.

Noch immer ist nicht alles ausgepackt. „Viel für Flüchtlings-Familien war dabei, die gar nicht in Winnenden leben. Was wir brauchten, für die jungen Männer in der Buchenbachhalle, fehlte eher. Aber jetzt ist genug da“, beschwichtigt Ilse Blessing.

Die Kleiderstube ist für Bedürftige gedacht, aber eine Einkaufsberechtigung braucht man nicht. „Es kommen auch Leute zu uns, die neue Kleider nicht vertragen“, erzählt Ilse Blessing. Außerdem gibt es Fälle, wie Ehrenamtliche Ellen Rudolph sagt, die kriegen ein paar Euro zu viel, um Sozialhilfe zu erhalten. Ihr Budget reicht deshalb aber noch lange nicht, um sich neue Ware zu kaufen.

Seit 1995 zieht die Kleiderstube aus Platzmangel um. Beim Bezug der Wohnung an der Brunnenstraße 19, Ecke Entengasse, im Jahr 2007 freute sich der damalige Rot-Kreuz-Vorsitzende Karl-Heinrich Lebherz darüber, dass man sich nun endlich wie eine „Boutique“ präsentieren konnte. Einziges Manko: die steile, enge Treppe. Nun eröffneten der Rot-Kreuz-Vorsitzende, Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth und Sozialministerin Katrin Altpeter (wegen des Abschlusses der Graue-Busse-Ausstellung im ZfP am Mittwoch sowieso in Winnenden) einen schönen, größeren, hellen Laden. Holzwarth gab allerdings gleich zu bedenken, dass die Zukunft des Gebäudes unsicher ist – wenn die hier auch untergebrachten Notare in zwei Jahren aus Winnenden abgezogen werden. Ein siebter Umzug der Kleiderstube ist sehr wahrscheinlich.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten der Kleiderstube, Wiesenstraße 10: Jeden Montag von 9 bis 11 Uhr und jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat von 17 bis 19 Uhr.

1000 Euro spendete die Volksbank für Renovierung und Umzug.