Winnenden

Ein Verein, der Birkmannsweiler seit 25 Jahren zusammenhält: Die Kultur- und Heimatvereinigung

Heimatvereinigung
Heutige und frühere Vorstände auf dem (zurzeit wegen eines Defekts nicht plätschernden) Dorfplatz- Brunnen: Franz Rukatukl, Hans Kuhnle, Hans Wöhr, Friedrich Seibold, Uwe Pfister, Adalbert Hüller, Rudolf Bauer und Timo Geiger. © Benjamin Büttner

Einmal im Jahr gehen die Vorstände der Kultur- und Heimatvereinigung von Birkmannsweiler nach Winnenden ins Rathaus zum Oberbürgermeister. Sie tragen ihm vor, was gut läuft und was besser laufen könnte im Teilort, sie sagen, was sie sich vorstellen könnten, und sie haben immer einen Trumpf in der Hand: Eigenleistung heißt der. Seit Beginn ihres Bestehens vor 25 Jahren punktet die Heimatvereinigung mit ihren Ehrenamtlichen, die bei allem helfen, was dem Ort hilft. Auf diese Weise hält dieser Verein seit 25 Jahren den Ort zusammen.

Das erste Projekt: Aussegnungshalle auf dem Friedhof

Damals, 1996, wurde er gegründet, als in Birkmannsweiler der Wunsch nach einer würdigen Aussegnungshalle auf dem Friedhof aufkam, und viele Birkmannsweilermer überlegten: Was können wir selbst für die Halle tun, so dass die Stadt sie mitfinanziert und unterstützt? Im Vorstand waren Friedrich Seibold, Friedrich Biehlmaier, Pfarrer Martin Staib und Kassier Willy Weng. Im Verein selbst waren sehr viele Bürgerinnen und Bürger aktiv. Birkmannsweiler Architekten planten die Halle, die Rentnergang baute, die Firma Klöpfer und weitere Birkmannsweiler Firmen unterstützten das Projekt engagiert, und so wurde eine würdige, schöne Aussegnungshalle daraus, die dank der erst vor kurzem verstorbenen Birkmannsweiler Künstlerin Hildgard Heinzel und ihrer fein gestalteten Glasfenster eine besondere Atmosphäre bekam. Als alles fertig war, machte Hildgard Heinzel das „Bronzene Buch“, Bronzeplatten mit den Namen aller Beteiligten. Das alles entstand, weil die Kultur- und Heimatvereinigung sich auf das kulturelle und handwerkliche Potenzial der eigenen Gemeinde besann, die Leute zusammenbrachte und damit Einmaliges und Ortstypisches schaffte, also dem Teilort, der seit Jahrzehnten zu Winnenden gehört, seine Eigenheiten, seine Einigkeit und seinen Gemeinsinn bewahrte.

Der Dorfplatz: Ein besonderer Brunnen musste sein

Immer fragten sich die Mitglieder: Was haben wir in Birkmannsweiler? Was können wir Schönes daraus machen? Sie gestalteten den Garten am Schulhaus und bauten einen Anbau, sie bauten Lagerräume für den Verein an der Buchenbachhalle, einen Schöpfbrunnen auf dem Friedhof, und es darf getrost gefragt werden, ob Birkmannsweiler einen Dorfplatz bekommen hätte ohne die Heimatvereinigung. Viele wollten diesen neu geschaffenen Platz, diese Mitte – die Vereinigung setzte sich dafür ein und hielt auch einige Diskussionen aus, denn für den Platz musste das damalige Backhäusle weichen. Keine einfache Entscheidung. Damit der Platz schön würde, engagierte sich die Vereinigung für einen Brunnen, fand einen Gestalter, der ihn so plante, dass Kinder in dem Wasser planschen können und dass Elemente auf den Brunnenstelen stehen, die Bezug zu Birkmannsweiler haben, zum Beispiel ein idealisiertes Modell des alten Backhäusles.

Familien-Parcours: Das Gießübelprojekt des Vereins

Der Verein ändert sich. 2012 zogen sich die früheren Vorstände fast alle zurück und seither arbeitet die Vereinigung mit drei Vorsitzenden, Rudolf Bauer, Timo Geiger und Uwe Pfister sind die aktuellen. Kassier ist Hans Wöhr, der dieses Amt seit fast schon 25 Jahren, also fast von Anfang an, ausübt.

Noch immer schauen die Schaffer im Verein auf den Ort und fragen: Was haben wir? Den Gießübel, zum Beispiel. Dort machten sie ein Familienevent in der Landschaft unter Beteiligung etlicher Vereine inklusive des Nabu. Bein einem Apfelsaftfest dürfen Kinder selbst die Äpfel aus Birkmannsweiler mahlen und zu Apfelsaft pressen, den sie frisch trinken. Wer Streuobst hat, der hat auch Obstwasser. Eine Schnapsprobe führte die Birkmannsweilermer zu den Brennern Heubach, Schäfer und Bihlmaier. „Wir möchten jüngere Familien ansprechen“, sagt der Vorsitzende Rudolf Bauer Die Voraussetzungen im Verein sind da, denn schon das Vorstandstrio ist vom Alter her gemischt, Bauer ist 72, Pfister 61 und Geiger Mitte 40.

Junge Familien zu gewinnen, ist manchmal schwierig und manchmal fliegen einem Verein die Jungen zu, ohne dass er gezielt etwas angeboten hätte. Die Heimatvereinigung weiß sehr gut, dass manche alte Birkmannsweilermer dem alten Backhäusle, das dem Dorfplatz weichen musste, nachtrauern. Die Mitglieder überlegten länger, was sie machen könnten, ob sie Ersatz schaffen sollten, ob dann überhaupt jemand noch ein Backhäusle wollte. Schließlich trugen sie ihr Anliegen beim Oberbürgermeister vor und bekamen nach einiger Zeit einen Platz zugewiesen in der Nähe des Buchenbachs, also nicht mehr im Ortskern. Wieder die Frage: Wen haben wir im Ort, der helfen kann? Der junge Architekt Sebastian Rommel ist Mitglied in der Heimatvereinigung, und er wird die Pläne zeichnen. Die Vorstände suchen weiter nach Helfern und Sponsoren und werden etwas zustande bringen, da sind sie jetzt schon sicher. Bald begannen sie auch, sich umzuhören, wer im Ort denn Interesse hätte, das Backhäusle anzufeuern und in Gruppen Brot, Brötchen und Kuchen zu backen. Überrascht stellt Rudolf Bauer fest: „Es sind vor allem die jungen Familien, die Leute so um die 30, die Interesse haben.“ Es geht weiter mit dem Birkmannsweilermer Gemeinsinn und der Kultur- und Heimatvereinigung. 25 Jahre sind noch lange nicht genug.

Einmal im Jahr gehen die Vorstände der Kultur- und Heimatvereinigung von Birkmannsweiler nach Winnenden ins Rathaus zum Oberbürgermeister. Sie tragen ihm vor, was gut läuft und was besser laufen könnte im Teilort, sie sagen, was sie sich vorstellen könnten, und sie haben immer einen Trumpf in der Hand: Eigenleistung heißt der. Seit Beginn ihres Bestehens vor 25 Jahren punktet die Heimatvereinigung mit ihren Ehrenamtlichen, die bei allem helfen, was dem Ort hilft. Auf diese Weise hält dieser

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