Winnenden

Eine Million für Straßen

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Firmeneinfahrt an der Max-Eyth-Straße: Das Land zahlt die Komplettsanierung, die Stadt die neuen Gehwege. Baubeginn soll im Juli sein. © Alexandra Palmizi/ZVW

Winnenden. Das Land Baden-Württemberg wird tatsächlich sein Stück von der Max-Eyth-Straße in diesem Jahr sanieren lassen. Doch obwohl der Abschnitt zwischen Obi-Kreisel und Getränke-Benz eine Landesstraße ist, muss die Stadt ihr Scherflein dazu beitragen, wie Bauamtsleiter Klaus Hägele im Technischen Ausschuss berichtete. 160 000 Euro werden für neue Gehwege fällig.

Der Schwerlastverkehr hat seine Spuren nicht nur oberflächlich im rissigen und löchrigen Asphalt hinterlassen. Fahrer leichter Kleinwagen kommen sich dank der vielen Bodenwellen beinahe wie auf dem Volksfest in der Petersburger Schlittenfahrt vor. Die Senken sind so tief, dass es nicht mehr reicht, nur eine neue Asphaltschicht aufzutragen. Ein Vollausbau ist nötig, bei dem der Bautrupp das alte Material bis in 60 Zentimeter Tiefe ausheben wird, um die Straße fachgerecht mit verschiedenen Tragschichten neu aufzubauen.

Gehwege müssen neu gemacht werden

Die Gehwege links und rechts der Industriegebiets-Piste gehören der Stadt Winnenden. Bei einem Vollausbau müssen sie ebenfalls neu gemacht werden, anders geht’s technisch überhaupt nicht. „Sie würden sonst in die Baugrube fallen“, versucht Klaus Hägele diesen Aufwand zu erklären. Insgesamt macht die Gehwegfläche 2000 Quadratmeter aus.

Andererseits haben es die Trottoirs an vielen Stellen sowieso dringend nötig. Aus vielen groß gewordenen Fugen wächst Gras, im Bereich von Einfahrten ähneln die verästelten Risse im Belag einem Bild von einem Blutaderngeflecht. „In dieser Straße haben wir das größte Schwerlastaufkommen unserer Stadt“, sagte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Von ihm aus hätte das Land den Abschnitt ruhig eher richten lassen können.

Landratsamt koordiniert Baustelle Max-Eyth-Straße

Das Landratsamt wurde mit der Baumaßnahme betraut, sie soll Anfang Juli beginnen und dauert voraussichtlich drei bis vier Monate. „Die Sanierung wird in Winnenden sehnsüchtig erwartet. Der Zustand wurde immer wieder kritisiert“, sagte Klaus Hägele zu den Gemeinderäten. Zuletzt setzten sich beide Winnender Landtagsabgeordnete für die Sanierung ein.

Auf Nachfrage sagte Klaus Hägele, dass die Stadt den Zustand der Straße seit etwa zehn Jahren beim Land moniere. Die oben beschriebene Sanierung gehört zum Gesamt-Jahres-Paket für Straßen und Gehwege, das dieses Jahr 54 Einzelmaßnahmen und Kosten von ungefähr 1,15 Millionen Euro umfasst. Dazu kommt noch die Reparatur von 27 Feld- und Wirtschaftswegen zum Preis von rund 734 000 Euro.

Die Gemeinderäte im Technischen Ausschuss hatten gegen die Prioritätenliste des Bauamts nichts einzuwenden, gaben aber noch Hinweise auf kleine marode Fußweg- und Treppenabschnitte in Birkmannsweiler und Hertmannsweiler, die es auch nötig hätten. „Danke für die Hinweise“, sagte Oberbürgermeister Holzwarth.

Straßenmonitoring ist gewünscht

SPD-Stadtrat Hans-Dieter Baumgärtner würde es begrüßen, wenn das Bauamt ein EDV-basiertes Straßenmonitoring einführen würde. Das heißt, der Straßenzustand wird gefilmt und technisch dokumentiert. „Ich verspreche mir davon Erkenntnisse zur Qualität einer Sanierung – war es ausreichend, den kleinen Umfang zu wählen, war die Ausführung gut?“ Vielleicht trage es langfristig auch dazu bei, die knappen Ressourcen optimal einzusetzen.


Die umfangreichsten Projekte des Jahres

Fast die gesamte Hauptverkehrsader des Schelmenholzes wird dieses Jahr saniert: die Forststraße von der Einmündung Steinhäusle bis Theodor-Heuss-Platz und die Hanweiler Straße von der Schafweide bis zur Einmündung Forchenwaldstraße (99 000 Euro). Dazu kommen 2000 Quadratmeter Fahrbahn Schafweide (50 000 Euro) und zwei Fußwege (21 000 Euro).

Ein großer Posten ist die Rieslingstraße in Hanweiler mit 47 000 Euro. In Birkmannsweiler werden 36 000 Euro für den Erhalt der Mozartstraße eingesetzt, in Hertmannsweiler werden 37 500 Euro für die Straße Im Bürgle fällig.

39 000 Euro will die Stadt für Fahrbahn und Gehweg der Robert-Boehringer-Straße ausgeben. Kanäle und Wasserleitungen werden in der Goethestraße erneuert, danach zahlt die Stadt die Erneuerung des in die Jahre gekommenen Belags (32 000 Euro). Außerorts vor Gärtnerei und Kläranlage wird der Geh- und Radweg Richtung Schwaikheim gerichtet (34 000 Euro), am Wolfsklingenweg fallen 27 000 Euro an.