Winnenden

Endlich wieder Training im Freien: Winnender Tennisplätze ausgebucht

Tennisschnuppertraining
Nick und Pauline Herrmann beim Schnuppertraining. Trainer Samuel Dillmann schaut zu (von links). © Gaby Schneider

Auch wenn die Tennisgemeinde des TC Winnenden noch weit entfernt von der einstigen „Normalität“ ist, ein Hauch von Vor-Corona-Feeling wehte beim Schnuppersamstag über die Anlage. Auf allen Plätzen flogen die Bälle. „Schön war für uns, die vielen Familien zu erleben und manches versteckte Tennistalent wurde auch gesichtet“, sagt Vorsitzender Matthias Wolf.

Tennis hat etwas für sich. Insbesondere zu Corona-Zeiten ist es eine von wenigen Sportarten, die im Freien kontaktlos ausgeübt werden dürfen - möglich sind Einzelpartien, außerhalb des Platzes gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln, schildert Vorsitzender Matthias Wolf die Lage. Beim TC Winnenden sei die Nachfrage nach der einjährigen Schnuppermitgliedschaft mit kostenlosem Gruppentraining um 30 Prozent gestiegen. „Tennis war schon vor Corona ganz gut im Lauf, aber der Trend hat sich vergangenen Sommer noch verstärkt.“

Eine Sportart „als Ausgleich zum Alltag“

Erst die Corona-Pause habe sie wieder ans Tennis denken lassen, bestätigt die „Ehemalige“, Kerstin Belz aus Leutenbach. Bei ihr sitzt die Rückhand nach einigen Schlägen mit Trainerin Heike Klöpfer wieder. „Ich merke, dass die Koordination irgendwo noch drinsteckt, ich müsste sie aber langsam wieder aktivieren.“ Mit etwas Training, so ihr Eindruck, „wäre es vermutlich schon noch abrufbar“. „Lauf-lauf-lauf“, motiviert Trainerin Heike Klöpfer den 11-jährigen Jona. Nach wenigen „Luftschlägen“ trifft er immer mehr der Bälle. Im „Mäxle“-Kreiselverfahren wechseln sich die Familienmitglieder beim Vorhand- und Rückhandschlägen ab. „Es macht Spaß und ist auch anstrengend“, sagt Lias und zieht wie sein Vater die Jacke nach den ersten 20 Minuten aus. „Man kommt gut ins Schwitzen“, sagt der Vater Michael Belz, der sich mit dem Tennisschläger technisch aber nicht schwertut. „Ich habe jahrelang Squash gespielt“, erklärt er. Das Schnuppertraining sieht er als Anregung, „etwas zu finden als Ausgleich zum Alltag“.

Abwechslung zum Spaziergehen

Eine Dreierclique kommt per Zufall zu einer Ration Schnuppertraining. „Wir wollten uns heute einen Platz buchen und ein paar Bälle schlagen“, sagt Maren Pohl aus Backnang. Kurzentschlossen hätten sie sich fürs Schnuppertraining angemeldet. Der 24-Jährigen geht das „dauernde Spazierengehen und Online-Spielen“ allmählich auf den Keks. „Ich möchte wieder Sport machen, im Team gegen andere oder mit anderen, da bin ich motivierter.“ Sie verspricht sich vom Schnuppertag, die Grundlagen richtig zu lernen. „Damit ich weiß, wie ich einen Schläger richtig halte und Schwung hole.“

Der 27-jährige Daniel Westphal aus Backnang sagt, er sei noch nie mit Tennis in Berührung gekommen - bis alles infolge von Corona plötzlich geschlossen war. „Letztes Jahr haben wir einmal gemeinsam gespielt, er hat’s mir gezeigt“, sagt er und zeigt auf seinen Kumpel und ehemaligen Tennisspieler Daniel Pauleit. „Ich habe acht Jahre lang gespielt als Kind, sogar Mannschaft, jetzt aber seit 15 Jahren nicht mehr“, meint der 27-jährige Winnender. Corona mache es möglich, dass seine alte Ausrüstung und auch sein Schläger jetzt mal wieder zum Einsatz kommen.

Ein neuer Sport für die Familie Herrmann?

Eine weitere Familie stellt sich in der ersten Trainingseinheit ebenfalls geschickt an: Dunja und Andreas Herrmann aus Winnenden mit Pauline (9) und Nick (5). „Der Papa ist Fußballer und die können einfach alle Tennis spielen“, sagt Heike Klöpfer lachend und anerkennend über das Ballgeschick und die korrekte „Hand-Fuß-Koordination“. Was sie herführt? Neugierde, Bewegungsdrang und die Idee, Tennis vielleicht zur Dauereinrichtung zu machen. „Durch Corona haben wir gemerkt, dass wir gerne auch eine Sportart hätten, die wir als Familie machen können, Tennis ist da ideal.“ Bisher habe jeder seinen eigenen Sport: Pauline ist bei den Happy Hoppers, er und Sohn Nick spielen Fußball, Mama macht Freenature, trainiert also im „Fitnessstudio unter freiem Himmel“, wie sie sagt. „Corona hat uns erst mal alle ausgebremst, weil nichts mehr stattgefunden hat, aber dann hat uns die Zeit auf ganz neue Gedanken gebracht.“ Ob Tennis der neue Familiensport für sie wird, lassen sie noch offen: „Mal schauen, ob es was ist, das wir uns länger vorstellen könnten.“

Auch wenn die Tennisgemeinde des TC Winnenden noch weit entfernt von der einstigen „Normalität“ ist, ein Hauch von Vor-Corona-Feeling wehte beim Schnuppersamstag über die Anlage. Auf allen Plätzen flogen die Bälle. „Schön war für uns, die vielen Familien zu erleben und manches versteckte Tennistalent wurde auch gesichtet“, sagt Vorsitzender Matthias Wolf.

Tennis hat etwas für sich. Insbesondere zu Corona-Zeiten ist es eine von wenigen Sportarten, die im Freien kontaktlos ausgeübt

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper