Winnenden

Eltern überstimmt: Kita-Gebühren in Winnenden steigen um 3,9 Prozent

Kinderhaus Birkmannsweiler II
Fröhliches Treiben im Kinderhaus in Birkmannsweiler (aufgenommen im Februar 2022). © Alexandra Palmizi

Die Kita-Gebühren in Winnenden steigen zum kommenden Kindergartenjahr um 3,9 Prozent. Die Stadt Winnenden und der Gemeinderat folgen damit der Empfehlung des Städtetags Baden-Württemberg. Auch im Krippenbereich wird die Betreuung deutlich teurer. Überstimmt wurden die Winnender Eltern: Sie hatten bei Jugendamtsleiter Thomas Pfeifer für eine deutlich moderatere Erhöhung von zwei bis 2,5 Prozent plädiert.

Im Krippenbereich zahlen manche Eltern bald deutlich mehr als bisher

Im Krippenbereich, also bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren, liegt die Stadt Winnenden noch immer deutlich unter der Empfehlung des Städtetags. Berechnet werden die Gebühren, indem 150 Prozent auf die Gebühren für Drei- bis Sechsjährige aufgeschlagen werden. Je mehr Kinder im Haushalt leben, desto günstiger werden die Gebühren.

Nach dem Landesrichtsatz könnte die Stadt von Eltern mit nur einem Kind 410 Euro für 30 Stunden Betreuung verlangen. Tatsächlich sind es im Kindergartenjahr 2022/23 "nur" 347 Euro im Monat. Das bedeutet nichtsdestoweniger eine Steigerung um 15 Euro im Monat zu den bisherigen Gebühren – bislang waren nur 332 Euro fällig geworden. Wer sein Kind bis zu 50 Stunden in der Woche in die Krippe gibt, zahlt künftig sogar 26 Euro mehr monatlich: 578 Euro statt wie bisher 552 Euro (in diesem PDF der Stadt Winnenden finden Sie die gesamte Tabelle). Das ergibt für eine Familie mit nur einem Kind Mehrkosten von fast 300 Euro im Jahr.

Im Kindergartenbereich entsprechen die Gebühren seit Jahrzehnten dem Landesrichtsatz und werden zum neuen Kindergartenjahr um die vom Städtetag empfohlenen 3,9 Prozent erhöht. Monatlich zahlen Eltern zwischen einem und zwölf Euro mehr als bisher. Kostete die Betreuung eines Einzelkinds bis zu 30 Stunden pro Woche bislang 133 Euro, werden bald 139 Euro fällig. Eltern, die für ihr Kind die maximale Betreuungsstufe von mehr als 50 Stunden pro Woche gewählt haben, durchbrechen die 300-Euro-Schallmauer. Sie zahlen künftig nicht mehr 292, sondern 304 Euro im Monat.

Gesamtelternbeirat: Finanzielle Belastung der Eltern nimmt immer mehr zu

Dem Winnender Gesamtelternbeirat für Kindertagesstätten ist das zu viel. In einer Besprechung mit Thomas Pfeifer, Leiter des Amts für Jugend und Familien, im Vorfeld der Gemeinderatssitzung vergangene Woche äußerten die Eltern zwar Verständnis für eine Erhöhung der Gebühren, hielten aber zwei bis höchstens 2,5 Prozent für angemessen. Die finanzielle Belastung für die Eltern nehme immer mehr zu. Aufgrund der Corona-Pandemie hätten im vergangenen Jahr zudem deutlich weniger Aktivitäten als üblich stattgefunden.

Der Städtetag hingegen argumentiert für die Erhöhung von 3,9 Prozent mit der hohen Inflationsrate, „die sich auf die Investitions- und Sachkosten auswirkt“, und steigenden Personalkosten. Angestrebt wird ein Kostendeckungsgrad von 20 Prozent durch Elterngebühren. In Winnenden lag er 2020 noch bei circa 13 Prozent (im Krippenbereich: 15 Prozent).

"Wenn wir jetzt nicht erhöhen, müssen wir irgendwann nachziehen"

Die Winnender Stadträte schließen sich dieser Argumentation mit großer Mehrheit an. Lediglich die drei SPD-Räte stimmten gegen die neuen Gebühren oder enthielten sich. Christoph Mohr (ALi) sagte: „Das Modell ist konzeptionell sinnvoll. Wenn wir jetzt nicht erhöhen, müssen wir irgendwann nachziehen.“ Wichtig sei es, dass alle, die Anspruch auf Erstattung der Gebühren haben, diesen Anspruch auch erheben.

Denn bei Familien oder Alleinerziehenden mit geringem Einkommen wird die Kita-Gebühr vom Jugendamt des Rems-Murr-Kreises übernommen. Das greift nach Angaben Pfeifers derzeit für 85 von 703 Kindern in städtischen Kitas und Krippen.

Die Kita-Gebühren in Winnenden steigen zum kommenden Kindergartenjahr um 3,9 Prozent. Die Stadt Winnenden und der Gemeinderat folgen damit der Empfehlung des Städtetags Baden-Württemberg. Auch im Krippenbereich wird die Betreuung deutlich teurer. Überstimmt wurden die Winnender Eltern: Sie hatten bei Jugendamtsleiter Thomas Pfeifer für eine deutlich moderatere Erhöhung von zwei bis 2,5 Prozent plädiert.

Im Krippenbereich zahlen manche Eltern bald deutlich mehr als bisher

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