Winnenden

Eckehardtstraße in Winnenden-Höfen: Weniger Parkplätze, mehr Sicherheit?

Eckehardtstraße
In der Eckehardtstraße in Höfen vor dem Kindergarten herrscht hoher Parkdruck. Auf der rechten Seite ist der Randstreifen zu sehen, auf den bei Gegenverkehr regelmäßig Autos ausweichen. © Gabriel Habermann

Die Eckehardtstraße in Höfen ist eine Straße, wie es sie in vielen kleinen Ortschaften gibt: schmal, ohne durchgängigen Gehweg, oft unübersichtlich zugeparkt. Der Flecken ringsum wächst, die Straße bleibt, wie sie ist. Anwohner berichten von gefährlichen Situationen und beschweren sich bei der Stadtverwaltung. Sie fordern Maßnahmen wie Halteverbote, Temporeduzierungen oder „Anlieger-frei“-Schilder. Im Fall von Höfen hat die Stadt das alles ausgiebig geprüft – und sich zunächst jeweils dagegen entschieden. Es wird sich jetzt aber wohl doch etwas tun.

Der Verkehr auf der Eckehardtstraße hat zuletzt 2012 zugenommen, als das Neubaugebiet „Am Schlössle“ entstanden ist. Ursprünglich sollte jetzt auch noch das neue Wohngebiet Hofäcker im Norden von Höfen über den Ortskern erschlossen werden. Diese inzwischen verworfene Planung – das Neubaugebiet soll stattdessen von der Bürger Straße her erreichbar sein – und die empörten Reaktionen der Anlieger darauf haben die Eckehardtstraße in den Fokus von Stadtplanung und Ordnungsamt im Winnender Rathaus gerückt.

„Da sind viele auf die Barrikaden gegangen“, erinnert sich Marlene Bauer bei einem Treffen vor Ort an die Diskussion ums neue Wohngebiet. Doch auch ohne zusätzlichen Verkehr sind die Anwohner unzufrieden mit der Situation. Marlene Bauer wohnt in der Eckehardtstraße, gegenüber dem Kindergarten. Sie deutet nach Westen: „Das größte Problem ist die Kurve. Es wird in der Kurve geparkt, man muss in der Mitte fahren.“

Unfallgefahr in der Kurve: „Wenn man das entschärfen könnte, das wäre gut“

Zwar gibt es einen Verkehrsspiegel, doch die Gefahr sei trotzdem groß, dass von oben herab einmal ein Fahrrad- oder Motorradfahrer angeschossen käme und kein Platz bliebe, auszuweichen. „Wenn man das entschärfen könnte, das wäre gut“, sagt Marlene Bauer. Weitere Probleme, die von den Anwohnern beklagt werden: der fehlende Gehweg, die durchgezogene weiße Linie, die wegen der schmalen Fahrbahn fast zwangsläufig andauernd überfahren wird, der hohe Parkdruck, zu hohe Geschwindigkeiten und die Sorge um die Kinder, die die Straße zum Eingang des Kindergartens queren müssen.

„Was ist die Lösung der Verwaltung? Dass es keine Lösung gibt?“

Die Stadtverwaltung hat sich nach den Beschwerden intensiv mit der Situation in der Eckehardtstraße auseinandergesetzt. In einer Sitzung des Technischen Ausschusses Anfang des Monats haben Ordnungsamtsleiterin Beatrice Hertel und Rathaus-Mitarbeiterin Cornelia Eusebi die Ergebnisse präsentiert. Der Bericht der beiden Frauen ist im Gremium mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Die FDP-Fraktionsvorsitzende Nicole Steiger fragte im Anschluss: „Was ist die Lösung der Verwaltung? Dass es keine Lösung gibt? Oder hab' ich das falsch verstanden?“

Hatte sie nicht. Tatsächlich sind Hertel und Co. zunächst zum Schluss gekommen, dass sämtliche zur Diskussion gestellten Maßnahmen von Einbahnstraßenregelung bis Temporeduzierung entweder zu große Nachteile mit sich bringen oder verkehrsrechtlich nicht realisierbar sind:

  • Halteverbotszone mit eingezeichneten Parkflächen: Erleichtere zwar die Durchfahrt, sorge aber auch für erhöhte Geschwindigkeit. Außerdem würden zwangsläufig Parkplätze wegfallen – die insbesondere von den Erzieherinnen des Kindergartens gebraucht werden.
  • Temporeduzierung auf unter 30 km/h: Weder liegen die gesetzlich notwendigen Voraussetzungen vor, noch bestehe eine konkrete Gefahrenlage. Als Unfallschwerpunkt sei die Eckehardtstraße jedenfalls nicht bekannt. Und Geschwindigkeitsmessungen haben laut Hertel gezeigt: „Wir haben kein Problem mit der Geschwindigkeit.“ Der schnellste hier von der Stadt gemessene Fahrer sei mit 37 km/h unterwegs gewesen.
  • Kfz-Verbot mit „Anlieger frei“-Schild: kaum zu kontrollieren, „jeder, der dort ein berechtigtes Interesse hat“, darf einfahren. „Das ist keine Durchfahrtstraße, das ist Anliegerverkehr“, so Hertel. Die Verkehrsbelastung liege im Übrigen in der Eckehardtstraße bei deutlich unter 1000 Kraftfahrzeugen am Tag: 520 im südlichen Teil, sogar nur etwas mehr als 100 im nördlichen Teil.
  • Einbahnstraßenregelung: „Das würde den Verkehr nur verdrängen“, sagt Hertel. Autos müssten deutlich längere Strecken im Ort zurücklegen.
  • Durchgängiger Gehweg: „Dazu wäre Grunderwerb notwendig“, so Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Der Randstreifen, neben der durchgezogenen weißen Linie, die beim Ausweichen ständig überfahren wird, ist kein Gehweg im verkehrsrechtlichen Sinne, er ist zum Teil in Privatbesitz.

Es bleibt also alles, wie es ist? Vermutlich nicht. Nach der Sitzung Anfang Mai hat es mittlerweile einen Vor-Ort-Termin gegeben, wie Ordnungsamtsleiterin Hertel unserer Redaktion berichtet. Die Verantwortlichen im Rathaus können sich gut vorstellen, das allzu oft missachtete Parkverbot in der Rechtskurve Richtung „Im Schlössle“ (wobei sich, wie Hertel zugibt, darüber streiten lässt, ob diese Kurve nun eng genug oder zu weit für dieses Verbot ist) mit einer Zickzacklinie zu verdeutlichen.

Je nachdem wie weit diese Linie in die Gerade hineinreicht, würden dann mehr oder weniger Parkplätze in der Eckehardtstraße wegfallen. Außerdem ist es vorstellbar, dass ein Fußgänger- oder „Vorsicht Kinder“-Piktogramm auf der Fahrbahn zusätzlich auf den Kindergarten aufmerksam macht.

Thema kommt bei der Bürgerversammlung am 22. Juni zur Sprache

Die Stadtverwaltung wird das Thema bei der Bürgerversammlung in Höfen am 22. Juni, 19 Uhr, in der Gemeindehalle auf die Tagesordnung setzen. Das ist auch der ausdrückliche Wunsch der Stadträte gewesen.

Gut möglich, dass die Zickzacklinie im Kurvenbereich von den Anwohnern gut angenommen wird, Marlene Bauer wäre jedenfalls dafür. Auf Parkplätze werden einige aber ebenfalls nicht verzichten wollen. In der Sitzung Anfang Mai hatte ALi-Rätin Rahel Dangel gesagt, die Höfener müssten gefragt werden, „ob ihnen Parkplätze wichtiger sind oder die Sicherheit der Kinder“. Das letzte Wort zur Eckehardtstraße ist noch nicht gesprochen.

Die Eckehardtstraße in Höfen ist eine Straße, wie es sie in vielen kleinen Ortschaften gibt: schmal, ohne durchgängigen Gehweg, oft unübersichtlich zugeparkt. Der Flecken ringsum wächst, die Straße bleibt, wie sie ist. Anwohner berichten von gefährlichen Situationen und beschweren sich bei der Stadtverwaltung. Sie fordern Maßnahmen wie Halteverbote, Temporeduzierungen oder „Anlieger-frei“-Schilder. Im Fall von Höfen hat die Stadt das alles ausgiebig geprüft – und sich zunächst jeweils

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