Winnenden

Ebner und Bürkle präsentieren ihre Vision vom Kronenplatz

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Entwurf Ebner-Bürkle: Animation der Ansicht von der Bahnhofstraße aus. Links ist ein Teil der Kastenschule zu sehen. Weil ein Fototermin mit unserer Zeitung nicht geklappt hat, hat die Firma Fotos von Architekt Krastyo Gitsov und Projektentwickler Joachim Ebner (rechts, vor dem Eingang), montiert. © Firma Ebner-Bürkle

Winnenden. Am 15. Mai entscheiden Gemeinderat und Oberbürgermeister, Ihr neuer Kronenplatz fällt kleiner aus als der von Jürgen Mayer H/Projektbau Pfleiderer und wird von runden und eckigen Formen eingefasst.

„Die Kastenschule und das Gasthaus ,Krone’ finde ich schön, sie haben einen eigenen Charakter und sollen weiterhin wahrnehmbar sein“, sagt Joachim Ebner. Die Ziegelsteine der Grundschulfassade greift sein Architekt, der Bulgare Krastyo Gitsov, um den gesamten Komplex im Erdgeschoss herum auf. Die bisherige Eingangssituation zur Fußgängerzone scheint der Neubau hingegen verdecken und vergessen machen zu wollen. Bewohner, Besitzer und damaliger Architekt des 70er-Jahre-Baus Marktstraße 1 müssen jetzt tapfer sein: „Das Betongebäude ist krabbenwüst, davon werden wir nichts in unserem Bau wiederholen“, äußert sich Ebner schwäbisch-deftig.

Tiefgarageneinfahrt liegt an der Bahnhofstraße

Der hintere Teil Richtung Elektro-Heymann kommt bei Gitsov aber sachlich, praktisch, fast wie im Bauhausstil kantig-gerade daher. Gut für die Wohnungen und erst recht für die Geschäfte. Warum aber dieses überbordende Formenspiel an der Bahnhofstraße? „Das Grundstück ist besonders geschnitten, vorne gerundet und parallel zur Alfred-Kärcher-Straße gerade. Herr Gitsov spiegelt die gerundete Form des Platzes im Gebäudeteil an der Bahnhofstraße, um Aufenthaltsqualität zu erzeugen“, erklärt Joachim Ebner stellvertretend, denn Deutsch spreche der Architekt nicht so gut. Er lobt seinen Mitarbeiter aber als überaus fleißig und vielseitig.

Viel Glas über dem Sandsteinsockel drückt bei aller Liebe zu historischen Anklängen Modernität aus. Ebner spricht beim Wechsel von Glatt und Rau, Gerade und Rund von einem „superinteressanten Bild – aus dem dann auch noch etwas wächst“. Mindestens einen Baum sieht der Investor auf dem Kronenplatz vor und will im jetzt schon sehr ruhigen Teil an der Kornbeckstraße eine Allee. Außerdem sollen Büsche und Bäume auf Balkonen und Dachgärten der Bewohner sprießen – „mehr Grün in der Stadt wünschen sich alle, einer muss ja damit anfangen“, sagt Joachim Ebner keck und bemüht den Vergleich zum „grünen Haus in Mailand: Wir haben die Aufgabe, die jetzt noch hässliche Schneise zu begrünen und zu beruhigen“.

Untertunnelter Kronenplatz: "Unbezahlbar"

Apropos Verkehr: Ebner-Bürkle und Gitsov haben sich dafür entschieden, die Tiefgaragenzufahrt neben die Kastenschule zu legen und den Verkehr auf Bahnhof- und Ringstraße zu belassen. „Der Straßenbelag und Poller können den Bereich, am besten ab Messer-Giesser, als verkehrsberuhigte Zone markieren. Unsere Idee steht in Verbindung mit dem, was das Ingenieurbüro Karajan empfiehlt und Rainer Class am Holzmarkt plant“, sagt Ebner.

Einen untertunnelten Kronenplatz hält Ebner für „unbezahlbar: Mit fünf bis acht Millionen Euro käme die Stadt nur ein kleines Stück weit. Eine Absenkung wäre allein schon wegen der unterirdisch verlaufenden Leitungen und Kanäle und der dort liegenden Trafostation sauschwierig“, sagt er. Im Übrigen liege ein Bodengutachten vor, das den Bauherren zu einer Tiefgarage mit nur zwei Ebenen rät, gerade weil der Untergrund so schwierig, laut Ebner „komisch“, sei. „Je mehr Wohnungen wir bauen, desto mehr Stellplätze müssen her.“ Trotzdem kann sich Ebner auch Zweizimmerwohnungen in dem Komplex vorstellen.