Winnenden

Ein Stück Schwerelosigkeit: Ukrainische Kinder toben im Bewegungsland der SV Winnenden

Ukrainische Kinder im Bewegungsraum der SV Winnenden, absichtlich von hinten seitlich, weil die Genehmigungen zu fotografieren n
Spektakuläre Sprünge in der Bewegungslandschaft der SV Winnenden. © Ralph Steinemann Pressefoto

In der Bewegungslandschaft der SV Winnenden herrscht am Freitagvormittag ordentlich Trubel. Kinder toben, springen, klettern und wuseln durch den „Winners Dome“ im Sportpark an der Albertviller Straße. Beobachtet werden sie von Bernd Lüftner. Er ist Lehrer an der Geschwister-Scholl-Realschule. Die 13 Kinder, die er an diesem Vormittag betreut, sind allesamt aus der Ukraine geflüchtet, haben in Winnenden Zuflucht gefunden und lernen an der Realschule nun unter anderem Deutsch.

Seit Pfingsten sind die Kinder regelmäßig in der Bewegungslandschaft unterwegs

Lehrer Bernd Lüftner schaut den Kindern begeistert zu. Sie schlagen Saltos, hangeln sich an Sprossen über einem Becken entlang, das mit Schaumstoffteilen gefüllt ist, oder hüpfen auf dem Trampolin umher. „Das gefällt ihnen ganz besonders“, hat Lüftner festgestellt. Als er den Kindern erzählt habe, dass man sich heute wieder an der Alfred-Kärcher-Halle trifft, haben diese geantwortet: „Nix Alfred-Kärcher-Halle, Herr Lüftner.“ Die Kinder hatten die Sorge, dass sie nicht in die Bewegungslandschaft dürfen, die sie seit Wochen regelmäßig besuchen. Wie sich herausgestellt hat, war diese Sorge jedoch unbegründet.

Seit Pfingsten kommen die Kinder regelmäßig zur SV Winnenden, meist zweimal in der Woche. „Sie lernen drei bis vier Stunden am Tag Deutsch in der Schule. Als Ausgleich kommen wir außerdem hierher, quasi als Ersatz für den Sportunterricht“, erklärt Bernd Lüftner.

Er hat den Eindruck, dass sich die Kinder in Winnenden sehr wohl fühlen. „Sie fühlen sich hier gut aufgehoben und aufgenommen. Die Kinder sind wirklich sehr herzlich und freundlich.“ Festgestellt hat er aber auch, dass teilweise Heimweh aufkommt, schließlich befinden sich nach wie vor Freunde und Verwandte im Kriegsgebiet in der Ukraine. „Eine Schwierigkeit ist die Sprache. Da gibt es noch Probleme“, weiß der Lehrer.

Glücklicherweise versteht ein ukrainisches Mädchen schon sehr gut Deutsch. Sie dient als eine Art Übersetzerin für ihre Klassenkameraden. An der Geschwister-Scholl-Realschule gibt es inzwischen zwei ukrainische Klassen. Eine besteht aus jüngeren Schülern im Alter von zehn bis zwölf Jahren, die andere Gruppe aus älteren Jugendlichen bis ins Alter von 15 Jahren. Sie werden hauptsächlich von ukrainischen Lehrkräften betreut, die ebenfalls aus dem Kriegsgebiet geflohen sind.

In Winnenden leben momentan 293 Geflüchtete aus der Ukraine. Das teilt Franziska Götz, Pressesprecherin der Stadt, auf Nachfrage mit. Darunter befinden sich 95 Kinder.

Vermutlich kommen weitere Geflüchtete nach Winnenden

Von städtischer Seite werden die Geflüchteten zum einen in der Buchenbachhalle untergebracht (wir haben berichtet). Ab Dezember stehen laut der Pressesprecherin außerdem die neuen Container in der Flüchtlingsunterkunft an der Albertviller Straße zur Verfügung.

Zudem besichtige man mit Hochdruck Immobilien, um diese anzumieten. Auch direkte Mietverhältnisse zwischen Geflüchteten und Vermietern forciere man. Denn noch in diesem Jahr werden vermutlich weitere Geflüchtete nach Winnenden kommen. „Unsere Abnahmeverpflichtung bis Jahresende liegt aktuell bei 55 Personen. Davon sind die 32 Personen der Buchenbachhalle abzuziehen“, schreibt Franziska Götz.

Gesucht werden daher weiterhin Wohnungen zur Anmietung für Geflüchtete. Wohnungseigentümer können sich bei Klaus Schromm (E-Mail: klaus.schromm@winnenden.de; Telefon: 07195/13-330) melden. Zudem ist eine Informationsveranstaltung für Ehrenamtliche geplant, in welcher mitgeteilt wird, welche Form von Unterstützung die Flüchtlinge benötigen.

In der Bewegungslandschaft der SV Winnenden herrscht am Freitagvormittag ordentlich Trubel. Kinder toben, springen, klettern und wuseln durch den „Winners Dome“ im Sportpark an der Albertviller Straße. Beobachtet werden sie von Bernd Lüftner. Er ist Lehrer an der Geschwister-Scholl-Realschule. Die 13 Kinder, die er an diesem Vormittag betreut, sind allesamt aus der Ukraine geflüchtet, haben in Winnenden Zuflucht gefunden und lernen an der Realschule nun unter anderem Deutsch.

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