Winnenden

Einbruch nur aus Langeweile

Schild
Symbolbild. © Jamuna Siehler

Waiblingen/Winnenden. Aus Langeweile wollten vier junge Männer im März 2015 ins Lokal Schelmeneck einbrechen. Ein Nachbar bemerkte sie und rief die Polizei. Sie kam und verhaftete drei. Dem Vierten gelang die Flucht, anschließend hielt er sich in der Schweiz auf.

Jetzt, zweieinhalb Jahre später, lebt der Flüchtige wieder in Winnenden und die Staatsanwaltschaft zog ihn zur Rechenschaft. Die Verhandlung dauerte keine halbe Stunde. Der 25-jährige Lagerarbeiter gestand alles. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro. Er kann Ratenzahlung beantragen oder die Strafe abarbeiten. Er ist nämlich verschuldet, zahlt hier bereits Raten, und gibt einen Teil seines Lohns (2500 Euro) an seine Mutter ab.

Vorher noch eben ein Brecheisen gekauft

„Ich stand daneben, als der andere versuchte, das Fenstergitter wegzuhebeln“, gab der Mann zu. An der Jet-Tankstelle hatten sich die Freunde getroffen, vorher hatten sie schon über ihre Handys den Plan ausgetauscht, den Abend mit einem Bruch etwas prickelnder zu gestalten. Beim Obi wurde noch ein Brecheisen gekauft. „Wir wollten Bargeld klauen“, sagte der Angeklagte, der ohne Verteidiger vor Gericht erschienen war.

„Sie waren damals, im März 2015, schon erwachsen, über 21 Jahre alt“, begründete Richter Dautel sein Urteil. Die Mittäter waren deutlich jünger und sind bald nach der Tat unter Anwendung des Jugendstrafrechts verurteilt worden. „Dass es bei dem Einbruch beim Versuch blieb und dass Sie heute umfassend geständig waren, werte ich als mildernde Umstände.“

Ein blütenweißes Bundeszentralregister

Der Angeklagte erlebte dann noch eine Überraschung: Er hat ein blütenweißes Bundeszentralregister, seine bisherigen Verurteilungen aus der Jugendzeit wurden gelöscht. „Alles, was vor Ihrem 24. Geburtstag war, taucht nicht mehr auf“, bestätigte der Staatsanwalt. Das sei immer so. „Aber: Wenn zu dieser Verurteilung heute noch eine dazukommt und mehr als 50 Tagessätze Geldstrafe oder drei Monate Haft zur Folge hat, wird im Führungszeugnis für den Arbeitgeber drinstehen, dass Sie vorbestraft sind“, erläuterte der Staatsanwalt. „Wenn Sie keinen Mist mehr machen, ist alles gut“, fasste Richter Dautel zusammen.