Winnenden

Eine Gruppe von Bürgern will das Gebäude retten

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Schlicht, einmalig, aber abgenutzt: Das ehemalige Rathaus von Baach. © ZVW/Benjamin Büttner

Winnenden. Das Rathaus von Baach ist einmalig. Es sieht anders aus als die anderen Häuser im Ort, und es war vor Jahrzehnten das Zentrum der selbstständigen Gemeinde Baach. Aber so langsam wird es alt. Die Stadtverwaltung schlug einen Verkauf vor. Das Herz etlicher Baacher Bürger hängt allerdings sehr an ihm. Kann man es retten?

Mehrere Bürger, gestandene Baacher, die früher Verantwortung für die Gemeinde trugen, bestürmten den Oberbürgermeister und diskutierten mit ihm Rettungsmöglichkeiten. Vor der Gemeinderatssitzung in dieser Woche lenkte die Stadtverwaltung ein und schlug dann in der Sitzung einen Kompromiss vor, sozusagen eine Gnadenfrist. Baachs Bürger haben ein Jahr Zeit, einen Rathausverein zu gründen, der Sinn hat für das alte Haus, der es renoviert, stabilisiert und neues gemeinschaftliches Leben in die Räume bringt, die zum Teil schon länger leer stehen. „Wenn es nicht gelingt, würden wir im nächsten Jahr wieder auf den Gemeinderat zukommen“, erklärte der städtische Immobilienverwalter Ralf Köder.

Etliche Baacher Bürger hören in der Gemeinderatssitzung zu

Über diesen Vorschlag, den OB Holzwarth in die Sitzung einbrachte, waren die Stadträte durch die Bank froh, und offensichtlich auch eine Reihe von Zuhörern aus Baach, die in die Sitzung gekommen waren, um Sympathie zu bekunden für das alte Rathaus. Die Baacher Bevölkerung war etwas überrascht von der Verkaufsabsicht der Stadt. Zwar hatte die Stadt im Jahr 2012 die Liste aller Gebäude veröffentlicht, die sie eines Tages verkaufen möchte. Aber 2012 ist schon lange her. Es hatte sich immer noch der Seniorenkreis von Baach im Haus getroffen, bei Wahlen war es Wahllokal, und weitere Gedanken hatte sich niemand mehr gemacht, bis plötzlich über die Gemeinderatstagesordnung das Thema Verkauf und Abriss im Raum stand. „Schade, dass man so spät auf die Bevölkerung zugegangen ist“, meint deshalb CDU-Stadträtin Bettina Jenner-Wanek. Die Verkaufsankündigung katte durchaus Unmut ausgelöst.

OB Holzwarth meinte aber: „Wir mussten irgendwie strukturiert starten mit dem Thema. Bevor ich Sie als Gemeinderat ned gfragt hab, kann i doch ned d’Leut in Baach froga.“ Die kamen dann eben ungefragt und so entstand die Schonfrist, die zum Beispiel von der Baacher Stadträtin Renate Sanzenbacher (SPD) ganz optimistisch gesehen wird: „Jetzt geht’s los – aber nicht mit dem Abbruch. Ich denke, dass jetzt aus der Bevölkerung kreative Ideen kommen, um das Rathaus weiterzubetreiben.“ Martin Oßwald-Parlow (ALi), ebenfalls ein Baacher, freut sich sehr über die Frist: „Das Gebäude stellt einen Mittelpunkt von Baach dar.“

Die Substanz des Gebäudes gilt als „komplett abgenutzt“

Dem stimmte der OB zu, erinnerte aber auch an die große Aufgabe, die auf Bürger zukommt mit dem Gebäude, „wenn man bedenkt, dass es in der Substanz komplett abgenutzt ist“. Es seien auch Baacher Bürger auf ihn zugekommen, die sich dort den Bau von Seniorenwohnungen vorstellen können. „Wenn es eine tragbare Lösung gibt, sind wir offen dafür“, sagte OB Holzwarth.


Winnenden. Das Rathaus von Baach ist einmalig. Es sieht anders aus als die anderen Häuser im Ort, und es war vor Jahrzehnten das Zentrum der selbstständigen Gemeinde Baach. Aber so langsam wird es alt. Die Stadtverwaltung schlug einen Verkauf vor. Das Herz etlicher Baacher Bürger hängt allerdings sehr an ihm. Kann man es retten?

Mehrere Bürger, gestandene Baacher, die früher Verantwortung für die Gemeinde trugen, bestürmten den Oberbürgermeister

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